Social Media Marketing: Die 12 größten Fehler in Startups
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Social Media sind längst nicht mehr nur Medium zu privaten Kommunikation. Sie sind auch für Unternehmen in den letzten Jahren ein wichtiges Instrument im Marketing Mix geworden. Besonders für Startups kann die Präsentation des eigenen Angebots in sozialen Medien nicht nur einen starken Branding-Effekt haben, sondern auch zu Leads führen. Gerade als Neuling im Business und im Social Media Marketing kann ein Startup auch schnell Fehler machen.

Nach dem Motto: „Keine Zeit und kein Geld“ werden oft Prioritäten falsch gesetzt und nur halbherzig in Facebook und Co. investiert.

Die häufigsten Fehler im Social Media Marketing

In diesem Beitrag werden die größten Fehler und Irrtümer zu Beginn einer Social-Media-Marketing Kampagne beschrieben und Empfehlungen für Entscheider in Startups gegeben, wie diese vermieden werden können.

  1. Social Media? Brauchen wir nicht!

    Keine Präsenz in sozialen Medien aufzubauen, ist wohl der größte Fehler, den man begehen kann. In der heutigen Zeit bewegt sich alles im Internet und im mobilen Netz. Es gibt keine bessere Möglichkeit, mit Kunden in Kontakt zu treten und sie den ganzen Tag im Büro, auf dem Smartphone oder Tablet zu begleiten. Egal ob B2C oder B2B.

  2. Welche Kanäle? Na ALLE!

    Zu viele Kanäle für sein Unternehmen auszuwählen, ist sicher der falsche und ein sicherer Weg in Sachen Social Media zu scheitern. Bei der Auswahl der Medien sollte unbedingt die verfügbare Kapazität im Unternehmen beachtet werden. Lieber nur mit zwei bis drei Medien beginnen und ein paar Wochen testen. Es wird oft mehr Zeit zum Managen der Kanäle benötigt als vorher gedacht. Besonders wichtig bei der Wahl des Mediums ist die eigene Zielgruppe. Fragt euch immer, ob diese im Medium auch aktiv ist und wo Ihr sie am besten erreichen könnt.

  3. Lasst uns einen Praktikanten einstellen!

    Da ist schon der nächste Fehler. Wie eben erwähnt, ist der Aufwand für Social Media und besonders für das Community Management nicht gerade gering. Insbesondere zu Beginn der Social-Media-Aktivitäten solltet Ihr viel Zeit einplanen, um neue Fans/Follower zu akquirieren und mit Werbekampagnen und Kooperationen auf euch aufmerksam zu machen. Und das erfordert einen erfahrenen Social Media Manager, der euer Produkt oder Eure Dienstleitung von Anfang an optimal präsentiert. Denn Ihr wollt doch mit Social Media auch etwas erreichen oder? 

  4. Was wir erreichen wollen? Hm, mal schauen…

    Eine fehlende Strategie für das Social Media Marketing ist ein Fehler, der häufig in Unternehmen gemacht wird. Klar kann man einfach mal anfangen und beobachten, was passiert. Das ist aber alles andere als zielführend und verbraucht nur unnötige Kapazitäten, die im Endeffekt keinen positiven Einfluss auf das Betriebsergebnis oder die eigene Markenstärke haben. Überlegt Euch vorher konkret, was Ihr erreichen wollt. Bekanntheit steigern, Abverkauf fördern oder Kundenservice anbieten, sind nur einige der Möglichkeiten, einen strategischen Fokus zu legen.

  5. Aber wir verfolgen unsere Strategie doch schon seit drei Jahren so!?

    „Stillstand ist Rückschritt“ gilt auch in diesem Fall. Eine einmal festgelegte Strategie ist keinesfalls in Stein gemeißelt, sondern sollte sich genauso dynamisch anpassen, wie die sozialen Medien selbst. Auch das Kundenverhalten oder Erwartungen an den Service des Unternehmens können sich ändern. Daher ist es wichtig, immer an der Strategie zu arbeiten und sich dem Markt anzupassen, um langfristig erfolgreich zu sein. Faktoren, die eine Anpassung der bisherigen Aktivitäten erfordern, sind beispielsweise neue Medien zur Erweiterung der eigenen Präsenz, Veränderungen in bestehenden Medien (z.B. eine Veränderung des Newsfeeds bei Facebook) oder die Veränderung des eigenen Produktangebots und der Unternehmensstrategie. 

  6. Aktionismus, egal wie!

    Werbeaktionen ohne Sinn und Verstand zu betreiben, ist nicht zielführend. Wichtig ist hierbei, zu beachten, dass Kampagnen über mehrere Social-Media-Kanäle hinweg durchgeführt werden. Stimmt also Werbekampagnen auf Eurer Webseite oder am POS mit Euren Kampagnen auf verschiedenen sozialen Medien ab, um eine stringente Message zu verbreiten. Die Werbewirkung ist größer, wenn die gleiche Botschaft über mehrere Kanäle aufgenommen wird. 

