Startup Sharetribe: Online-Marktplatz gründen
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Das weltweit größte Internetauktionshaus Ebay hat das Flohmarktprinzip digital massentauglich gemacht und längst dutzende Nachahmer für Sammlerfreunde und spezielle Interessengruppen im Netz nach sich gezogen. Marktplätze wie Airbnb florieren und schlagen dem Fiskus ein Schnippchen.

Das Marktplatzprinzip in zwei Sätzen

Das Konzept ist denkbar einfach: Einer stellt einen Marktplatz für bestimmte Warengruppen zur Verfügung, auf dem sich Händler und Kunden tummeln und um Waren feilschen. Daran verdient der Marktplatzbetreiber durch „Ladenmieten“ oder Provisionen und Käufer und Verkäufer sind glücklich, weil der eine sich über sein Schnäppchen freut und der andere seinen Umsatz steigert. Im besten Fall profitieren alle Beteiligten und wollen den Markt ausbauen und wieder besuchen. Dieses Prinzip soll nun durch Sharetribe auch für angehende Marktbetreiber massentauglich werden.

Online-Marktplatz ohne Programmierkenntnisse aufbauen

Was für Ebay wohl ein Graus sein dürfte, bietet gewitzten Hobby-Unternehmern die Chance, abseits überfüllter und unübersichtlicher Community-Marktplätzen, ihr eigenes Ding an den Start zu bringen. Ein Marktplatz für Carrera- oder Eisbahn-Fans, eine Online-Second-Hand-Plattform für Hipster-Bekleidung oder ein Flohmarkt für Funsport-Artikel? Mit Sharetribe lassen sich Peer-to-peer Marktplätze zu allen erdenklichen Dingen ohne Entwicklerkenntnisse aufbauen – inklusive Bezahlfunktion und Anaylse-Tools.

Ein alternatives Geschäftsprinzip zu Ebay

Anders als Ebay berechnet das finnische Startup hierfür keine Provision für die einzelnen Verkäufe, sondern für die in Anspruchnahme der gesamten Plattform. Das Starter-Paket beginnt bei 39 US-Dollar fürs halbe Jahr und ist auf 300 Mitglieder beschränkt. Mehr Mitglieder-Kapazität und Service-Leistungen wie Support oder Mitglieder-Akquise kostet dementsprechend mehr.

Diese Features hat Sharetribe zu bieten

Die Transaktionen werden über PayPal geregelt, die Höhe der Fees kann jeder Marktbetreiber selbst bestimmen. Die Art des Marktplatzes kann den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden – Sammler wie auch Vermittler sollen hier ihre passende Oberfläche und Verwaltungsfunktion finden. Via Google Analytics lässt sich der Traffic des eigenen Marktplatzes einfach nachvollziehen. Suchfunktionen können ähnlich wie die bei ebay aufgebaut  werden. Spezielle Messenger-Funktionen für die Member sind ebenfalls integrierbar. Stellt sich nur noch die Frage, wo die Mitglieder herkommen?

Sharetribe erleichtert den Einstieg aber setzt auch Grenzen

Vor allem die Mitglieder-Akquise und Pflege dürfte jeden Neueinsteiger zunächst vor eine Herausforderung stellen. Sharetribe bietet hierfür Hilfe an, lässt sich dies aber auch entsprechend bezahlen. Wer aber ohnehin schon über seinen Blog, Twitter, einen Facebook Room, Spotify oder sonstwo seine Community um sich geschart hat, dürfte die Gründungshürde wohl leichter nehmen.

Der Weg zur Selbstständigkeit wird durch Sharetribe nochmals vereinfacht. Das Startup ermöglicht so gesehen Jedermann ein bedienungsfreundliches „Startup zweiten Grades“ in die Welt zu setzen. Ohne konkreten Business-Plan, Ehrgeiz und Durchhaltevermögen lässt sich aber auch hier viel Geld loswerden, bevor man am Geschäft seiner Mitglieder partizipieren kann. Und dass auch der Fiskus ab einem gewissen Umsatzvolumen ein Wörtchen mitreden möchte, dürfte manchen Hobby-Betreiber in Sachen Buchführung überfordern oder schlichtweg nerven. Trotz allem ist das Geschäftsmodell von Sharetribe für Anbieter wie Nutzer durchaus lukrativ und spannend.

 

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