Samsung Galaxy Gear: Die Smartwatch ist da
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Gestern Abend hat Samsung im Rahmen der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin seine Smartwatch Galaxy Gear vorgestellt und damit den gewünschten Star des Abends, das Galaxy Note 3, in den Schatten gestellt. Das Riesen-Smartphone bzw. kleine Tablet hat sich im Vergleich zu seinen Vorgängern in puncto Auflösung und Haptik verbessert. Die mit Kunstleder überzogene Rückseite trägt zu Letzterem bei und verleiht dem Note 3 auf seine Art Stil. Schließlich will sich der 5,7-Zöller als Tablet-Smartphone-Hybrid von der breiten Masse abheben.

Aber zurück zur Uhr. Das Companion Device, wie Samsung es schimpft, ist auf eine Anlaufstelle angewiesen. Das heißt wer die Uhr nutzen möchte, braucht dazu ein geeignetes Gerät, das sich koppeln lässt. Momentan sind das nur das Note 3 und das Note 10.1 Tablet. Samsung will aber in unbestimmter Zukunft noch weitere Geräte der Galaxy-Reihe kompatibel machen. Sicher ist die mickrige Kompatibilitätsliste vor allem auf ein zeitliches Problem zurückzuführen: Die Angst, Apple könnte vielleicht doch noch über Nacht eine iWatch aus dem Hut zaubern, brachte Samsung wohl Grund zur Eile.

Chris Green, Journalist der Davies Murphy Group, ist sich sicher, dass viele potentielle Käufer ohnehin vor einem Kauf zurückschrecken werden, da es sich bei der Armbanduhr nicht um ein autonomes Gerät handelt.  

Consumers might be a bit disappointed to find that the smartwatch is a partner device reliant on being paired with a Samsung Android smartphone or tablet, rather than being the completely autonomous media and communications device many consumers were expecting and hoping for.

Durch sein “Companion Device“ bestimmt Samsung aber auch seine vorläufige Zielgruppe. Und zwar sind das Besitzer eines großen sperrigen Smartphones bzw. Tablets. Für diese Zwecke ist es nämlich angenehm, eine Miniatur-Version als Statusmelder am Handgelenk mit sich zu führen. Bei Besitzern kleinerer Smartphones fällt die Nachfrage nach einem zusätzlichen Smart-Device sicher deutlich geringer aus.

Alles in allem wird die Technikuhr von Samsung aber eher als Spielerei denn als echte Innovation vermarktet. Der Konzern selbst ordnet sie in die Kategorie “Fashion Icons” ein und bietet sie in sechs verschiedenen Farben an. Verkaufsstart ist der 25. September, der Preis liegt bei 299 Euro.  

Samsung Galaxy Gear

Samsung Galaxy Gear ©Samsung

Was befindet sich im Uhrwerk?

Die Galaxy Gear läuft mit einem 800-MHz-Prozessor mit 512 MB RAM und hat ein 1,63-Zoll kleines Display (320 x 320) sowie am Armband eine 1,9-Megapixel-Kamera zum Fotografieren und zum Aufnehmen 10-sekündiger Video-Clips (für Vine reicht’s allemal). Die 74 Gramm Gewicht dürften am Handgelenk ertragbar sein, die 4 GB interner Speicher sind zwar ausreichend, aber nicht gewaltig.

Insgesamt machte die Gear bei der Präsentation eine gute Figur. Per Knopfdruck schaltet man sie ein und bekommt – wer hätte es gedacht – zunächst die Zeit angezeigt. Per Wisch nach links oder rechts können dann für die Uhr angepasste Apps gestartet werden. Zum Markteintritt sollen rund 70 davon verfügbar sein, darunter Fitness-Apps wie Runtastic, aber auch Evernote. Ein Schrittzähler für Trip-Advisor-Anwendungen wurde direkt integriert.

Per S-Voice kann das gekoppelte Smartphone über die Uhr bedient werden. Theoretisch könnte man sogar damit telefonieren, ein Lautsprecher und zwei Mikrofone mit Rauschunterdrückungstechnik sind nämlich auch an Bord. Bleibt nur noch abzuwarten, ob die Uhr bei den Kunden großen Anklang finden oder ob sie doch nur ein Nischenprodukt bleiben wird. Die Zeit wird’s zeigen.  

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