Smart Glasses: Sehbehinderungen bald Schnee von gestern?
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Das Projekt Smart Glasses gewinnt den Google Impact Award, denn Forscher der Universität Oxford verzeichnen einen Durchbruch bei der Entwicklung von intelligenten Gläsern für Menschen mit schweren Sehbehinderungen.

Wie BBC berichtet, haben die von den Forschern entwickelten Smart Glasses der University of Oxford belegt, dass Aufnahmen von Menschen und Objekten in nächster Nähe projiziert auf die Linsen der Smart Glasses, Menschen mit Sehbehinderungen ein viel klareres Gefühl der Umgebung vermitteln können.

Die von den Forschern entwickelte intelligente Brille ist mit zwei Kameras und einem Laser ausgestattet. Deren Aufnahmen der Umgebung werden von einer speziellen Software verarbeitet, die anschließend ein sehr helles Bild mit Umrandungen auf die Bildschirme in den Brillengläsern projiziert.

Smart Glasses extra für Menschen mit Sehbehinderungen entwickelt

Google Glass an sich ist ja auch nicht zwingend dafür bekannt, das Leben eines Menschen tatsächlich zu verbessern. Das ist auch nicht verwunderlich, denn letztendlich wurde das Google Wearable für Normalanwender entwickelt, denen es lediglich vergleichsweise unwichtige Probleme lösen sollte.

Ganz anders verhält es sich mit den Smart Glasses, die das Royal National Institute of Blind People (RNIB) in Zusammenarbeit mit der University of Oxford entwickelt hat. Die intelligente Brille wurde explizit dafür entworfen, Menschen mit Sehbehinderungen zu ermöglichen, ihre Umgebung besser wahrzunehmen.

Google Impact Award People´s Choice

Bildquelle: Screenshot https://globalimpactchallenge.withgoogle.com/uk2014

Projekt von Google Impact Challenge ausgezeichnet

Das scheint zu beeindrucken, denn das Projekt wurde im Rahmen von Googles Impact Challenge von der Öffentlichkeit als einer der Gewinner ausgezeichnet. Googles Communications Manager Stephen Rosenthal äußerte gegenüber den Medien, dass die Google Impact Challenge eben solche wohltätigen Projekte unterstützen will, die sich nicht ausschließlich um soziale Verantwortung der Unternehmen oder die Freude von Aktionären drehen. Ziel sei es, innovative Ideen zu unterstützen, die die Welt verbessern.

Das Preisgeld in Höhe von £ 500.000 wird laut RNIB und der University of Oxford dafür verwendet, 100 Brillen zu produzieren und diese mit 1.000 Menschen zu testen. Dies wäre der erste große globale Test von intelligenten Brillen für Menschen mit Sehbehinderungen. Auch könnte diese Studie die Initialzüdung für eine Massenproduktion bedeuten.

Laut RNIB haben 90 Prozent der blinden Menschen nach wie vor eine Form von Vision eines Objektes. Durch die Verwendung der Smart Glasses in Kombination mit anderer Technologie könnte eben diese Vision verwendet werden, um die Menschen wieder sehen zu lassen. Selbstverständlich kann damit niemanden mit einer 100-prozentigen Sehbehinderung geholfen werden. Aber Menschen mit ausgeprägter Sehschwäche schon. 

Die Bilder der smarten Brille werden derzeit noch von einem Laptop verarbeitet. Allerdings sind die Forscher überzeugt, dass die Technologie auf die Größe einer normalen Brille minimiert werden kann. Auch sollen sich die Kosten der Smart Glasses in Zukunft auf Smartphone-Niveau befinden. Möglicherweise könnte die Technologie bereits 2016 erhältlich sein. Wir sind gespannt.

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