Puzzle Piece: Tablet und App-Abo für autistische Kinder
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Apps dienen schon lange nicht nur der reinen Unterhaltung, sondern werden als Informationsquellen oder zu Lernzwecken eingesetzt.

Nach dem Launch des ersten iPads haben Therapeuten in enger Kooperation mit Eltern autistischer Kinder angefangen, Apps für Behandlungszwecke der Patienten zu entwickeln. Die Anwendungen haben sich als sehr hilfreiche Unterstützung für autistische Kinder erwiesen, die auf diesem Weg ihre sozialen Fähigkeiten verbessern können und bei den Hausaufgaben App-basierte Unterstützung bekommen. Doch leider fehlen vielen Eltern die nötigen finanziellen Mittel, um ihrem Kind ein konventionelles Tablet anzuschaffen.

Ein neues Startup namens Puzzle Piece hofft, die Technik allen Familien mit autistischen Kindern zugänglich zu machen, indem es ein 7-Zoll-Android-Tablet mit einem Dual-Core-Prozessor, 4 GB Speicherplatz und einer Front- und Rückkamera für nur 19 Dollar anbietet, wie TechCrunch berichtet. Statt an der Hardware zu verdienen, verkauft Puzzle Piece Abonnements für speziell auf die Bedürfnisse autistischer Kinder zugeschnittene Bildungs-Apps, die ihrerseits auch 19 Dollar pro Monat kosten.

Puzzle Piece ist erst vergangenen Monat gestartet und kann bereits rund 80 neue Sign-ups pro Tag und 1000 aktive Nutzer verzeichnen. Die Webseite des Startups beinhaltet zusätzlich eine Online-Community, die den Eltern als Austausch-Plattform dient und ihnen die Möglichkeit bietet, der Mitbegründerin von Puzzle Piece, Andrea Macken, drei Mal pro Woche Fragen zu stellen. Puzzle Piece richtet sich an die Kinder von drei bis zehn Jahren. In Zukunft plant das Startup, differenzierte Produkte für verschiedene Altersgruppen und Autismusformen anzubieten.

Das App-Abonnement beinhaltet zehn neue Bildungs-Apps pro Monat. Im ersten Monat wird der Käufer 39,95 Dollar für das Tablet und App-Paket zahlen müssen. Das Abo ist jederzeit kündbar, das Tablet kann in jedem Fall behalten werden.

Die Apps basieren auf der ABA-Therapie (Applied Behavior Analysis) für Kinder mit Autismus-Diagnose und sollen die Behandlung durch einen ausgebildeten Therapeuten imitieren bzw. ergänzen. Denn viele Familien sind nicht in der Lage die Kosten für empfohlene 10 bis 25 Stunden Therapie pro Woche zu entrichten, die in den USA trotz Versicherung (falls vorhanden) immer noch mehrere hundert Dollar kosten.

Wann das Startup nach Europa kommt, ist nicht bekannt. Doch angesichts des Erfolgs in den USA könnte das, zur Freude vieler Eltern autistischer Kinder, bald auch hierzulande so weit sein.

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