Startup bringt Herzschlag von Ungeborenen ins Netz – BabyWatch
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Ein ungeborenes Baby postet seine Herzfrequenz bei Facebook oder versendet seinen Herzschlag via Smartphone an den Vater, der gerade bei der Arbeit ist. Genaugenommen tut das die Mutter des Kindes mit BabyWatch – die Erfindung eines kroatischen Startups, dessen Innovation sich derzeit zu einem beliebten Social-Media-Gadget für schwangere Frauen entwickelt.

Vor mir sitzt Urška Sršen, Mitgründerin von BabyWatch. Wir befinden uns beim Berliner Accelerator Startupbootcamp, bei dem sich Urška und ihr Geschäftspartner seit einigen Monaten einen Arbeitsplatz eingerichtet haben. Mit ruhiger Stimme erklärt Urška das Gerät, ein kleiner weißer Plastikklumpen, der vor uns auf dem Tisch liegt. Mit der entsprechenden App zeichnet das Gerät die Herzfrequenz von ungeborenen Babys im Mutterleib auf und versendet diese dann zum Beispiel via E-Mail. Was mit diesen Daten genau passiert, entscheidet der Anwender.

„Manchmal wohnen zum Beispiel die zukünftigen Großeltern weit entfernt und können deshalb die Schwangerschaft nicht miterleben. Mit BabyWatch bekommen sie einen Eindruck über die Entwicklung des Babys. Es geht um Emotionen.“

Damit trifft Urška den Nerv von BabyWatch – es geht um Emotionen. Schließlich ist BabyWatch kein diagnostisches Tool für Ärzte – zumindest noch nicht, weitere Features sollen später folgen – irgendwann. Jetzt ginge es darum, Schwangeren ein Gadget an die Hand zu geben, das die Entwicklung des Babys greifbar macht. Mit dem sie das Erlebte visualisieren und mit ihrer Social-Media-Community teilen können.

„Moderne Mütter posten bereits Ultraschallbilder auf Social-Media-Plattformen. Mit BabyWatch können sie das auch mit der Herzfrequenz des Kindes tun – wenn sie es wollen.“,

sagt Urška mit einem Lächeln. Und was will das Baby? Nicht viel, schließlich ahnt es im wohlig-warmen Mutterleib nicht, dass seine Herzschläge auf Facebook, Twitter und Co. für Wogen der Entzückung sorgen. Noch nicht auf der Welt, nimmt es schon zwangsläufig am Social-Media-Zirkus seiner Eltern teil und zwar mit hochintimen, biometrischen Daten, gebe ich zu bedenken.

„Das stimmt, aber eine Herzfrequenz verrät nicht viel über das Baby. Auch wenn sie im Internet geteilt wird, ist es zunächst einmal eine anonyme Kurve, mehr nicht. Was mit den Aufzeichnungen passiert bleibt ja auch jedem selbst überlassen, unser Produkt ist zum Beispiel ein sehr beliebtes Geschenk bei Baby-Shower-Partys (eine traditionell amerikanische Baby-Party, gegen Ende der Schwangerschaft). Oft werden die gewonnenen Daten nur innerhalb des Familien- und Freundeskreises geteilt.“,

entgegnet Urška, sie hört diese Einwände nicht zum ersten Mal. Urška und Ihr Partner planen passend zum Produkt eine Online-Plattform, auf der sich Schwangere austauschen können. Eine BabyWatch Community soll aufgebaut und zusätzlich mit redaktionellem Content versorgt werden.

Der Werbefilm von BabyWatch fängt mit den Worten „Every Story has a beginning“ an. Die Social Media Story der BabyWatch-Babys beginnt früh:

BabyWatch from Inu on Vimeo.

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