Digital-Publishing

Self-Publishing: Online-Marketing für E-Books
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Self-Publishing ist eine gute Möglichkeit für Autoren, auch ohne Verlagsauflagen zu publizieren. Wer die Mittel des Online-Marketings richtig einsetzt und Social Media, Buchplattformen und Blogger richtig nutzt, der kann es mit seinem E-Book in die Bestsellerlisten von Amazon und Co. schaffen.

Seit der Einführung des Self-Publishing haben sich viele neue Möglichkeiten für Autoren aufgetan. Sie sind freier und unabhängiger, zeitlich flexibeler und können von der Buchidee bis zum fertigen Buch selbst entscheiden. Mit dem Einsatz von klassischer Pressearbeit kann man die Bekanntmachung seines Buches sinnvoll unterstützen. Doch wie sieht es mit der Öffentlichkeitsarbeit für reine E-Books aus? Unabhängig davon, für welchen Anbieter sich der Autor entschieden hat, ist eine strategische Überlegung für die PR des E-Books entscheidend. Denn nur wenn das digitale Buch in die Kanäle der Zielgruppe gelangt, kann es auch bekannt gemacht und gekauft werden.

Zielgruppen via Internet finden

Bevor der Autor sein Buch veröffentlicht, sollte er überlegen, in welchen digitalen Kanälen er seine Zielgruppe finden kann. Welche Plattformen behandeln das Buchthema bereits oder decken das Genre ab, worüber das E-Book handelt. Wichtig ist es, seine Zielgruppe in sauberer Recherche so gut wie möglich kennenzulernen und zu beobachten. Eine Handvoll der wichtigsten Medien oder Plattformen sollte dann notiert und analysiert werden. Die Analyse fokussiert sich vor allem auf die Möglichkeiten, das eigene E-Book non-werblich einzubinden. Sicher lassen sich eingekaufte Banner und Anzeigen schnell und dankend realisieren, doch dann betreibt der Autor keine PR im eigentlichen Sinne, sondern Werbung. Daher ist es wichtig, zu schauen, wo sich redaktionelle Anhaltspunkte zur Zielgruppe finden lassen.

Ein bekannter Satz von Unternehmer und Bankier Heinrich Alwin Münchmeyer, der verdeutlicht, was PR ist, egal ob für das digitale oder gedruckte Buch:

«Wenn ein junger Mann ein Mädchen kennenlernt und ihr erzählt, was für ein großartiger Kerl er ist, so ist das Reklame. Wenn er ihr sagt, wie reizend sie aussieht, so ist das Werbung. Wenn sie sich aber für ihn entscheidet, weil sie von anderen gehört hat, er sei ein feiner Kerl, so sind das Public Relations.»

Redaktionelle Verknüpfungen finden

Im Internet ist die Bandbreite für redaktionelle Verknüpfungen noch viel größer als in manch anderen Bereichen. Hierfür gibt es bereits attraktive Plattformen, die sich darauf spezialisiert haben, Bücher durch kooperative Verknüpfungen bekannter zu machen. Ein Beispiel hierfür ist die Plattform lovelybooks.de, die es Autoren ermöglicht, kostenlose Leserunden mit interessierten Lesern zu veranstalten. Allein die Bereitstellung des E-Books an die (limitierten) Teilnehmer ist als Aufwandsfaktor zu berechnen. Dank der digitalen Version fallen Druck- und Portokosten hier sehr vorteilhaft weg. Im Gegenzug erhält der Autor wichtige Rezensionen auf seiner gewünschten Bewertungsplattform (z.b. Amazon oder auch Facebook). Aus eigener Erfahrung weiß man, dass gute Bewertungen die Kaufmotivation direkt antreiben können, was dem E-Book zugute kommen kann. Allerdings können die Bewertungen auch negativ ausfallen, dieses Risiko ist bei der Veröffentlichung eines Buches generell zu beachten. Als weitere Anbieter für Leserunden kommen auch die Anbieter Goodreads.com und watcharedin.de infrage. 

Blogger finden und kooperieren

Wichtig und nicht zu unterschätzen ist auch die stetig wachsende Anzahl an Bloggern und Hobby-Redakteuren, die zu ihrem Thema regelmäßig schreiben und sich austauschen. Bei der Auswahl von potenziellen Partnern ist darauf zu achten, wie präsent und beliebt der Blog ist. Dies lässt sich über die Anzahl der Facebook-Fans oder Follower auf Twitter und auch im hauseigenen Newsletter meist gut beurteilen. Kooperationen können mit kleinen Buchverlosungen für das E-Book beginnen oder mit redaktionell verknüpften Buchbesprechungen, die durch den Blogger vorgestellt werden. Hier ist letztlich das eigene Geschick bzw. die Motivation des Bloggers gefragt. Bei der Kontaktierung von Medien und Bloggern ist ggf. professionelle Unterstützung hinzuzuziehen.

99-Cent-Books: Gute Überlegung bei Preis-Dumping

Besonders Amazon’s Kindle Direct Publishing (KDP) bietet seinen Kunden die Möglichkeit, starke Aktionen zu fahren, die dazu führen können, dass das Buch innerhalb kurzer Zeit (während des Aktionsraumes) in seiner Wahrnehmung und seinem Ranking, der Listung bei Amazon, steigt. Der Autor bekommt die Möglichkeit, sein Buch für einen Zeitraum von wenigen Tagen kostenlos zum Download zur Verfügung zu stellen. Je nach Erfolg wird das Buch in den Buchcharts die Amazon-Charts nach oben klettern. Die Werbetrommel muss hierfür rechtzeitig gerührt werden.

Qualität hat (k)einen Preis

Eine weitere Option ist das Preis-Dumping: Hierbei wählt der Autor erneut über einen gewissen Zeitraum einen Spezial-Preis für sein E-Book, z.B. von klassischen 9,99 Euro auf lapidare 99 Cent, um Kaufzweifler mit dem Preisargument zu überzeugen. Hier muss jeder Autor für sich selbst entscheiden, ob er mit dem Niedrigpreisniveau seines eigenen Buches zurechtkommt und seine zeitaufwendige Vorbereitung und damit verbundene Qualität mit dem Preis vereinbaren kann.

Self-Publishing: Verlegen der Zukunft

Dass die Buchveröffentlichung als E-Book Erfolg bringen kann, haben bereits Autoren wie Nika Lubitsch oder der deutsche Journalist Matthias Matting geschafft. Mit sechsstelligen Verkaufszahlen zählen Autoren wie diese zu der Rubrik „Bestseller-Autor“, doch sind sie in der Allgemeinheit kaum bekannt bzw. werden noch weniger in den klassischen Buchcharts aufgeführt – Grund hierfür ist der Begriff „Self-Publishing“. Die „Zeit“ berichtete über Fälle wie diese bereits im Mai 2014 und nannte es „Verlegen in der Parallelwelt“. Ich nenne es „Verlegen der Zukunft“.

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