Neuer Online-Lieferservice

Rocket-Startup Bonativo liefert regionale Lebensmittel
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Rocket Internet stellt sein neues Lieferdienst-Startup Bonativo vor und will Städter mit frischen Erzeugnissen aus der Region zu vergleichsweise günstigeren Preisen als im Naturkostladen versorgen. Der Markt ist bereits gut bedient, trotzdem könnte sich das Lieferservice-Modell durchsetzen.

Frisches vom Lande für den bewussten Hunger der Städter

Frisches Obst, naturbelassenes Gemüse und andere Lebensmittel direkt vom Erzeuger – was einige regionale Landwirte und Bauern im Umkreis von Ballungszentren schon seit Jahren in Form einer wöchentlichen Lieferung als eine Art „Erntefrischbox“ anbieten, hat nun auch Rocket Internet für sich als gewinnversprechendes Geschäftsmodell entdeckt. Nicht, dass die Samwer-Jungs sich von ihrem Umfeld dafür haben inspirieren lassen müssen, sondern das Vorbild stammt – wie so oft bei der Gründung eines ihrer neuen Startups – aus den USA.

Das amerikanische Vorbild und die Freude am Lieferservice

Ähnlich wie Good Eggs will Rocket Internet mit Bonativo den nahrungsbewussten Konsumenten aus dem Bio-Supermarkt locken und zuhause bequem auf seine frische, regionale Lebensmittellieferung zu vergleichsweise günstigeren Preisen warten lassen.
Die Berliner Zeitung berichtet, dass die Auslieferung bereits in Berlin und Umland am 20. Januar starten soll. Ohne den Umweg über den Supermarkt zu nehmen, holt Bonativo etwa 400 Erzeugnisse aus der Region direkt bei den Landwirten ab und liefert diese für eine Gebühr von 4,99 Euro an Abonnenten in Berlin aus. Das Angebot soll Bonativo-Chef Christian Eggert zufolge noch unterhalb der Preise im Naturkostladen liegen. Was Amazon und Zalando verwöhnte Lieferservice-Nutzer wohl durchaus reizen dürfte, hat einen kleinen Haken.

Nachfrage für regionale Erzeugnisse

Der Mindestbestellwert liegt bei 30 Euro – ohne Umtauschrecht, wie sich versteht, sofern nicht gröbere Mängel nachzuweisen sind. Kleine Mängel gehören ganz natürlich dazu. Das soll keineswegs heißen, es werde minderwertige Ware ausgeliefert, – ganz im Gegenteil. Nur dass der Drang, Dinge vor ihrem Kauf, die nicht durch Plastikverpackung geschützt sind, zu begutachten, unbefriedigt bleiben wird. Trotzdem könnte das Geschäftsmodell bei steigender Nachfrage von Bioprodukten und regionalen Erzeugnissen ein Erfolg werden.

Online-Lieferservice für gesunde Nahrung

Lieferservice Hello Fresh
Screenshot: https://www.hellofresh.de/

Coca Cola und Co. bieten bereits gesunde Alternativen

Andere Startups in Deutschland, vor allem in Berlin, haben es vorgemacht, dass die Nachfrage für gesunde Nahrung noch immer nicht gedeckt scheint und weiter zunimmt. Mit EatFirst, einem kulinarischen Lieferdienst, der zwei frisch gekochte und gesunde Mahlzeiten zur Mittagszeit für Kochmuffel oder Arbeitnehmer liefert, hat Rocket Internet erst in London geprobt, und das erfolgreiche Konzept nach Berlin gebracht. Auch CocaCola will vom Auftrieb der bewussteren Ernährung profitieren und sich neben seiner eigentlichen Produktreihe durch die Förderungen von Startups weitere Standbeine aufbauen. Erstes Projekt ist Home eat Home, eine App, über die sich gesunde Gerichte samt beiliegendem Rezept nach Hause schicken lassen. HelloFresh bietet einen vergleichbaren Dienst. Die Lieferdienste der großen Supermarktketten haben ebenfalls noch ein Wörtchen mitzureden. Der Markt ist also bereits recht gut bedient.

Online-Lieferservice für gesunde Nahrung

Rocket Internet Startup EatFirst – frische Gerichte per App bestellen.
Screenshot: https://www.eatfirst.de/

Was in den USA funktioniert, – funktioniert auch hier?

Das in den USA 2013 gegründete Startup Good Eggs hat bereits 600 regionale Produzenten in seinem Portfolio versammelt. Was blendend in den Staaten per Online-Bestellung funktioniert, könnte also auch hier die normale Bestellung per Telefon oder Mail-Anfrage ablösen. Außerdem scheint auch in den USA die 30-Dollar-Mindestbestellgrenze nicht von dem guten Angebot abzuhalten. Wenn die Sammwers also gut kopiert haben, dürfte das Rocket-Startup Bonativo mit einer regionalen Anpassung auch hier aufgehen. Bisher ist der Homepage von Bonativo nicht viel Information zu entnehmen. Interessant wäre, ob es „nur“ einen Online-Shop geben wird oder auch eine mobile App wie bei EatFirst erscheinen wird.

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