re:publica 14: Das waren die Highlights von Tag 1
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Der erste Tag der re:publica wartete mit einigen hochkarätigen und interessanten Speakern auf. Dabei stand immer wieder das Spannungsfeld aus persönlicher Datensicherheit einerseits und der Forderung nach Transparenz für alle im Mittelpunkt.

Wikileaks-Aktivistin Harrison schlägt radikale Töne an

Nachdem Friedeman Karig der Netzgemeinde erklärte, warum Überwachung impotent macht, betrat eine der Stars die Bühne 1 der re:publica: Sarah Harrison. Die Wikileaks-Aktivistin stieg nach dem Ausstieg von Daniel Domscheit-Berg schnell zum inneren Zirkel um Julien Assange aus und begleitete den US-Whistleblower Edward Snowden auf seinem Flug von Hong Kong nach Moskau.

So erzählte die Neu-Berlinerin von ihrer Angst vor einer Verhaftung in ihrer britischen Heimat und forderte politisches Asyl für Snowden in Deutschland. Es folgt eine kämperische Rede, in der Sie die Kooperationsbereitschaft von Wikileaks mit Regierungen aufkündigt. Man habe zu Beginn versucht, zum Schutze der Sicherheit einzelner Personen, vor Veröffentlichung sensibler Daten mit Regierungen zu verhandeln. Diese hätten jedoch nur mit Propaganda reagiert. Eine Nachfrage aus dem Publikum, wie sich der Wikileaks-Ansatz der totalen Transparenz mit dem persönlichem Datenschutz vereinbaren lasse, konnte Sie daraufhin jedoch nur ungenügend auflösen.

Was Saver Sex und Pretty Good Privacy gemeinsam haben

Es folgte der US-Journalist Jacob Appelbaum, welcher zusammen mit Jilian York eine Brück von Saver Sex und Pretty Good Privacy schlagen wollte. So starteten die beiden ihre Keynote mit einem Ausflug in die 1980er Jahre, in denen ein Großteil der Gesellschaft HIV für ein reines Problem Homosexueller und Drogenabhängiger hielt. Doch wie damals gilt auch heute: Es geht uns alle an.

Jacob Apfelbaum und Jilian York

© Software and Support Media GmbH

Auch das „Ich habe nichts zu verbergen“-Argument entkräften Sie, indem Sie einen jungen Mann bitten, seine Hose vor dem gesamten Publikum zu entblößen. Quintessenz: Es geht nicht um die Frage ob ich persönliche Daten preisgebe oder nicht, sondern ob ich eine Wahl habe. Dies ist aktuell eben nicht der Fall und unterscheidet uns von dem jungen Mann, welcher nach kurzem Zögern die Ausführung verweigerte.

Ein weiterer wichtiger Punkt für Appelbaum und York liegt in der Frage nach gutem Design und angenehmer User Experience. Wenn Aufwand und Nutzenerfahrung nahezu identisch zum Surfen ohne Sicherheitsmechanismen wären, würde sich auch die Mitte der Gesellschaft für das PGP-Modell entscheiden.

David Hasselhoff auf der Suche nach der digitalen Freiheit

Nun folgte zumindest das Entertainment-Highlight des Tages: David Hasselhoff betrat mit F-Secure CEO Mikko Hypponen die Bühne um ein Manifest für die digitale Freiheit zu enthüllen. Dieses soll in Form eines Wikis von der Netzgemeinde selbst verfasst werden und dann an alle politischen Führer der Welt verschickt werden. Bis Ende Juni können Interessierte hier an dem Manifest mitarbeiten. Der Aufhänger, mit dem unfreiwilligen Youtube-Star Hasselhoff die Frage nach der persönlichen Freiheit über die privaten Daten zu diskutieren, war so schlecht nicht. Als Hypponen jedoch anfing, von amerikanistischem Digital-Kolonialismus zu sprechen, verloren einige der Gäste schlagartig das Interesse und auch Hasselhoff entglitten kurzzeitig die Gesichtszüge. Ein abschließendes Ständchen von „The Hoff“ beendete den Talk dann zwar versöhnlich, aber auch etwas befremdlich für am Thema Interessierte.

David Hasselhoff @ re:publica 14

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Abhörsichere Handytasche selbst gemacht

Wer nun auch aktiv etwas für seine eigene Datensicherheit tun wollte, konnte sich im Hof seine eigene ortungssichere Handytasche basteln. Diese, aus einem speziellen Flies hergestellte Tasche, konnte im DIY-Verfahren unter Anleitung der „killyourphone“-Macher genäht werden. So endete der Tag mit der Erkenntnis, auch aktiv etwas gegen das eigene diffuse Ohnmachtsgefühl getan zu haben.

nähmaschine

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