Social Media für Unternehmen
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Ratgeberliteratur über Social Media gibt es zahlreich. Es gibt sehr gute, aber auch weniger gelungene Bücher, es gibt sie für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis, es gibt sie mit technischem oder inhaltlichem Fokus, es gibt sie für besorgte Eltern, es gibt sie … Dass es sich trotzdem lohnt, Neuerscheinungen zu diesem Themenkomplex im Blick zu haben, beweist das im April 2013 erschienene Buch „Social Media für Unternehmen. Das Praxisbuch für KMU“ von Stefanie Aßmann und Stephan Röbbeln.

Das Autorenduo, mit großer Fachkenntnis und einem enormen praktischen Erfahrungsschatz ausgestattet, legt ein Buch vor, das sich laut Untertitel vor allem an KMU richtet. Auch dieses Ansinnen ist nicht neu, allerdings gibt es genug Beispiele, bei denen diese Absicht nicht konsequent umgesetzt wird. Um das vorwegzunehmen: Aßmann und Röbbeln gelingt es perfekt.

Die Leser stets im Blick

Das Buch ist in zwölf Kapitel gegliedert. In den ersten fünf Abschnitten gehen die Autoren grundsätzlichen Fragen nach. Welche Möglichkeiten bietet Social Media für Unternehmen, welche Risiken sind gegebenenfalls vorhanden und funktioniert Social Media auch im B2B-Umfeld? Schon nach wenigen Seiten ist neben der inhaltlichen Qualität ein Aspekt besonders auffällig: die eindeutige, schnörkellose Sprache, die vor klaren Empfehlungen nicht zurückschreckt und gerne auch mal zuspitzend formuliert. Ein Beispiel gefällig? Auf Seite 56 fassen Aßmann und Röbbeln ihr Plädoyer für ein Social-Media-Engagement von Unternehmen folgendermaßen zusammen:

„Das Internet ist das Social Web, und wenn wir ehrlich sind, dann bedeutet eine Nichtteilnahme an Social Media eine Nichtteilnahme am Internet.”

Die ersten fünf Kapitel behandeln des Weiteren das optimale Vorgehen vor der Einführung von Social Media und die ersten Schritte der Durchführung. Es geht um organisatorische Fragen, wie Social Media personell im Unternehmen angesiedelt und umgesetzt wird, wie Guidelines und Richtlinien erstellt werden und wie Mitarbeiter in die Prozesse integriert werden können. Genauso werden strategische Aspekte thematisiert, die bei der Analyse der Zielgruppe, der Auswahl der geeigneten Kanäle, der Formulierung der Ziele, die das Unternehmen mithilfe von Social Media erreichen möchte, und der Erstellung der Social-Media- und der Content-Strategie sowie von Redaktionsplänen helfen.

Im Hinblick auf die Zielgruppe des Buches ist die an vielen Stellen wiederkehrende Thematisierung der Frage, ob der Social-Media-Einsatz in seiner Gesamtheit oder in Teilbereichen im Unternehmen, also intern, oder lieber extern betrieben werden soll, wichtig. Das Autorenduo steht auch bei dieser Frage den kleineren und mittleren Unternehmen zur Seite und wägt die jeweiligen Vor- und Nachteile ab, damit die Leser eine Grundlage für ihre Entscheidung haben.

Best-Practice-Beispiele veranschaulichen Chancen von Social Media

In den nun folgenden Abschnitten sechs bis zehn widmen sich die Autoren den einzelnen Anwendungsfeldern. In jeweils einem eigenen Kapitel werden so die Hintergründe und die Möglichkeiten in den Bereichen „Brand Awareness“, „Kundenzufriedenheit“, „Employer Branding“, „Innovation Management“ und „Sales“ beleuchtet. Jeder Teil endet dabei mit einem knackigen Fazit, das die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst. Noch wichtiger ist hier aber die exzellente Auswahl an Beispielen aus der Praxis. Dies gilt nicht nur für die sogenannten Best-Practice-Beispiele in diesen Abschnitten, sondern für alle Beispiele in dem Buch. Es sind nämlich nicht nur die allseits bekannten und gerne zitierten Paradereferenzen der Big Player darunter, sondern sehr gut recherchierte Alternativen aus dem Feld der KMU. Ein weiterer Vorzug dieses Buches und ein wichtiger Aspekt im Hinblick auf die angesprochene Leserschaft.

Bevor das Buch mit einem kurzen Blick in die Zukunft in Kapitel zwölf endet, befassen sich Aßmann und Röbbeln in Kapitel elf ausführlich mit dem Thema Monitoring. Der Umfang dieses Abschnitts zeigt deutlich den Stellenwert, den die Autoren der Analyse der Social-Media-Kommunikation beimessen. Damit liegen sie goldrichtig, stellt sich doch gerade bei kleineren Unternehmungen noch mehr die Frage nach Rentabilität, Kosten und Nutzen. Und so ist die Kenntnis der Analysemöglichkeiten und der geeigneten Tools, um bestmögliche Ergebnisse aus dem eigenen Social-Media-Einsatz zu erhalten, wertvoll.

Fazit

„Social Media für Unternehmen“ ist ein hervorragendes Buch. Auch dem Versprechen im Untertitel, das Praxisbuch für KMU zu sein, wird es gerecht. Die Autoren schaffen das vor allem durch die präzise, direkte und ehrliche Sprache, durch die außergewöhnlich gute Auswahl passender Beispiele, durch den inhaltlichen Fokus auf Aspekte, die für KMU und andere Unternehmungen vergleichbarer Größe (Verbände, Vereine etc.) von besonderem Interesse sind und durch sinnvolle Hilfestellungen, worauf zum Beispiel bei einer etwaigen Ausgliederung an externe Dienstleister zu achten ist.

Das Buch ist ein idealer Begleiter für jeden, der Social Media im Unternehmen neu einsetzen möchte. Gleichzeitig ist es ein großartiger Werkzeugkasten für jede Unternehmung, die bereits im Social Web präsent, aber noch weit von einer gewinnbringenden Umsetzung entfernt ist. Diesen KMU, Vereinen, Verbänden und auch Selbständigen möchte der Rezensent zurufen: Kauft dieses Buch!

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