Spotify plant kostenlose Mobile-Version
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Medienberichten zufolge plant Spotify eine kostenlose Version seines Musik-Streaming-Dienstes für mobile Geräte. Laut dem Wall Street Journal soll das mobile Gratis-Angebot ebenso wie die Desktop-Variante allerdings durch Werbeeinblendungen unterbrochen werden.

Quellen des WSJ behaupten, dass der schwedische Streaming-Dienst Lizenzverträge mit den drei wichtigsten weltweit agierenden Musik-Labels – Warner Music Group, Universal Music und Sony Music Entertainment – geschlossen habe. Neben den Tantiemen, die für das Abspielen von Songs gezahlt werden müssen, ging es in den Verhandlungen offenbar auch darum, wie viel Freiheit User bei der Auswahl der Musik über mobile Geräte haben. Denn offensichtlich werden Nutzer, die den kostenlosen Mobile-Streaming-Dienst in Anspruch nehmen, sich nur eine gewisse Anzahl von Songs selbst aussuchen dürfen. Ist das „on demand“-Guthaben aufgebraucht, bekommt man eine von Spotify generierte Musikauswahl serviert – auf Basis des persönlichen Musikgeschmacks. Mit dieser Einschränkung wäre das neue Angebot vom Prinzip den Angeboten von last.fm oder Pandora sehr ähnlich. Und dass sich Spotify-Streaming auf diese Art merkbar auf das persönliche Datenvolumen auswirken kann, ist klar. Nutzt man via Smartphone regelmäßig das Angebot, schnellt der Verbrauch in die Höhe.

Darüber hinaus muss man sich fragen, ob diese Gratis-Pläne Einfluss auf das Geschäftsmodell der Telekom haben. Denn schließlich bietet man beim Rosa Riesen eine kostenpflichtige Spotify-Music-Flat an (9,95 Euro), die das gebuchte Datenvolumen nicht belastet. Hier lest Ihr einen Erfahrungsbericht zu dem Angebot. Die Partnerschaft zwischen der Telekom und den Schweden könnte in Zukunft sogar noch ausgeweitet werden: Mitte Oktober wurde über einen Einstieg der Telekom bei den Schweden spekuliert.

Derzeit hat Spotify sechs Millionen zahlende Kunden und rund 20 Millionen aktive Nutzer weltweit. Allerdings wurden im August dieses Jahres beunruhigende Zahlen bekannt. Trotz Rekordumsätzen von 434,7 Millionen Euro 2012 konnten aufgrund hoher Kosten für Lizenzgebühren nichts als Verluste eingefahren werden. Schlimmer noch: Die Verluste steigerten sich zum Vorjahr von 45,4 auf 58,7 Millionen Euro.

Auf Desktop-Rechnern ist der Service schon länger kostenlos verfügbar. Für sechs Monate lässt sich dort, unterbrochen von Werbung, Musik hören. Nach den sechs Monaten bekommt man zu Beginn zehn Stunden Streaming-Guthaben, in jeder weiteren Woche erhält man 2,5 Stunden zusätzlich. Streaming-Guthaben, das man in einer Woche nicht verwendet, wird gespart – bis zu einem Maximalwert von zehn Stunden.

Es wird vermutet, dass die drei großen Musik-Labels daran interessiert sind, mit der Einführung des kostenlosen Mobile-Dienstes die Zahl der zahlenden Spotify-Mitglieder zu erhöhen – und zwar indem man die Zahl der Nutzer erhöht, die von einem kostenlosen Account auf den kostenpflichtigen Account wechseln. Derzeit liegt diese Konversion bei 20 Prozent. 

Erst kürzlich hat Spotify seine Jahresbilanz vorgestellt – auf einer eigens dafür konzipierten Website, die wir Euch aufgrund ihrer tollen Parallax-Effekte vorgestellt haben.

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