Ray Kurzweil: So sieht die Zukunft aus
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 Ray Kurzweil ist nicht nur Director of Engineering bei Google, sondern auch leidenschaftlicher Futurist – und nicht nur vereinzelt sind seine Voraussagen tatsächlich wahr geworden. Nun hat er sich mit der britischen Zeitung „The Times“ für ein Interview zusammengesetzt und erzählt, auf was wir uns in der Zukunft so freuen dürfen. Sogar die Jahreszahlen hat er uns dabei nicht vorenthalten, also Kalender raus und schön mitschreiben:

2017 wird es selbst fahrende Autos geben. Na schön, dass diese Erfindung in den Startlöchern steht, ist ja nichts Neues. Die Details, die Kurzweil zu diesen Autos preisgibt, sind allerdings sehr spannend. So sollen diese untereinander kommunizieren und ihre Bewegungen demnach koordinieren können. Eigene Autos werden überflüssig sein, stattdessen wird es einen Pool von Autos geben, von denen sich telefonisch bei Bedarf jederzeit eins bestellen lässt.

2018 wird das Jahr sein, in dem Suchmaschinen uns persönlich assistieren werden. Statt nur nach Suchwörtern auszusieben, werden sie ganze persönliche oder komplizierte Problematiken mit uns besprechen und sogar während Gesprächen hilfreiche Tipps oder Anekdoten zu Gesprächen beitragen können. Zumindest unnötige Diskussionen darüber, wer denn nun Recht hat, werden dann wohl ausgeschlossen sein.

Im Jahr 2020 warten gleich zwei wunderbare Neuerungen auf uns. Erstens das Ausschalten von Fettzellen und zweitens der Klamotten-Druck von zu Hause aus. Aber widmen wir uns zuerst einmal den Fettzellen:

In animals with diabetes, scientists have now successfully turned off the fat insulin receptor gene. So these animals ate ravenously, remained slim, didn’t get diabetes, and lived 20 percent longer. I would say that this will be a human intervention in five to ten years, and we will have the means of really controlling our weight independent of our eating.“

Gewichtskontrolle trotz Fressattacken – na wunderbar! In fünf bis zehn Jahren wird die Antwort auf die Frage: „Möchten Sie noch ein Dessert?“ wohl immer mit einem Schuldgefühl-freien „Her damit!“ beantwortet werden.

Nun aber zum Ausdrucken von Designer-Klamotter per 3D-Druck. Laut Kurzweil wird es einen Open-Source-Markt für kostenlose Designs geben. Die Menschen werden über persönliche 3D-Drucker verfügen, aber auch an öffentlichen Orten wie beispielsweise Coffee-Shops werden sie vorzufinden sein.

2023 wird full-immersion virtual reality ermöglicht sein. Das heißt, virtuelle Realitäten werden sich anfühlen, wie das echte Leben:

We’ll be able to send little devices, nanobots, into the brain and capillaries, and they’ll provide additional sensory signals, as if they were coming from your real senses. You could for example get together with a friend, even though you were hundreds of thousands of miles apart, and take a virtual walk on a virtual Mediterranean beach and hold their hand and feel the warm spray of the moist air in your face.

Um die Umwelt werden wir uns 2030 keine Sorgen mehr machen müssen. Unser Fleisch und Gemüse wird in vertikalen Fabriken, also in mehrstöckigen Gebäuden, namentlich Farmscrapers, innerhalb von Städten produziert werden.

We will grow food in a computerised vertical factory building (which is a more efficient use of real estate) controlled by artificial intelligence, which recycles all of the nutrients so there’s no environmental impact at all. This would include hydroponic plants, fruits and vegetables, and in vitro cloning of meat. This could also be very healthy — we could have meat with Omega-3 fats instead of saturated fats, this sort of thing.

Darüber wird sich die Umwelt ebenso freuen: 2033 wird die Energie auf der Welt zu hundert Prozent aus Solarkraft gewonnen werden.

Zu guter Letzt werden wir 2040 die Quelle der ewigen Jugend entdecken. Kurzweil beschreibt den Weg dahin so:

There are three bridges to life extension. Bridge 1 is taking aggressive steps to stay healthy today, with today’s knowledge. The goal is to get to bridge 2: the biotechnology revolution, where we can reprogram biology away from disease. Bridge 3 is the nanotechnology revolution. The quintessential application of that is nanobots — little robots in the bloodstream that augment your immune system. We can create an immune system that recognises all disease, and could be reprogrammed to deal with new pathogens.

Na, das scheint ja eine rosige Zukunft für die Menschheit zu sein. Ob Ray Kurzweil mit all diesen Prognosen wohl richtig liegen wird? Schreibt uns gern ein Kommentar, was ihr dazu denkt.

Aufmacherbild: Image of young businessman standing with back opening door via Shutterstock / Urheberrecht: Sergey Nivens

 

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