So entstand das erste iPhone – Greg Christie im Interview
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Apple hüllt sich gerne in Schweigen. Selten sind Informationslecks, die Details zu kommenden Produkten oder sonstigen internen geheimen Einzelheiten aus dem US-amerikanischen Unternehmen enthalten. Da wird eine Enthüllung, die Details zu der Entstehung des ersten iPhones preisgibt, von der Weltöffentlichkeit dankend angenommen. Die Informationen stammen von niemandem geringeren als Apples Software-Entwickler und Helfer von Steve Jobs, Greg Christie, der schon seit 1996 bei Apple arbeitet und unter anderem an der Entwicklung des Apple Newton mitgewirkt hat.

In seinem ersten öffentlichen Interview mit dem Wall Street Journal erinnert sich der Entwickler an die Zeit zurück, als er an Steve Jobs Seite gearbeitet hat. Er hat das Zimmer noch klar vor Augen, wo er an dem geheimen Projekt mit dem Codenamen „purple“ gearbeitet hat – dem ersten iPhone. Der Raum hatte keine Fenster, nicht mal Reinigungspersonal durfte rein. Das Geheimnis um das erste iPhone musste um jeden Preis gehütet werden. Trotz all der Unannehmlichkeiten war dieses Zimmer für die wenigen Entwickler, die an dem Projekt mitgearbeitet haben, ein heiliger Ort. Christie kümmerte sich um die Leitung des Teams, das die Software für das iPhone entwickelt hat. Dieses Team, dem wir heute Funktionen wie das Entsprerren des Bildschirms mit einem „Wisch“ verdanken, war beunruhigend klein, so Christie im Interview. Entsprechend groß der Druck, der auf den Entwicklern lastete.

Christie blickt in dem Interview noch weiter zurück und erinnert sich an den Moment  – es war Ende 2004 – als Scott Forstall, Mitglied des Software-Teams von Apple, ihn ansprach. Er kam in sein Büro, schloss die Tür hinter sich zu und stellt nur eine Frage. Er wollte wissen, ob Christie Interesse an der Mitarbeit an einem geheimen Projekt hatte – an einem Telefon mit einem Touchscreen. Er sagte zu. 

2005 ging Steve Jobs dann langsam die Geduld aus. Er wollte revolutionäre Ideen sehen, bahnbrechende Projekte. Zu dem Zeitpunkt tüftelte Christie schon an der neuen Software, aber es fehlte der Durchbruch. Jobs machte Druck. Entweder sollte Christie diese eine Idee liefern oder man würde ihm das Projekt wegnehmen, erinnert sich er Software-Entwickler in dem Interview. 

Diese Idee kam dann. 2007 konnte Steve Jobs in San Francisco stolz das iPhone präsentieren. Christie erzählt außerdem, dass Jobs unglaublich begeistert von dem neuen Produkt war. Man konnte erkennen, er wünschte, es wäre allein seine Geschichte gewesen. 

Den Rest der Erfolgsgeschichte namens iPhone kennt die Welt. Sieben Generationen des Smartphones sind schon erschienen. Auf iPhone 6 warten die Fans schon gespannt. Im kommenden Herbst könnte es, laut den neusten Informationen, soweit sein. 

Warum kommt dieses Interview gerade jetzt? Es hat nichts mehr mit der gewohnten Zurückhaltung Apples zu tun. Wohl könnte diese Enthüllung aber mit dem seit Jahren bestehenden Streit zwischen zwei Giganten – Apple und Samsung – zu tun haben, der am Montag in die neue Runde geht. Das Unternehmen aus Cupertino wirft den Südkoreanern vor, sie hätten das Design und die Software ihrer Geräte kopiert. Und ganz besonders geht es dabei um diese eine revolutionäre „Wisch“-Technik, an die sich Christie im Interview so genau zurückerinnert hat. 

Aufmacherbild NEW YORK CITY, NY – DEC 30: Apple store logo on December 30 von Shutterstock/ Urheberrecht: Songquan Deng

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