Standardisierung vs. Innovation
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Im Unternehmensumfeld hat man mit so einigen Paradoxien zu kämpfen. Ist man doch einem komlpexen System ausgesetzt, das stets auch vom kreativen Chaos beherrscht wird. Allerdings erfordert eine wirtschaftliche Unternehmung das Einhalten von Regeln und eine gewisse Kontinuität, um am Markt Stand zu halten. 

Ein Beispiel für ein Paradoxon im Unternhemensalltag ist beispielsweise die Kundenzufriedenheit und die Mitarbeiterzufriedenheit. Was davon ist wichtiger? Oder die Frage nach den Vorteilen der unternehmerischen Intuition oder trockener Analysen. Was sollte man eher für strategische Entscheidungen zu Rate ziehen? Denn eines ist klar: Eine 100-prozentige Sicherheit im Unternehmensumfeld ist nicht existent. 

Wie soll man folglich Entscheidungen treffen? Auf Basis von Fakten mit einer begrenzten Perspektive oder aus dem Bauch heraus? Immer wieder trifft man auf die sogenannte Quadratur des Kreises – ein schier unlösbares Problem, auf Widersprüche.

Ähnlich verhält es sich mit dem Wunsch nach oder dem Anspruch der Standardisierung und der Innovation. Standards sind eine einheitliche Form für verkörpertes Wissen, die dazu dienen sollen, allen Unternehmensbereichen eine effektivere Produkt- und Prozessentwicklung zu ermöglichen.

Innovation will Ideen in Unternehmenswerte transformieren und damit Wirtschaftlichkeit erreichen. Hier sei die weiche Innovation im Bereich der Unternehmenskultur oder Kommunikation genannt sowie die harte Innovation auf der Produkt-, Dienstleistungs-, Geschäftsmodell- oder Prozessebene.

Strebt die Standardisierung nach Gewinn auf Basis von Vereinfachung, fordert die Innovation auf der anderen Seite Profite durch Flexibilisierung und Diversifikation. Zwei völlig konträr zueinander stehende Perspektiven, die es in der heutigen Welt gilt zu verzahnen, um nicht vom Wettbewerb abgehängt zu werden.

Für Pearl Zhu, Autorin auf Future of CIO, ist das Umsetzen von Stardardisierung die Inside-the-Box-Denke, während die Innovation mit dem Denken Outside-the-Box gleichzusetzen ist. Unternehmen benötigen für einen wirtschaftlichen Erfolg ein ausgegliches Maß an beiden Denkweisen.

Denn in der Regel wollen Unternehmen Standards zur Etablierung von Kostenkontrolle, Komfort oder zur Kapitalisierung bisheriger Erfahrungen et cetera. Auf der anderen Seite ist jedes Unternehmen der Dynamik der Umwelt ausgesetzt, was bedeutet, dass es dynamsich auf geänderte Bedingungen auf Seiten der Kunden, Lieferanten oder Wettbewerber reagieren muss.

Standardisierung und Innovation müssen folglich auf zwei unterschiedlichen Ebenen ansetzen. Zum Einen bei dem neuen Produkt und zum Anderen bei den Prozessen, die bestehende Produkte betreffen. Um Gewinne zu generieren, müssen Kosten gesenkt werden. Hierzu dient die Standardisierung. Um Gewinne aus der Änderung der Kundenwahrnehmung und des mit dem Produkt verbundenen Wertes zu generieren, ist Innovation notwendig. 

Pearl schlägt ein 80:20 Verhältnis, vergleichbar mit dem goldenen Schnitt, als Richtwert vor. Wobei dieser Wert abhängig von der Unternehmenskultur, der Geschichte sowie der unternehmenseigenen Kompetenzen stark variieren kann.

Tatsche ist: Unternehmen brauchen heute Beides. Standards und Normen aber auch ein hohes Maß an Innovation(skraft). Daher ist es unabdingbar, Outside-the-Box zu denken, benchmarks fernab von den gewöhnlichen Wettbewerbern zu erstellen, eine Innovationskultur innerhalb des Unternehmens zu etablieren.

Die tatsächliche Herausforderung ist, das richtige Maß zu finden sowie wann und wo Standardisierung als auch Innovation am effektivsten einzusetzen sind. Eine scheinbare Quadratur des Kreises, allerdings nicht unlösbar. Wer sich traut, kann folgich nur gewinnen.

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