Steuerbetrug: Microsoft schuldet Dänemark 1 Milliarde Dollar
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Vor elf Jahren entschied sich Microsoft dazu, das dänische Softwarehaus Navision für umgerechnet 1,3 Milliarden Dollar zu kaufen. Jetzt berichtet die dänische Nachrichtenagentur, Microsoft schulde dem Land Dänemark etwa die gleiche Summe an Steuern.

Für Microsoft dürfte die Summe keine allzu große Überraschung sein. Immerhin verkauften sie das Unternehmen kurzerhand weiter an eine eigene irische Tochterfirm, was vollkommen koscher ist. Nicht so koscher sind jedoch, aus Sicht der Dänen, der Kaufpreis sowie spätere Transaktionen, die über Steuerparadiese wie die Bermudas und Co. geschleust wurden. Aber wirft man Microsoft nun Steuerhinterziehung vor? Gewissermaßen schon, denn der interne Verkaufspreis des dänischen Softwarehauses soll auffällig gering gewesen sein, weshalb das dänische Finanzamt hellhörig wurde und nun von solch horrenden Summen spricht. Hinzu kommen natürlich die Transaktionen über diverse Tochtergesellschaften in der Karibik, die bewusst nicht ganz schlüssig, geschweige denn nachverfolgbar sind.  

Während jedoch Otto-Normalverbraucher im Gefängnis landen, sind solche Praktiken bei Großkonzernen gang und gäbe. Auch andere nutzen die steuerschonende Gewinnverschiebung zum strategischen Sparen. Angreifbar wird man nur, wenn man sich außerhalb der gesetzlichen Graubereiche bewegt. Das kommt bei Konzernen wie Microsoft aber nur selten vor.     

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