Startup-Sommer: Kullo – verschlüsselte kommunikation in Zeiten von NSA und Co. – Interview mit Simon Warta
Kommentare

Während der Sommer Tausende in die Sonne lockt, arbeiten Startups an ihrer Unternehmensgründung, suchen Investoren, feilen an Ideen, an Monetarisierungsmodellen, und sie netzwerken was das Zeug hält. Die Serie Startup-Sommer stellt Unternehmensgründer und ihre Konzepte vor.

Heute sprechen wir mit Simon Warta, dem Mitgründer von Kullo, einer Messaging-Lösung die verschlüsselte Kommunikation ermöglicht.


WebMagazin: Erklär uns doch bitte das Prinzip von Kullo, wie funktioniert Eure Idee?

Simon: Bei Kullo handelt es sich um eine weltweit benutzbare und sichere Messaging-Lösung für kleine Unternehmen und Einzelpersonen. Jeder Nutzer erhält eine Kullo-Adresse, die mit seinem Kullo-Postfach (Speicherplatz auf einem Server) verknüpft ist. Von da an kann er mit jedem anderen Kullo-Nutzer Textnachrichten und Dateianhänge austauschen.


WebMagazin: Was macht Kullo besonders, wer sind Eure Mitbewerber und was unterscheidet Euch vom Rest?

Simon: Niemand außer dem Absender und dem Empfänger wird eine Nachricht lesen können – nicht einmal wir als Anbieter. Um das sicherzustellen, haben wir die beste verfügbare Ende-zu-Ende-Verschlüsselung direkt in das Produkt integriert. Außerdem haben wir Kullo mit besonderem Fokus auf intuitive Benutzbarkeit entwickelt. So sind die einzigen zwei Dinge, die ein Nutzer zur Einrichtung und zum Login benötigt, seine Kullo-Adresse und sein persönliches Passwort.


WebMagazin: Was sind die Grundpfeiler Eures Monetarisierungskonzeptes, wie verdient Ihr Geld?

Simon: Bei uns zahlt der Kunde nicht mit seinen Daten, das ist uns sehr wichtig. Der Preis für ein Kullo-Postfach liegt je nach benötigtem Speicherplatz zwischen 2 und 10 EUR im Monat. Ein kostenfreies, aber sehr kleines Testpostfach ermöglicht es jedem, das Angebot zeitlich unbegrenzt auszuprobieren.


WebMagazin: Wie seid Ihr auf die Idee von Kullo gekommen und was habt Ihr vorher gemacht?

Simon: Die Idee entstand vor etwa drei bis vier Jahren während meines Mathe-Studiums. Damals probierte ich die Software PGP zur Verschlüsselung aus, musste jedoch schnell feststellen, dass keiner meiner Freunde und Kollegen die komplexe Software einrichten und benutzen wollte. Nach meinem Uni-Abschluss wurde es Zeit, dieses Problem zu Lösen – und zwar aus Eigenbedarf. Ende 2012 gewannen wir mit der Idee die Startup Veranstaltung „Startup Live Hamburg“, woraufhin wir ein Team von drei jungen Gründern geformt haben, das seit Anfang 2013 an dem Projekt arbeitet. Der Studien-Background unserer Teammitglieder ist relativ technisch. Von Informatik über Mathematik bis Physik ist alles mit dabei.


WebMagazin: Wann seid Ihr mit Kullo live gegangen und wie finanziert Ihr Euch?

Simon: Wir planen Anfang 2014 erste Firmenkunden mit der Software auszustatten. Bisher tragen wir das Projekt privat. Das funktioniert auch ganz gut, da unsere einzigen größeren Kosten unsere Arbeitskraft ist. Eine erste Finanzierungsrunde durch Business Angels oder VC-Firmen bereiten wir momentan vor.


WebMagazin: Was sind Eure nächsten Meilensteine und was wollt Ihr in den kommenden sechs Monaten erreichen?

Simon: Der Prototyp soll noch in diesem Quartal das Licht der Welt erblicken und bis zum Jahresende bringen wir das Produkt zur Marktreife. Anfang 2014 soll dann gegründet werden und die Auslieferung der Software an Unternehmenskunden beginnen, bevor einige Monate später Kullo für jedermann verfügbar ist.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -