Second Screen: Hätte, hätte, Deutschlandkette
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Das traditionelle Kanzler-TV-Duell vor jeder Bundestagswahl läutet in der Regel die heiße Phase des Wahlkampfes ein: Rot vs. Schwarz; Angela Merkel vs. Peer Steinbrück. Die Kandidaten spulen gebetsmühlenartig das gewohnte Programm ab – keine Überraschungen!

Doch in diesem Jahr gab es zumindest für alle, die parallel zur Fernsehsendung twitterten, eine kleine Besonderheit: Die Rot-schwarz-gelbe Halskette der Bundeskanzlerin sorgte bei Twitter für reichlich Gesprächsstoff und bekam binnen weniger Minuten einen eigenen Twitter-Account namens @schlandkette.

Von dort aus verselbstständigte sich das Schmuckstück und twitterte so lustige Kommentare wie „Hätte, hätte, Deutschlandkette“. Zahlreiche  Twitter-User, wie etwa Stefen Niemeyer, retweeteten die Ketten-Tweets und schrieben das Halsgeschmeide direkt an: „Du hängst Dich auch nur Wahlsiegern an den Hals.“

Binnen weniger Stunden folgen der Deutschlandkette über 6.000 Twitter-User – eine Beliebtheit, von der wohl alle Kanzlerkandidaten nur träumen könnten. Und obwohl die Halskette auf keinem Wahlzettel zu finden sein wird, sind sich alle einig: „Es muss ein Schmuck durch Deutschland gehen!“.

Diese kuriose Randerscheinung des diesjährigen Wahlkampfs zeigt, dass sich das Fernsehverhalten grundsätzlich ändert. Zuschauer sitzen nicht mehr regungslos vor dem Fernseher, sondern diskutieren via Social-Media-Plattformen über das laufende Programm. Fraglich ist, wie sich die TV-Sender darauf einstellen wollen. Bisher werden überwiegend Hashtags eingeblendet oder ausgewählte Tweets präsentiert. Darüber können eingefleischte Twitter-User nur schmunzeln und richten stattdessen eigene Social-Media-Accounts für Halsketten ein.

Aufmacherbild: Shield with the german words federal election Foto via Shutterstock / Urheberrecht: PhotographyByMK

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