Social-Media-Strategie im Business-Umfeld [webinale 2014]
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Achim Himmelreich ist Diplom-Kaufmann, arbeitet seit 2006 bei Mücke, Sturm & Company GmbH und ist Vizepräsident des Bundesverbands der Digitalen Wirtschaft (BVDW). In seiner Tätigkeit konzentriert er sich besonders auf die Felder E-und M-Commerce sowie Social Media.

Auf der diesjährigen webinale, die am heutigen Mittwoch, dem 4. Juni, ihren Abschluss findet, hat er einen spannenden Vortrag mit dem Namen: „Die Transformation zum Social Business – Erfolgsfaktoren und Strategien. Ergebnisse einer Studie zum Thema „Unternehmen auf dem Weg ins Social Web“ gehalten. Die wichtigsten Thesen fassen wir hier für Euch zusammen.

Social Media Kampagnen als wichtiges Marketinginstrument

Social Media haben sich mittlerweile zum festen Bestandteil der Unternehmenskommunikation entwickelt. Diese Entwicklung verdanken wir der veränderten Mediennutzung im Web 2.0 und dem Vormarsch mobiler Geräte. Dank Smartphones hat sich eine regelrechte Revolution vollzogen. Diese erlauben dem User den ständigen Zugriff auf die Social-Media-Plattformen – immer und überall. Ein kurzer Blick in das Facebook-Newsfeed, bevor das Licht ausgemacht wird, morgens schnell noch die Tweets überfliegen, um auf dem neusten Stand zu sein – das alles gehört für viele Menschen selbstverständlich dazu.

Viele Unternehmen entdecken für sich die Kraft und Reichweite der sozialen Netzwerke und erstellen dort ihre Fan-Seiten, in der Hoffnung, die Markenbekanntheit zu steigern und für mehr Fans zu sorgen. Irgendwann kommt die Frage auf: Wie kann der Erfolg des Social-Media-Auftritts und der finanzielle Nutzen für die Firma gemessen werden? Und vor allem: welche Fehler gilt es zu vermeiden?

Klare Social-Media-Strategie ist ein Muss

Damit der Social-Media-Auftritt tatsächlich zu einem nachhaltigen Erfolg wird, muss das Unternehmen von vorne rein eine klare Strategie verfolgen. Denn durch die Integration von Social Media wenden sich Unternehmen hin zum Social-Business, das einer sorgfältigen Planung und Durchführung bedarf.

Achim Himmelreich hat in seinem Vortrag aufgezeigt, welche Faktoren für den nachhaltigen Erfolg von Social Media maßgeblich sind. Seine Erkenntnisse basieren auf den Ergebnissen einer durch die Universität St. Gallen in Kooperation mit Mücke, Sturm & Company durchgeführten Studie zum Thema „Unternehmen auf dem Weg ins Social Web“. Die kompletten Ergebnisse der Studie werden im Sommer 2014 veröffentlicht. 

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Die Ergebnisse der Studie haben deutlich gezeigt, dass der Social-Media-Bereich von den meisten Unternehmen zwar als wichtig anerkannt wird, aber viele trotzdem noch nicht aktiv genug sind. Die Erkenntnis ist also da, doch das Know-How, wie man den Social-Media-Auftritt strategisch aufbaut und betreut, ist nicht immer vorhanden.

Zielgruppe des Social-Media-Auftritts

Aus Unternehmenssicht soll sich die Social-Media-Präsenz vor allem an Kunden (64 Prozent der Befragten), neue Mitarbeiter (52 Prozent) und eigene Mitarbeiter (40 Prozent) richten. Aber auch andere Zielgruppen sollen angesprochen werden. Die Studie zeigt, dass soziale Plattformen als Zugang zu multiplen Zielgruppen angesehen werden.

Ziele der Social-Media-Performance

Unternehmen, die Social Web für sich entdecken, wollen unter anderem die digitale Relevanz steigern (76 Prozent), Kundenbindung stärken (68 Prozent), neue Mitarbeiter gewinnen (62 Prozent) und Kundenzufriedenheit steigern (52 Prozent). Auch hier zeichnet sich der Trend zu multiplen Zielverfolgung

Kunden dort abholen, wo die schon sind

Der Fokus der meisten Unternehmen im Social Web liegt vor allem auf der Sichtbarkeit und Steigerung der Reichweite. Man geht dahin, wo die Kunden schon sind und versucht, sie dort abzuholen.

Erkenntnis ist da, es scheitert an der Implementierung

Halten wir noch einmal fest: Die Erkenntnis, dass Social Media im Business-Kontext durchaus Sinn machen, ist da. Doch trotz der enormen Relevanz von Facebook und Co. und dem vorhandenen Bewusstsein dafür, offenbaren sich bei der Implementierung und Bewertung von Social-Media-Strategien noch deutliche Defizite.

Die Studie zeigt, dass 35 Prozent der Befragten die Social-Media-Strategie „überwiegend nicht“ in unternehmerische Kernprozesse integrieren. Weitere 36 Prozent der Teilnehmer erzielen „überwiegend keinen“ messbaren Beitrag zu den Unternehmenszielen über Social Media. Über 20 Prozent der Befragten haben die beiden Fragen mit einem beunruhigendem „gar nicht“ beantwortet.

Unternehmensziel: Differenzierte Wettbewerbsstrategie und dynamisches Wettbewerbsumfeld

Während Unternehmen die Umsetzung der Social-Media-Strategien oft noch lernen müssen, erkennen 47 Prozent der Befragten, dass eine differenzierte Wettbewerbsstrategie sowie ein dynamisches Wettbewerbsumfeld (35 Prozent) zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren gehören.

Genau in diesen Feldern bieten Social Media sehr viele Vorteile. Hier können Unternehmen in direkter Interaktion mit Fans und (potenziellen) Kunden sich von den Wettbewerbern abheben und dynamisch sowie unmittelbar auf Veränderungen reagieren.

Social Media auf die CEO-Agenda 

Die Umsetzung der Social-Media-Strategien ist bei vielen Unternehmen noch nicht ausgereift, da es eine andere Art von Kommunikation verlangt. Die Top-Management-Etagen müssen ihr Denken verändern und Social Media als integralen Teil der Unternehmensstrategie wahrnehmen. Das unternehmerische Denken muss der Dynamik sozialer Netzwerke angepasst werden. Denn im Social Web regiert ständige Veränderung statt statischer Strukturen.

Social-Media-Strategie ist ein Thema mit großer strategischer Tragweite und gehört somit auf die CEO-Agenda. Denn nur so können langfristige strategische Fragestellungen beantwortet und das volle Potenzial sozialer Netzwerke ausgeschöpft werden. 

 

Aufmacherbild: Social media,social network concept von Shutterstock/ nopporn

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