Social TV – der Kampf hat begonnen [Infografik]
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Social TV begleitet uns jetzt schon eine Weile als „der kommende Trend“. Unter Social TV versteht man Technologien und Kommunikationsmedien, die eine soziale Interaktion zwischen Zuschauern und Programminhalten fördern. Diese Interaktion läuft in der Regel über den sogenannten Second Screen, also Smartphones, Tablets oder Smart TVs ab. In Echtzeit wird auf Facebook über im TV laufende Sportereignisse diskutiert oder auf Twitter die Ermittlungen von Tatort-Kommissaren kritisch beäugt. Aber auch der Abruf zusätzlicher Informationen zum TV-Programm oder das direkte Bestellen von vorgestellten Produkten gehört zum Bereich Social TV.

Inzwischen gibt es eine Reihe von Startups wie tweekzapitano, Wywy oder couchfunk, die sich auf den Social TV Markt spezialisiert haben. Aus den USA erreichten uns Ende letzten Jahres Meldungen , wonach das Analystenhaus Nielsen will in Kooperation mit Twitter ein System entwickeln will, das die Quoten von Social TV messen soll, um die zusätzliche Werbekraft der sozialen Medien messen zu können.

Trotz all dieser Entwicklungen wird speziell hierzulande den Eindruck nicht los, dass das soziale Fernsehen nicht so richtig aus den Puschen kommt. Unterstrichen wird dies durch die Tatsache, dass es auf Wikipedia zwar Einträge für den Begriff auf Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch gibt, aber keinen auf Deutsch.

Die Unternehmensberater von A.T. Kearney haben das weite Feld des Social TV einmal aus der Consulting-Perspektive analysiert. Ihre Ergebnisse visualisiert eine Infografik. Zum einen wird die Entwicklung des Fernsehens hin zum „Durchbruch“ von Social TV skizziert und dem Betrachter die „Evolution des Zuschauererlebnisses“ vor Augen geführt. Doch abseits dieses Promotion-Ansatzes und prognostizierten Werbeumsatzzahlen zeigt die Infografik auch zukünftige Konflikte im Bereich Social TV auf. Denn man darf sich tatsächlich darauf gefasst machen, dass in den nächsten Jahren zwischen den relevanten Marktakteuren ein Kampf um die Kontrolle über das User Interface ausgetragen wird. Diesen Kampf fechten Hersteller (von Smart TVs) und Telekom-/Kabelanbieter (Anbieter von IPTV bzw. Set-Top-Boxen) untereinander aus. Gleichzeitig konkurrieren nicht mehr nur die herkömmlichen TV-Sender um den Erwerb von Medienrechten, sondern es kommen neue Player hinzu: Internetsender und Internetvideoportale.

Um auf diese Marktauseinandersetzungen reagieren zu können, sollten TV-Programmanbieter und Fernsehsender die Gründung oder die Unterstützung von eigenen Social Media Startups, die Entwicklung von eigenen Apps für Second Screens oder die verstärkte Kooperation mit anderen Marktteilnehmern in Betracht ziehen. Ansonsten droht laut A.T. Kearney ein eklatanter Umsatzrückgang.

A.T. Kearney Social TV InfografikBildquelle: A.T. Kearney

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