Responsive Webdesign für E-Commerce [MTC 2014]
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In diesen Tagen findet im nHow Hotel in Berlin eine Konferenz statt, die sich ganz der Mobile-Entwicklung verschrieben hat – die MobileTech Con 2014. Parallel findet in der gleichen Location auch erstmals die Internet of Things Conference statt, die sich um das Internet der Dinge dreht. Es ist nicht von ungefähr, dass die beiden Konferenzen parallel laufen. Die Bereiche von Internet of Things und Mobile verschmelzen immer mehr miteinander und werden nach und nach zum einheitlichen Internet of Experience, bei dem das mobile Device oder auch Wearable als Verbindungsglied zwischen Mensch und der intelligenten Umgebung fungieren kann.

Nur wenige E-Shops nutzen Responsive Webdesign

Im Rahmen der MobileTech Con hat Patrick Lobacher, Entwickler, Berater und Geschäftsführer der +Pluswerk GmbH gemeinsam mit Sven Wolfermann einen spannenden Vortrag zum Thema: „Die Zukunft des E-Commerce ist Responsive“ gehalten. Dabei setzen immer noch nur wenige E-Shops auf Responsive Webdesign.

Eine von idealo entwickelte Infografik zeigt, dass in Europa immer noch der Einsatz Mobile-optimierter Websites oder eigener Apps im Vergleich zum Responsive Design deutlich überwiegt, was mit der aufwändigen Überarbeitung des Quellcodes und den längeren Ladezeiten beim Responsive Webdesign zusammenhängt. Spanien, mit lediglich jedem fünften E-Shop im Responsive Webdesign, belegt europaweit den ersten Platz. Hier findet ihr die vollständige Auswertung der Studie zu „M-Commerce: App, Responsive Design und mobile Websites im Vergleich“.

Die Zukunft des E-Commerce ist Responsive

Doch trotz des eher zögerlichen Einsatzes von Responsive Webdesign bei E-Shops spricht Patrick Lobacher auf der MobileTech mit Überzeugung davon, dass die Zukunft des E-Commerce genau in diesem Bereich liegt. Der anfänglich kosten- und zeitaufwändige Umstieg des E-Shops auf Responsive Design kann sich in Zukunft umgekehrt als zeit- und kostensparend erweisen, denn anstatt mehrere Apps und Plattformen zu pflegen, funktioniert eine Plattform auf allen Devices. Wer also einen E-Commerce-Shop betreibt und nachhaltig denkt, statt nur kurzfristig kostengünstige Lösungen umzusetzen, sollte über den Umstieg auf eine responsive E-Commerce-Website nachdenken.

Zahlen-Überblick

Die Notwendigkeit der Responsive-Webdesign-Implementierung belegen die neusten Entwicklungen im Bereich des mobilen E-Commerce. 2014 konnten die Top 500 E-Commerce-Shops der Welt ihre Verkäufe per Smartphone und Tablet um 80 Prozent steigern. Der Gesamtumsatz belief sich dabei auf 84 Milliarden USD.

103 der Top 500 E-Shops verwenden bereits Responsive Webdesign für ihre Websites, was eine Steigerung von 164 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Auch wenn die deutschen Online-Shops unter den Top 500 E-Commerce-Shops der Welt noch nicht zahlreich vertreten sind, erwarten uns hierzulande ähnliche Entwicklungen.

Das sind beeindruckende Summen und verlockende Chancen für E-Commerce, berücksichtgt man die wachsende Affinität der User für das Thema M-Commerce bei dem Angebot.

Responsive Webdesign im E-Commerce: die Herausforderung

Responsive Design ist an sich nichts Neues, denn das Web wurde bereits responsive geboren, so Patrick Lobacher. Heute entwickelt sich der Bereich immer weiter, wird komplexer und reagiert auf immer neue Parameter. Nicht nur Breite und Höhe des Displays werden zum Teil heute schon gemessen, sondern auch das Endgerät an sich, die Umgebung und die Aktivität des Users (Touch, Swipe usw.) werden vom Responsive Webdesign analysiert und berücksichtigt. Zukünftig werden sich diese Entwicklungen weiter fortsetzen.

Schlechte Performance durch Responsive Webdesign?

Trotz der Vorteile, die Responsive Webdesign mit sich bringt, gibt es diverse Stimmen, die sich gegen den Einsatz von RWD im E-Commerce-Bereich aussprechen. Dabei gelten meist folgende Faktoren als Argumentation.

  1. Schlechte Performance
  2. Langsame Ladezeiten
  3. Höhere Checkout-Zeit und mehr Kaufabbrüche
  4. Schlecht für die Conversion-Rate
  5. Zu teuer

Diese Vorurteile haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung, stimmen allerdings nur in dem Fall von einem misslungenen Responsive Webdesign. Hierbei handelt es sich nicht um Feststellungen, sondern viel eher um Herausforderungen, die es bei der Implementierung des RWD zu meistern gilt.

Responsive Webdesign kann die Conversion-Rate steigern

Tut man dies, wird man schnell feststellen, dass Responsive Webdesign die Conversion-Rate steigern kann, vorausgesetzt das RWD wird unter Beachtung aller technischen Feinheiten umgesetzt. Wie bereits Beispiele von E-Shops zeigen, die auf RWD umgestiegen sind, wird die Conversion-Rate dabei nicht nur im Mobile-, sondern auch im Web-Umfeld gesteigert.

Es geht also nicht darum, als E-Commerce-Shop von vorne rein auf Responsive Webdesign zu verzichten, weil es schlechte Auswirkungen auf die Performance und die Abverkäufe haben kann, sondern RWD technisch einwandfrei zu implementieren. Dabei gelten andere Workflows als bei konventionellen Web-Projekten. Welche das genau sind, könnt ihr in unserem Interview mit Patrick Lombach zum Thema: „Herausforderung Responsive Webdesign“ nachlesen.

Clean bleiben und sich auf das Wesentliche konzentrieren

Im E-Commerce ist das Design viel cleaner als auf anderen Websites. Denn hier will man verkaufen, also die Marke präsentieren, statt mit ausgefallenem Design zu glänzen. Man kann also durchaus auf bunte Animationen verzichten, die längere Ladezeiten bedeuten können. Für andere Elemente wie beispielsweise Images gibt es mittlerweile auch Lösungen, die das Laden der Bilder vom größeren auf das kleinere Device in unveränderter Größe verhindern.

App versus Responsive Webdesign

Unternehmen stellen sich oft die Frage, ob man sich für eine native App, Mobile-optimierte Website oder Responsive Webdesign entscheiden soll. Es sei an dieser Stelle nur eins gesagt: Wenn man als User eine App nutzt, dann ist man bereits Fan oder zumindest mit dem Produkt vertraut. Nur in diesem Fall werden native Apps runtergeladen. Das gilt besonders für E-Commerce. Denn die meisten User kommen über Google-Suche in E-Shops. Während Apps circa 26 Mal im Monat geöffnet werden und Nutzer kaum noch neue Anwendungen installieren, wird das mobile Web durchschnittlich 24 Mal am Tag aufgerufen, was für Responsive Webdesign bzw. Mobile-optimierte Website statt einer eigenen App spricht.

Während aber eine Mobile-optimierte Website kurzfristig zwar schneller erstellt ist, ist Responsive Webdesign längerfristig eine deutlich pflegeleichtere Lösung, da nur eine Plattform alle Devices bedient. 

 

 

Aufmacherbild: Responsive Web Design Screens Devices, isolated; laptop, tablet and mobile phone. Vector illustration. von Shutterstock/ Urheberrecht Vector Icon

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