Europäischer Vergleich

Studie: Cloud-Dienste hierzulande wenig genutzt
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Im europäischen Vergleich nutzen deutsche User Cloud-Dienste sehr zurückhaltend. Jeder Fünfte vermeidet sogar aus Sicherheitsbedenken Dropbox oder Google Drive. Wie halten es unsere europäischen Nachbarn und warum sollte man zwar kritisch, aber nicht abgeneigt sein?

Was Dropbox, Google Drive, iCloud und OneDrive gemein haben

Durch Whistleblower Snowden sind nicht nur Google und Facebook wegen ihres laxen Umgangs mit der Privatsphäre ihrer User in die Kritik geraten, sondern auch vor allem Dropbox. Der Cloud-Service von Apple geht da keineswegs mit einem besseren Beispiel voran. So wurde letzten Oktober bekannt, dass iCloud ungefragt Userdaten in der Cloud speichert. Ob Google Drive oder Microsofts OneDrive – allen diesen Cloud-Diensten wird vorgeworfen, dass sie die Datensicherheit zu leichtfertig nehmen. Dass offenbar viele deutsche User verunsichert oder zumindest für die Thematik sensibilisiert wurden, scheint nun eine von Bitcom in Zusammenarbeit mit der EU-Statistikbehörde Eurostat geführte Studie anzudeuten, die sich mit dem europäischen Cloud-Verhalten befasst hat.

Deutsche Nutzer deutlich kritischer als Dänen und Norweger

Obwohl die Nutzung eines Cloud-Dienstes zur Speicherung von Fotos, Videos und Dokumenten weiterhin europaweit zunimmt, scheinen die Deutschen zögerlicher oder misstrauischer als etwa ihre dänischen Nachbarn. Sind es in Deutschland momentan rund 21 Prozent der Internet-User ab 14 Jahren die eine Cloud nutzen, beträgt der Anteil laut Studie in Dänemark ganze 44 Prozent. Im europäischen Ranking nimmt Deutschland Platz 16 von 31 Ländern ein, was die Verbreitung von Cloud-Diensten betrifft. Schlusslicht bildet Rumänien mit gerade mal 9 Prozent. Wie kommt es also, dass die hiesige Nutzung vergleichsweise zurückhaltend ist, obwohl die Infrastruktur ebenso gut ist, wie die in Dänemark oder Norwegen (43 Prozent)?

Sicherheitsbedenken stehen im Vordergrund

Eine weitere Befragung hat ergeben, dass in Deutschland die Sorge um Datensicherheit und Datenschutz ebenfalls jeden fünften Bundesbürger (21 Prozent) sogar ganz davon abhält, eine Cloud zu benutzen. In Dänemark teilen gerade mal neun Prozent diese Bedenken. Noch besorgter als die Deutschen waren nur die Schweizer (22 Prozent) und die Niederländer (24 Prozent).

Wie sehen die Alternativen aus?

Wer im Netz seine privaten Daten speichert, um etwa der Anfälligkeit der Hardware entgegen zu wirken oder überall von unterwegs auf seine Daten zugreifen zu können, sollte sich eventuell überlegen, wem er seine Daten anvertraut. Verschlüsselte Dienste sind verständlicher Weise meist kostenpflichtig. DriveOnWeb bietet beispielsweise eine Kollaborations-Plattform für Unternehmen und hostet in Deutschland, Wuala hat einen verschlüsselten Dienst für Privatnutzer. Ganz neu ist Peerio in diesem Segment. Diese Sicherheits-App will Cloud, Mail und Messenger in einer Anwendung vereinen und verspricht eine vollkommene Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Allerdings befindet sich das Projekt noch in der Beta-Phase.

Alternativen gibt es genügend zu Dropbox und Google Drive. Ist man bereit, ein wenig für den Dienst zu zahlen, kann man als Privatnutzer schon für wenige Euro einen sicheren und umfangreichen Cloud-Service in Anspruch nehmen.

Aufmacherbild: pensive businessman sitting on a chair with a rain cloud above him via Shutterstock, Urheberrecht: Ollyy

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