Social-Media-Urteil: Lizenzprobleme für Blogger
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Ein Urteil des Landgerichts Frankfurt am Main nimmt Blog-Betreiber in die Pflicht. Geschütztes Bild- oder Textmaterial ohne entsprechende Lizenz über den Teilen-Button von Facebook zu integrieren, könnte künftig vermehrt zu Urheberrechtsstreitigkeiten führen. Blogger sollten sich also vor dem Einbinden Gedanken machen, ob sie die jeweiligen Stockfotos überhaupt für Social-Media-Kanäle verwenden dürfen. Missachtete oder schlicht übersehene Lizenzvorgaben könnten zur Abmahnung und Regressansprüchen der Lizenzinhaber führen. Demgegenüber räumt das Urteil Facebook-Nutzern mehr Rechte ein.

Blogger müssen aufpassen, Facebook-User können durchatmen

Die Richter (Az. 2-03 S 2/14) urteilten, dass lediglich das Anbieten des Teilen-Knopfs nicht zur Übernahme von fremden Texten oder Bildern auf der eigenen Internetseite berechtigt. Facebook-Nutzer, die allerdings einen Beitrag über den Share-Button eines Blogs in ihrem eigenen News-Feed posten, können hingegen nicht belangt werden, wenn die Inhalte lizenzpflichtig sind. Hierfür muss allerdings der reguläre Button verwendet werden, nicht allein der Link. Verantwortlich bleibt dann der Blog-Betreiber.

Genau auf die Lizenzvereinbarung der Inhalte vor dem Einbinden achten

Stockfotos aus Datenbanken haben meist sehr eingeschränkte Nutzungsrechte, die eine genaue  Verwendung der Inhalte vorschreiben. Wer diese ohne Zustimmung beziehungsweise Lizenz auf seiner Seite verwendet, läuft Gefahr vom Lizenzinhaber abgemahnt zu werden. Dass man beim Spreaden nicht immer gleich weiß, welche Bilder wie lizensiert werden, macht das Einbinden mitunter recht tückisch – denn manchmal scheint es Methode zu haben, dass Lizenzinhaber bewusst nach unberechtigten Einbindungen suchen, um gerichtlich höhere Regressansprüche geltend zu machen. 

Urteil gilt für alle Social Media Netzwerke 

Das Urteil zur Einbindung über eine Teilen-Funktion gilt auch für soziale Netzwerke wie Twitter, Pinterest oder Google+. Blogger und Seitenbetreiber sollten sich also nachträglich wie auch in Zukunft genau überlegen, welche Inhalte sie zum Teilen anbieten, sofern die erworbenen Lizenzrechte nicht für Social Media ausreichen.  

 

Aufmacherbild: Judge gavel button on keyboard with soft focus via Shutterstock / Urheberrecht: dencg

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