Mobile-Devices und E-Learning an Schulen

Studie: Schüler beklagen unzeitgemäße IT-Ausstattung
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In einer repräsentativen Studie haben Schüler die IT-Ausstattung in ihren Schulen größtenteils als mittelmäßig bis schlecht bewertet. Schüler fordern neben mobilen Geräten vor allem den Einsatz digitaler Lernmethoden.

Statt auf stationäre Computer und Powerpoint-Präsentation im Unterricht zu setzen, wünschen sich Schüler den Einsatz von Laptops, Tablets und digitalen Medien für den Unterricht und zum Lernen. Die Schulausstattung kann mit der Entwicklung im privaten Bereich und auf der Arbeit nicht mithalten.

Fortschrittlich ist eine Frage der Definition

An Schulen galten vor einer Generation noch diejenigen Lehrer als fortschrittlich, die mit Beamer und Laptop ihre Stunden gestalteten. Heute beschäftigen sich Schüler lieber unter dem Tisch mit ihrem eigenen Smartphone oder Tablet und rufen auf einschlägigen Seiten schneller Informationen ab, als ihre Lehrer sie überhaupt mit ihren Mitteln aufbereiten und koordinieren können. Das Problem ist dabei offenbar weniger das Engagement der Lehrer als vielmehr eine unzeitgemäße IT-Ausstattung der Schulen.

Schüler fordern mehr Einsatz von digitalen Medien

Drängten sich noch vor einigen Jahren die Schüler in kleinen Computer-Räumen während der Pause, sind mittlerweile ausreichend stationäre Computer eingerichtet, aber das Interesse der Schüler dank Mobile-Devices denkbar gering, sich in einen vorgeschrieben Raum zu setzen, um ihre Nachrichten zu checken oder Online-Games zu zocken. Statt stationärer Computer sind Laptops oder Tablets gefragt, die während der Unterrichtsstunde in Koordination mit dem Lehrer genutzt werden können. Zudem finden acht von zehn Schülern, dass Lehrer besser für den Einsatz digitaler Medien geschult werden müssten. Das offensichtlich Handlungsbedarf aus Sicht der Schüler besteht, hat eine repräsentative Studie des Hightech-Verbands Bitcom in Zusammenarbeit mit LEARNTEC bei der Befragung von 512 Schülern an weiterführenden Schulen herausgefunden.

Die Meinung der Schüler hat sich verschlechtert

Statt Kultusminister zu befragen, die womöglich selbst noch mit einem Blackberry in der Hosentasche rumlaufen und auf Powerpoint-Präsentationen setzen, zeigte sich bei der Studie, dass jeder zweite Schüler (52 Prozent) die Ausstattung an Schulen als mittelmäßig bis schlecht einschätzte. Noch vor vier Jahren waren bei einer vergleichbaren Studie lediglich 40 Prozent derart unzufrieden mit der IT-Ausstattung gewesen. Statt veraltete Rechner zu nutzen, helfen sich Schüler lieber selbst mit ihrem Smartphone und lenken sich noch lieber damit während der Stunde ab, weil ihnen der Lehrinhalt zu langsam und dröge vermittelt wird.

Lieber mit Videos lernen als mit Sachbüchern

Obwohl bereits Zweidrittel der befragten Schüler digitale Medien wie etwa Anleitungsvideos auf Youtube, Online-Kurse oder Lernspiele nutzen, werden noch an 85 Prozent der Schüler täglich Fotokopien verteilt, die irgendwo zerknüllt in der Tasche landen. Auch wenn Beamer und Präsentationsmittel bei Lehrern und Schülern mit über 90 Prozent zum Einsatz kommen und Internetrecherche die wichtigste Quelle darstellt, mangelt es noch an der Verbreitung von passenden E-Learning-Methoden und der entsprechenden Hardware á la Tablet, E-Reader und Co.

Bei der täglichen Nutzung von moderner Hardware kommen Smartphones (7 Prozent), Tablet Computer (6 Prozent) und E-Reader (0 Prozent) zum Einsatz – der Rest entfalle auf althergebrachte Lernmittel. Von den befragte Schülern wünschten sich 70 Prozent, dass digitale Medien vermehrt zum Einsatz kommen, vorne Weg ist der Wunsch nach Lernvideos gegenüber Lernspielen und Online-Kursen besonders groß.

Digitale Medien machen abstrakte Inhalte sichtbarer

Kein Wunder, wer heute Gitarre spielen lernen willen, kauft sich nicht mehr Peter Burschs Gitarrenbuch oder nimmt teuren Unterricht, sondern schaut sich bei YouTube einfach von anderen ab, wie es geht. Das dürfte zwar beim Lernen von Integralrechnungen schwierig werden, dies visuell umzusetzen, dürfte aber Schülern in der Geometrie etwa zur Veranschaulichung einen besseren Zugang liefern, womit sie sich befassen und abstrakte Inhalte ein wenig Realitätsbezug verschaffen.

 

Aufmacherbild: Young teenage girl with classmates showing homework on digital tablet via Shutterstock / Urheberrecht: karelnoppe

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