SMS: Provider verzeichnen erstmals sinkende Einahmen
Kommentare

Der Abgesang auf die SMS wird schon seit einigen Jahren angestimmt, denn mit der mobilen Revolution und dem weltweiten Siegeszug der Smartphones nutzen immer mehr Menschen kostenlose Instant-Messaging-Dienste, um mit anderen zu kommunizieren. In WhatsApp, Line, Skype, Apples iMessage oder Google Hangouts tippt man sich die Finger wund, die gute alte SMS fristet bei Smartphone-Besitzern hingegen ein Schattendasein. Ein Kontingent von 100 kostenlosen SMS mit einem neuen Mobilfunkvertrag? Wenn interessiert das noch, wenn ein Internet-Flat ebenfalls an Bord ist?

Da passt es ins Bild, dass die weltweiten Einnahmen, die Provider mit SMS erwirtschaften, erstmals in der Geschichte des Mobilfunks zurückgegangen sind. Das meldet jedenfalls die Webseite Telecoms.com und führt als Quelle Analysen von Strategy Analytics an.

Demnach blieb zwar die Anzahl der gesendeten SMS und MMS im Jahr 2013 in etwa gleich, die Einnahmen der Provider sanken jedoch um vier Prozent. Darüber hinaus prognostizieren die Analysten, dass die steigende Popularität von Messaging-Diensten bis 2017 einen Rückgang der Einnahmen aus SMS und MMS um weitere 20 Prozent verursachen wird. Am heftigsten träfe diese Entwicklung die Provider in Nordamerika und Westeuropa. Hier sollen die Kunden bis 2017 zwischen 38 beziehungsweise 28 Prozent weniger für SMS und MMS ausgeben.

Derweil prognostiziert Deloitte, dass in diesem Jahr doppelt so viele Instant Messages versendet werden wie SMS. Noch 2012 kamen lediglich 11 Instant Messages auf zehn SMS.

Trotz dieser Zahlen sehen die Analysten die SMS keineswegs als aussterbende Technologie, sondern weiter als profitables Geschäftsmodell. Denn während die meisten Instant Messaging Services ihre Dienste umsonst oder nur gegen geringes Entgelt anbieten, erwartet Deloitte, dass Provider in diesem Jahr mehr als 60 Milliarden Pfund (72. Mrd. Euro) mit SMS einnehmen. Das wäre das Fünfzigfache der Einnahmen, die alle weltweiten Instant-Messaging-Dienste zusammen generieren.

 

Aufmacherbild: dolphfyn / Shutterstock.com

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -