Startup KIWI.KI will herkömmliche Schlüssel ersetzen
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Die Einkäufe in der einen Hand, die Post in der anderen und wo ist eigentlich der Haustürschlüssel? Die Antwort: Wie immer ganz unten in der Tasche – viel Spaß beim Wühlen! Diese nervige Alltags-Szene an der Haustür kennen viele von uns.

Das Startup KIWI.KI macht derzeit von sich reden, weil es den klassischen Schlüsselbund nicht nur für Normalverbraucher, sondern zum Beispiel auch für Briefträger ersetzen will. Christian Bogatu, Mitgründer von KIWI hat mit uns über KIWI.KI gesprochen.

WebMagazin: Erkläre uns doch bitte das Prinzip von KIWI, wie funktioniert Eure Idee?

Christian: KIWI ist ein automatischer Türöffner auf RFID-Basis sowie Smartphone- basiert, mit dem sich Haustüren per Funksignal sicher öffnen lassen. KIWI will den herkömmlichen Schlüssel ersetzen. Das Prinzip: KIWI öffnet Türen. Sicher, einfach, schnell und komfortabel. Auch aus weiterer Entfernung. Ohne Knöpfe, ohne Schlüssel.

WebMagazin: Wo steht Ihr bei der Entwicklung von KIWI gerade und wie finanziert Ihr Euch?

Christian: Das KIWI-Komplettsystem (Transponder, Türsensor und Gateway) ist marktreif und wird bereits seit eineinhalb Jahren in verschiedenen Pilotprojekten in Deutschland getestet, darunter bei der Allianz in München und der Deutschen Telekom in Berlin.

Gemeinsam mit der ALBA, dem größten privaten Abfallentsorger in Berlin, läuft ein Pilotprojekt mit 1.000 angeschlossenen Haushalten am Firmenstandort in Berlin. Mit der Deutschen Post E-Post haben wir eine exklusive Vertriebspartnerschaft für den Bereich Tür- und Zugangssysteme geschlossen. Unsere Startfinanzierung ist durch verschiedene Seed-Investments gesichert.

Aktuell als neuer Investor eingestiegen ist Shaun Abrahamson, Gründer von urban.us, einer Plattform für Startups aus den Bereichen Mobilität, nachhaltige Gebäude, Liefer- Dienstleistungen und öffentliche Hand.

WebMagazin: Was macht KIWI besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?


Christian: Obwohl im Bereich automatischer Zugangskontrollen bereits etliche Unternehmen aktiv sind, ist die von KIWI.KI entwickelte Kombination eines RFID-basierten Türöffners mit mobiler App bislang einzigartig. Zudem adressiert der Wettbewerb andere Zielgruppen:

Große Sicherheitstechnik-Anbieter wie Assa Abloy oder Honeywell richten sich an große Unternehmenskunden und KMUs. RFID-Control-Spezialisten wie SimonVoss fokussieren ebenfalls auf Unternehmenskunden und Startups wie Lockitron oder August richten sich an Besitzer von Einfamilienhäusern.

kiwi.ki

© KIWI.KI

WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzepts, wie verdient Ihr Geld?

Christian: KIWI richtet sich an Hausverwaltungen, Besitzer von Mehrfamilienhäusern, Dienstleister im Bereich Mehrfamilienhäuser, die öffentliche Hand, Unternehmen und Privathaushalte. Notdienste und Feuerwehr profitieren ebenfalls: Sie können bei Gefahrensituationen im Anschluss an den Notruf umgehend Zutritt zum Hausflur erhalten.

Wir setzen auf Partnerschaften mit Dienstleistern wie Abfallentsorgern oder Logistik- Unternehmen, die einen schnellen und einfachen Zugang zu Mehrfamilienhäusern brauchen. Die für die Installation von KIWI benötigte Infrastruktur wird von uns bereitgestellt und von unseren Partnern mitfinanziert. Sobald diese installiert ist, werden wir KIWI auch den privaten Haushalten anbieten. Natürlich können Privatpersonen schon heute KIWI bestellen – ganz unabhängig von unseren Geschäftspartnern.

WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von KIWI gekommen, und was habt Ihr vorher gemacht?

Christian: Angesichts der ständig wachsenden Anzahl von Türen, die wir tagtäglich öffnen müssen, sind neue Konzepte gefordert, die sowohl sicher wie effizient sein sollen. Als Ingenieure begeistern wir uns für smarte Technik, speziell die RFID-Technologie hat es uns angetan.

Die Idee, mit RFID einen komfortablen und sicheren Zutritt zu realisieren, der schwere Schlüsselbunde ein für alle Mal aufs Altenteil verbannt, lag für uns auf der Hand. Die hinter dem Produkt stehende Firma DooRFID / KIWI.kI wurde 2012 von Dr.-Ing. Claudia Nagel, Dr.-Ing. Christian Bogatu und Peter Dietrich gegründet.

Wir drei Gründer waren u.a. als McKinsey-Berater, Unternehmer und Sicherheitsspezialisten tätig und verfügen über langjährige Erfahrung in den Bereichen Hardware, Sicherheit, Logistik, Transportwesen und Unternehmensführung.

WebMagazin: Was sind Eure nächsten Meilensteine, und was wollt Ihr in den kommenden sechs Monaten erreichen?

Christian:Im Rahmen unseres ALBA-Piloten möchten wir einen möglichst hohen Anteil der privaten Haushalte, die wir ausstatten, von den Vorzügen des KIWI Systems überzeugen. Im nächsten Schritt wollen wir den Piloten in weitere Städte ausdehnen und auch international wachsen.

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