Startupbootcamp Demo Day 2013 – BabyWatch ist Publikumsliebling
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„Weltweit wird alle zehn Sekunden eine Frau schwanger, der Großteil von ihnen gibt in den kommenden Monaten ein Vermögen für den ungeborenen Nachwuchs aus!“ Mit diesen Worten leitete Urška Sršen, Gründerin von BabyWatch, ihre Präsentation auf dem Demo Day des Startupbootcamps Berlin ein. In den darauf folgenden Minuten fesselte die Gründerin die Zuschauer in der restlos gefüllten Halle des Umspannwerks in Kreuzberg. Applaus und Jubelrufe aus dem Publikum begleiteten ihren Vortrag – so sieht ein Volltreffer aus.

Bei dem bejubelten Produkt BabyWatch handelt es sich um ein Social-Media-Gadget, das die Herzschläge von ungeborenen Babys im Mutterleib aufzeichnet und visualisiert (WebMagazin berichtete).

Mit fester Stimme verkündete Urška die eindrucksvolle Erfolgsmeldungen des jungen slowenisch-kroatischen Startups, das erst vor wenigen Monaten nach Deutschland gekommen war und am Accelerator-Programm des Startupbootcamps Berlin teilnimmt. Denn BabyWatch ging kürzlich als Gewinner der Pioneers World Tour hervor und schaffte es damit, sich gegen eine Vielzahl von internationalen Mitbewerbern durchzusetzen.

Auf der Suche nach dem weltweit vielversprechendsten Startup machte die Pioneers Tour Halt in New York, San Francisco, Singapur, Atlanta sowie Shenzehn. Mit dem Gewinn dieses internationalen Startup-Awards beweist BabyWatch, dass das Startupbootcamp Berlin mit seinem Mentorenprogramm beim internationalen Durchbruch behilflich sein kann. Kein Wunder also, dass die Gründerin auf der Bühne vor Selbstbewusstsein nur so strotzte.

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Neben BabyWatch stellten sich beim Pitch-Event auch weitere zehn Startups den geladenen Investoren vor.

Und auch Sebastian Winkler von Shoutr hatte gute Neuigkeiten zu vermelden: Bereits 50.000 Nutzer haben seine Shoutr-App heruntergeladen, die dank speziell konfigurierten WiFi-Netzen den Austausch von digitalen Inhalten innerhalb einer geschlossenen Gruppe ermöglicht. Mit dieser Idee versuchen Sebastian und sein Team den Bedarf an einer dezentralisierten High-Speed Ad-Hoc-Netzwerklösung für mobile Geräte zu decken, um damit Filesharing über mobile Geräte zu vereinfachen. Ein Erfolg, auf den auch der Hardware-Hersteller Omate aufmerksam geworden ist und nun für seine aktuelle Smartwatch eine Kooperation mit Shoutr eingegangen ist.

Was die zahlreich erschienen Investoren beim heutigen Demo Day zu sehen bekamen, war die Top Elf der insgesamt 400 Startups, die sich für das internationale Accelerator-Programm von Startupbootcamp beworben hatten. Über 70 erfahrene Mentoren stehen den Gründern nun seit Monaten mit Rat, Tat und persönlichen Netzwerken zur Seite.

Auch beim Demo Day ergriffen die Mentoren die Gelegenheit und stellten abwechselnd jedes Startup mit einer kurzen Lobrede vor. Unter den Laudatoren fanden sich bekannte Namen wie der Serial Entrepreneur Anthony Barba oder Gitta Blatt von Wooga – eine interessante Mischung an Know-how.

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Mindestens genauso vielfältig war auch das Spektrum der präsentierten Geschäftsideen: Vom Big-Data-Startup Avuxi, das dank ortsbasierter Informationen interessante Locations ausfindig macht und damit das Verständnis für die soziale Umgebung fördert und kommerzialisiert, bis hin zu Foodzai, einem Peer-to-Peer Food-Marktplatz, der lokale Köche und Feinschmecker zusammenbringt.

Im Auge behalten sollte man auch das Startup ChatLingual des Gründers Justin Custer, das Echtzeit-Übersetzungen in verschiedene Sprachen ermöglicht. Das klingt zunächst wie ein alter Hut – doch die Echtzeit-Übersetzungen von ChatLingual sollen auch im Custumer-Service eingesetzt werden können: Sowohl der Service-Mitarbeiter als auch der Kunde kann in der eigenen Sprache kommunizieren, obwohl sie die Sprache des jeweils anderen nicht verstehen. Sollte die Lösung von ChatLingual Marktreife erlangen, könnten Unternehmen zukünftig Unsummen an Geld einsparen.

Aber egal wie vielversprechend die vorgestellten Geschäftsideen auch klingen mögen, ohne die finanzielle Unterstützung von Investoren kann keines dieser Projekte realisiert werden. Und deshalb ging es beim Demo Day des Startupbootcamp Berlin 2013 vor allem darum: Investoren und Gründer zusammenzubringen und sie miteinander bekannt zu machen.

Zeit zum Networken gab es im Anschluss an die Präsentationen. Bei Speis und Trank kamen sich potenzielle Geldgeber und hoffnungsvolle Jungunternehmer näher und an den eigens aufgebauten Info-Ständen der einzelnen Startups konnte man anhand der Menschentrauben, die sich um die Gründerinnen und Gründer scharten, bereits den einen oder anderen Favoriten vermuten.

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Als Publikumsliebling der Startup-Präsentationen ging bei diesem Demo Day eindeutig Urška von BabyWatch hervor – sie war wohlgemerkt die einzige Gründerin auf der Startup-Bühne. Hoffen wir, dass ihr Beispiel mehr Frauen dazu ermutigt, den wagnisreichen Weg der Unternehmensgründung zu beschreiten. Und vielleicht sehen wir beim nächsten Demo Day dann auch mehr Frauen auf der Bühne.

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