Spielertypen – Jeder Nutzer folgt einem anderen Antrieb
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Grundsätzlich werden in der Gamification vier verschiedene Spielertypen unterschieden. Diese vier Typen, Achiever, Socializer, Killer und Explorer (Die Bartle-Klassen http://de.wikipedia.org/wiki/Bartle-Test) nutzen Anwendungen, um bestimmte intrinsische und extrinsische Ziele zu erreichen. Grundsätzlich verbindet diese Spielertypen aber die gleiche Motivation – ein Ziel , erreichen. Da bekanntlich der Weg das Ziel ist, muss dieser für die einzelnen Spielertypen abgestimmt werden. Denn jeder Spielertyp folgt anderen reizen und wird anders motiviert.

Achiever 

Der Achiever-Typus zeichnet sich dadurch aus, dass er versucht, sämtliche Inhalte in einem Programm oder Produkt bestmöglich zu verstehen und anzuwenden. Hierdurch entwickelt der Achiever ein enormes Wissen bzw. lernt er schnell Produkte optimal einzusetzen. Zudem zeigt der Achiever dieses gerne und teilt seinen Status mit anderen. Um diesen Typus korrekt anzusprechen, bedarf es einer kontinuierlichen Anpassung des Spiels. Sei es das in dem Prozess neue Herausforderungen implementiert werden oder sich gar neue Bereiche ergeben. Gerne wird hierzu ein Level-System oder ein Ranking eingefügt, an dem sich die verschiedenen Spieler messen können.

Ein Praxisbeispiel:

Bei der PAYBACK Likes Lounge werden regelmäßig neue Spielaufgaben (genannt Missionen) den Nutzern zur Verfügung gestellt. Diese können meist durch Nutzung des Bonusprogramms erfüllt werden. Als Belohnung erhält der Nutzer einen Badge. ein Badge ist vergleichbar mit einem virtuellen Pfadfinderabzeichen. Ferner gibt es in der PAYBACK Likes Lounge auch noch ein Leaderboard, das Friendsranking genannt wird. Hier werden unter allen Spielern  am Ende des Monats sieben Sieger ermittelt und diese erhalten dann einen besonderen Badge und einen monetären Gewinn.

Zusammenfassend lässt sich sagen, der Achiever-Typus ist die Kategorie Spieler, die die Produkte oder Dienstleistungen sehr gut verstehen und dieses gerne anderen zeigen. Sie sind oftmals die „heavy user“ und identifizieren sich mit der Marke oder dem Produkt. Sie verbleiben meist lange bei einer Anwendung, solange diese weitere interessante Inhalte liefert.

Socializer

Dem Socializer-Typus hingegen geht es um andere Spiel-Mechanismen. Dieser ist eher daran interessiert, mit anderen Spielern in Kontakt zu treten und sich auszutauschen. Der Socializer verzichtet auch auf eine Belohnung, wenn er dadurch der Gruppe bzw. anderen Spielern weiterhelfen kann.  Auch dieser Typus weist eine entsprechende Kenntnis von Produkten und Dienstleistungen auf, wenn der Spielbereich auf diesen Typus abgestimmt ist. Oftmals findet man Socializer in „Support Foren“, in Hilfebereichen oder im Kommentarbereich auf Webseiten. Zum einen kann der Socializer hier „helfen“ indem er in direkten Kontakt mit den anderen Nutzern tritt, als auch seine Produktkenntnis präsentieren. Somit erarbeitet er sich einen Stellenwert unter den Nutzern.

Die Incentivierung des Socializer-Typus könnte in dem Fall „Support  Foren“ die folgende seien. Hier bietet es sich an, dem Nutzer zu allererst mit ausreichenden Informationen rund um das Produkt zu versorgen, so dass er überhaupt in der Lage ist anderen Nutzern zu helfen. Eine weitere Stufe könnte sein, dass der Nutzer exklusive Unterlagen über Produkte z.B. Neuentwicklungen erhält, um diese mit anderen Nutzern zu teilen. Er erhält somit die Anerkennung vom Unternehmen als auch von den Nutzern was ihn in einen besonderen Status erhebt. 

Zusammenfassend bietet der Socializer-Typus eine Menge für Unternehmen, sei es das die Support-Kosten gesenkt und/oder Markenbotschafter gewonnen werden. 

Explorer

Dem Explorer-Typus ist es wichtig, alles entdecken zu können. Er ist daran interessiert das zu tun, was vom Prozess nicht direkt vorgesehen ist. Klare Strukturen und strikte Anweisungen schrecken ihn ab und sorgen dafür dass er schnell die Lust verliert.

Gerade diese Entdeckungen und der Moment des nicht vorhersehbaren machen für ihn den Reiz aus. Er wird sich daher eher mit den, aus Unternehmenssicht, nicht zielführenden Wegen befassen. Aber gerade diese Wege müssen auch zu einem Ergebnis führen. Der Explorer benötigt, wie alle anderen Spieler-Typen auch eine Bestätigung.

Ein Praxisbeispiel:

Die Anwendung Foursquare ist auf den Explorer-Typus ausgelegt und lädt die Nutzer zum Entdecken ein. Gleichzeitig verfügt sich darüber hinaus auch noch über Badges. Diese sind nicht genau beschrieben, so dass sich hier Rätseln lässt wie sie erfüllt werden können. Gleichzeitig ist die Lösung recht naheliegend, wenn man die Anwendung nutzt.

Das Beispiel Foursquare zeigt darüber hinaus auch sehr gut, das Explorer nicht unberechenbar sind.

Abschließend lässt sich noch sagen, dass der Explorer-Typus von den Spieler-Typen der außergewöhnlichste ist und gleichzeitig eine ganz neue Blickweise auf den eigenen Geschäftsprozess ermöglicht. 

Killer

Der Killer-Typus identifiziert sich mit dem Besiegen anderer Spieler. Hierbei ist für ihn wichtig, dass er durch den Sieg einen Vorteil oder der Mitspieler ein Nachteil erleidet. Diese Siege teilt er gerne mit anderen und zeigt bzw. definiert seinen Erfolg darüber.

Leaderboards bieten sich hierbei an um dem Typus die Bühne für seine Erfolge zu geben und ihn so zu motivieren, weiterhin die Anwendung zu nutzen. Um den Typus erfolgreich in die Gamification-Strategie zu integrieren ist es wichtig die spielerischen Inhalte mit den Produkt/ Dienstleistungsinhalten zu verknüpfen.

Der Killer-Typus ist für mich persönlich der am schwierigsten integrierbare Typus. Dieser lässt sich schlecht, bis gar nicht mit den anderen Spielertypen (Socializer) verbinden. Die Gegensätze sind hier einfach zu groß.

Generell ist für Unternehmen wichtig, zu allererst einmal herauszufinden welcher Spielertypus in der Zielgruppe am stärksten vertreten ist.

Die Spieler-Typen sind darüber hinaus nicht absolut, so dass ein Achiever auch gerne anderen Menschen helfen kann. Somit ist eine Kombination bzw. Überschneidung aus mehreren Spieler-Typen durchaus möglich und sollte unbedingt bei der Planung einer Gamification-Strategie beachtet. Oftmals lassen sich Mechaniken miteinander verbinden, so dass hier ein Synergie-Effekt genutzt werden kann.

Um einen Spieler-Typus in der Zielgruppe bestimmen zu können, müssen Informationen über die Zielgruppe eingeholt werden. Hierzu bieten sich z.B. Facebook Kampagnen Apps an. Diese sind meist zeitlich begrenzt und zeigen über die Art der Nutzung welcher Spielertypus sich hinter meinen Fans verbirgt. Selbstverständlich entsprechen meine Facebook Fans nicht immer meinen eigentlichen Kunden, jedoch sind dies schon Personen die an der Marke oder dem Produkt interessiert sind.

 

Als nächstes Thema in der Gamification-Serie: Mit welchen Mechaniken kann ich den Achiever Erfolgreich ansprechen?

 

 

Aufmacherbild: oldshool robo texture

 via Shutterstock / Urheberrecht: lucekk

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