Streit zwischen Gema und Youtube (fast) entschieden
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Wie gestern bereits berichtet, wurde Youtube ein weiteres mal von der Gema vor Gericht gebracht. Dieses Mal ging es um die Texttafel „Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar.“ Die Formulierung lässt nämlich die Vermutung zu, es handle sich hierbei um Willkür der Verwertungsgesellschaft.

Dies schadet nicht nur dem Ruf, sondern birgt auch finanzelle Einbußen für die Gema mit sich. Seit gestern ist die Gesellschaft jedoch einen guten Schritt weiter, denn die Richter des Münchner Landgerichts verlasen gestern ihre Entscheidung, nach der Youtube derlei Formulierung nicht mehr nutzen darf. Sie seien „unvollständig und irreführend“.

Eine ungenaue oder bewusst gewählte Formulierung, die Menschen in die Irre führt ist illegal. Außerdem sollte der Nutzer darüber informiert werden, warum manche Videos nicht verfügbar sind und wer die Entscheidung trifft. Das Gericht schlägt eine Form vor, bei der deutlich wird, dass das Video nicht verfügbar ist, weil möglicherweise urheberrechtliche Ansprüche bestehen.

„Seit fast drei Jahren führt Youtube die Öffentlichkeit mit diesen Sperrtafeln in die Irre und beeinflusst rechtswidrig die öffentliche Meinungsbildung einseitig zu Lasten der Gema.“  (Harald Heker, Gema Chef)

Youtube hingegen wehrt sich und sagt, dass Songs gesperrt werden müssen, um rechtliche Risikos zu vermeiden, da sie keine Einsicht in die Listen der Gema haben. Bisher forderte diese 1,6 Millionen Euro Schadensersatz. Das Urteil ist jedoch noch nicht rechtskräftig und Google will das Urteil nochmals prüfen lassen. Dabei steht die Frage im Raum, wie Youtube mit Sperrtafeln oder Ähnlichem zukünftig umgehen will – auch aus technischer Sicht.

Schon seit Jahren fordert die Gema eine finanzielle Abgabe, damit Komponisten und Texter von den Zugriffen auf ihre Werke profitieren können. Dabei geht es um 0,375 Cent pro Aufruf eines Videos. Google ließ sich darauf bislang nicht ein, aber Anfang des Monats lies eine Sprecherin des Konzerns verlauten, dass im Laufe der (seit Dezember unterbrochenen) Verhandlungen die Ausdifferenzierung einer Regelvergütung besprochen wurde.

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