Snapchat will Payment-Funktion integrieren
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Sollte ein Messenger-Dienst nur der reinen Kommunikation dienen? Nachrichten, Audio-Aufnahmen, Bilder und Videos werden hierzulande fleißig über die einschlägigen Messenger à la WhatsApp, Facebook und Threema verschickt – doch das war’s dann meist schon mit dem Austausch. In Asien sind einige Anbieter bereits einen Schritt weiter gegangen und haben andere Dienste in ihre Messenger implementiert.

Messenger mit monitären Features – Asien ist Vorbild

So bietet der chinesische Instant-Messaging-Dienst WeChat neben den bereits genannten Funktionen auch eine Games-Community. Das koreanische Pendant KakaoTalk ermöglicht seinen Nutzern zudem, über einen speziellen Chat, Kontakt zu Prominenten aufzunehmen. Außerdem kann über diese Messenger beispielsweise auch ein Strauß (physischer) Blumen oder eine Schachtel Pralinen an Mutti oder an ein vergessenes Geburtstagskind verschickt werden. Diese Dienste sind nicht nur praktisch für den User, sondern kosten ihn auch zusätzliches Geld, sofern ein spezieller Service in Anspruch genommen wird. Wenn der Service stimmt, ist man gern bereit, dafür zu zahlen.

Das Konzept funktioniert in Asien prächtig, die Anbieter profitieren von der Monetarisierung. Davon will sich nun auch Snapchat, ein in jüngster Vergangenheit eher durch schlechte Presse aufgefallenes Startup, etwas abschauen.

Mehr Service gleich mehr Einnahmen – doch wie bezahlen?

Der proprietäre Instant-Messaging-Dienst Snapchat möchte ähnlich wie seine asiatischen Vorbilder nun vom reinen Messenger mit „Verpuffungseffekt“ zur Plattform für zusätzliche Services avancieren. Gigaom berichtet, dass zwar noch nicht genau feststünde, wie Games-Funktionen oder E-Commerce-Dienste integriert werden würden, man aber bereits an einem Bezahlmodell arbeite.

Natürlich will Snapchat wie auch andere Instant-Messaging-Dienste neue Einnahmequellen generieren. Momentan stehe das Unternehmen aus San Francisco laut The Information mit Stripe, einem API-basierten, mobilen Bezahlservice, in Verhandlungen. Wäre da nicht das „kleine“ Hackerproblem gewesen, bei dem Nacktbilder diverser Promis veröffentlicht wurden, könnten die Verhandlungen vielleicht flüssiger verlaufen. Das Problem ist die fehlerfreie und sichere Eingliederung von Fremdanbietern.

Kommt eine öffentliche API für Snapchat?

Momentan bietet Snapchat noch keine öffentliche Programmierschnittstelle für Entwickler und hütet sich davor, zu voreilig eine Open API zu präsentieren. Dennoch wäre es für die Unternehmensentwicklung hin zur Plattform für weitere, kostenpflichtige Dienste ein hilfreicher Schritt – in Asien funktioniert das Modell offenbar.

 

Aufmacherbild: CIRCA AUGUST 2014 – BERLIN: the logo of the brand „Snapchat“  via Shutterstock / Urheberrecht: 360b

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