  7. Wir brauchen 50.000 Fans in einem Monat!

    Wer hat eigentlich das Gerücht gestreut, dass viele Fans oder Follower auch gut für das Geschäft sind? Hier sollte unbedingt zwischen einer kritischen Masse an Fans und dem Mehrwert einer großen Anzahl an Fans unterschieden werden. Zu Beginn ist es sicher wichtig, schnell eine Fanbasis aufzubauen, da eine bestimmte Anzahl an Fans auch ein seriöses und ernstzunehmendes Image vermittelt. Allerdings ist es noch viel wichtiger, auf eine hohe Interaktionsrate der Fans zu achten. Denn was bringen 50.000 Fans, wenn davon nur 100 aktiv sind und mit der Marke interagieren? Eure Interaktionsrate (Verhältnis von „Personen, die über Euch sprechen“ zur Anzahl der Fans) sollte im Idealfall zwischen vier und sechs Prozent liegen. Je höher, desto besser! 

  8. Lasst uns Fans kaufen!

    Wie schon erwähnt, ist der Aufbau einer Fanbasis zu Beginn sehr wichtig. Allerdings solltet Ihr dabei nicht auf Fankauf über dubiose Agenturen setzen. Dabei bekommt Ihr meistens Fans, die vermutlich nicht mal aus Eurem Zielland stammen, nicht Eure Sprache sprechen, nicht am Produkt interessiert sind oder im schlimmsten Fall nur inaktive Fakeprofile sind. Also lieber Finger weg und Fans durch gezielte Marketingkampagnen mit zielgruppenorientiertem Targeting gewinnen. So geht Ihr sicher, dass Eure Fans und Follower mit Euch und dem Produkt langfristig interagieren. 

  9. Heute posten wir Katzen, morgen ein Baby und übermorgen gibt’s ein Gewinnspiel…

    Ja, es stimmt. Bilder von Katzen, Hunden und Kleinkindern sprechen unsere Emotionen an und bekommen dadurch natürlich mehr Aufmerksamkeit und Reichweite – kurzfristig. Auch Gewinnspiele mit Fangate erfreuen sich großer Beliebtheit. Diese Beiträge sind auch nicht grundsätzlich verboten. Allerdings ist zu empfehlen, diese nur in Maßen einzusetzen. In der Regel haben sie nur eine kurzfristige Wirkung und Ihr sprecht nicht unbedingt die Zielgruppe an, die Ihr erreichen wollt. Wenn Leads und Conversions Eure Ziele sind, dann profitiert Ihr von Gewinnspieljägern und Katzenliebhabern leider nicht. Hier gilt: Fokus auf die Zielgruppe und erstellt Eure Beiträge für die richtigen Fans.

  10. Facebook und Co. sind ein einseitiges Megaphon

    Social-Media-Kommunikation ist kein Monolog, sondern immer ein Dialog. Genau aus diesem Grund sind es eben auch soziale Medien. Wir bauen Beziehungen zu unseren Kunden und potenziellen Kunden auf, präsentieren unsere Produkte und tauschen uns mit unseren Fans aktiv darüber aus. Viele Fanseiten nutzen nur die einseitige Kommunikation und bombardieren die Follower mit Informationen, ohne auch deren Meinung zu beachten und vor allem wertzuschätzen. Gebt ihnen das Gefühl, dass Ihr Euch über jeden Tweet, jeden Kommentar und auch Kritik freut. Stellt Ihnen Fragen und fordert sie gezielt zu Handlungen auf. Eure Fans werden es Euch mit Interaktionen danken. 

  11. Negative Beiträge werden ignoriert oder gelöscht

    Diesen Fehler solltet Ihr auf keinen Fall machen. Wenn eine Person Kritik äußert, Fragen stellt oder sich beschwert, will sie auch gerne eine Antwort oder Lösung hören. Hier ist unbedingt zu empfehlen, auf die Kritik einzugehen, eine Lösung anzubieten und der Person zu verdeutlichen, dass Ihr die Meinung aufnehmt und wertschätzt. Tut Ihr es nicht, verliert Ihr sicher diesen einen Fan, aber vielleicht auch noch andere, wenn dieser die negative Erfahrung weiterträgt. 

  12. Facebook ist ein Verkaufskanal

    Das ist ein Irrtum, den auch manche Marketing Manager noch in ihren Köpfen haben. Wer versucht, sein Produkt aggressiv über Social Media zu verkaufen, wird damit kaum Erfolg haben, sondern geht Gefahr, seine Fans sogar zu vergraulen. Das heißt im Umkehrschluss zwar nicht, dass es unmöglich ist, über Facebook und andere Kanäle die Conversions zu steigern. Aber Ihr solltet es sehr geschickt und indirekt angehen. Legt Euer Hauptaugenmerk lieber auf den Mehrwert für Eure Fans. Bietet ihnen zusätzliche Produktinformationen und gebt ihnen Einblicke in Eurer Unternehmen.

Das Potenzial von Social Media für Startups ist groß. Ohne riesige Werbeausgaben bieten die sozialen Medien eine Möglichkeit zur direkten Kommunikation mit Kunden und solchen, die es noch werden sollen. Nirgendwo sonst haben Fans die Chance, einer Marke so nah zu sein und sie im Tagesgeschäft zu begleiten. Und genauso haben Startups die Chance, ihren Fans zuzuhören und Erwartungen und Wünsche aufzunehmen. Nutzt Social Media also, um Kontakt aufzunehmen, Kundenbeziehungen zu pflegen und mit zusätzlichen Informationen einen Mehrwert für den Kunden zu schaffen. Erzählt Eure Geschichte und lasst Menschen an Eurem Arbeitsalltag teilnehmen. Dann kommen die Conversions fast von alleine.

Aufmacherbild: Social media,social network concept von Shutterstock/ Urheberrecht nopporn

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