Quartalszahlen Facebook: Steigerung mit Kursverlust
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Facebook veröffentlichte am vergangenen Dienstag die Umsatzzahlen des dritten Quartals und kam insgesamt zu einem guten Ergebnis mit Umsatzsteigerungen bis zu 59 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – trotzdem brach die Aktie des weltgrößten sozialen Netzwerks im nachbörslichen Handel um fast neun Prozent ein.

 

Umsatzsteigerung mit verstecktem Abwärtstrend

Obwohl der Umsatz auf insgesamt 3,2 Milliarden US-Dollar ausgebaut werden konnte und im letzten Jahr noch bei etwa zwei Milliarden Dollar lag, quittierte die Börse Facebooks Entwicklung insgesamt kritisch. Hieran konnten auch die wachsenden User-Zahlen wenig ändern. Mit 1,35 Milliarden monatlich aktiven Nutzern (1,19 Millionen im Vorjahr) konnte das Unternehmen im Vergleich zum zweiten Quartal 2014 mit 1,32 Milliarden Nutzern im Monat nur ein bescheidenes Wachstum vorweisen. Während Facebook im zweiten Quartal noch um rund 3,1 Prozent wuchs, sind es im dritten nur noch rund 2,3 Prozent. Die leichte Abwärtstendenz ist den Anlegern offenbar nicht entgangen. Doch wo liegt das Problem, wenn der Wert der Aktie doch fast verdoppelt wurde?

Gutes Ergebnis, das nicht jeden interessiert

Mark Zuckerberg räsonierte im Quartalsbericht, dass es ein gutes Quartal mit überzeugenden Ergebnissen gewesen sei. Manch ein Teenager würde darauf wohl antworten: Was geht mich Facebook an? Und genau darin scheint die Krux eines „alternden“ sozialen Netzwerks zu liegen: jüngere Generationen finden Facebook offenbar reichlich uncool, wenn selbst Mama and Papa hier ein Profil haben. TechCrunch berichtet, dass Facebook auf Nachfrage zu genaueren Angaben zu bestimmten Zielgruppen keine Stellungnahme geben wollte. Im letzten Jahr hatte Facebook bereits den Fehler begannen, sich zu sinkenden Userzahlen bei Teenagern zu äußern, und bekam sogleich auch von der Börse negative Antwort.

Werbeeinnahmen steigen – doch wer schaut in Zukunft hin?

Dieses Mal brauchte es offenbar keine Stellungnahme Facebooks; die Anleger konnten wohl auch so zwischen den Zeilen lesen. Die Werbeeinnahmen bei Facebook steigen dank des optimierten Algorithmus des Status-Updates weiterhin an. Leider hat das schlaue Programm aber scheinbar keine Lösung parat, wie sich Teenager, die sich momentan lieber auf Snapchat rumtreiben, wiedergewinnen lassen, damit sie sich wie ihre Eltern die Flut gesponserter Anzeigen reinziehen können.

 

Aufmacherbild: HILVERSUM, NETHERLANDS – APRIL 11, 2014: Sitting little kids isolated on white in a studio holding a find us on Facebook sign via Shutterstock / Urheberrecht: Twin Design

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