Studie: Suchmaschinen-Traffic sinkt, Social Traffic verdoppelt sich
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Suchmaschinen mögen unseren Umgang mit Wissen auf geradezu revolutionäre Weise verändert haben – als etwas Außergewöhnliches nehmen wir sie deshalb aber in der Regel nicht mehr wahr. Google und Co. sind erwachsen geworden und haben sich etabliert. Diese Entwicklung lässt sich sehr schön am sogenannten Suchmaschinen-Traffic ablesen, den Seiten wie Google verursachen. In den letzten Jahren stiegen die Anteile bei der organischen Suche stetig, jetzt scheint allerdings ein Ende erreicht: einer Studie von Shareaholic zufolge sinkt die Anzahl der Leute, die auf traditionelle Weise über Suchmaschinen auf Websites gelangen. Dagegen steigt der sogenannte Social Traffic, also die Besuche, die über soziale Medien und Netzwerke generiert werden, rapide an.

Der auf Shareaholic veröffenlichte Report analysiert Daten, die in den letzten 13 Monaten gesammelt wurden. Verglichen wurden die fünf größten Suchmaschinen (Google, Yahoo, Bing, Ask, AOL) und die fünf größten sozialen Netzwerke (Facebook, Pinterest, Twitter, StumbleUpon, Reddit). Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Internet-User an Inhalte gelangen: über die traditionelle Suche, z.B. indem man einen Begriff „googelt“ oder über Verweise und Empfehlungen, z.B. auf Facebook.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Der Anteil des traditionellen, organischen Such-Traffics sank seit November 2012 um knapp sechs Prozent auf 41,45 Prozent. Der Anteil des Verweis-Traffics durch soziale Netzwerken stieg dagegen im selben Zeitraum um 110 Prozent auf 15,06 Prozent. Diese Zahlen sind zwar weniger dramatisch als es zunächst den Anschein hat, da es hier nur um Wachstumsraten und nicht um absolute Zahlen geht. Dennoch signalisieren sie eine Trendwende im Surfverhalten: Immer mehr Menschen nutzen ihr Online-Netzwerk an Freunden und Kollegen, um an die Inhalte zu gelangen, die sie interessieren.

Shareaholic zufolge befinde man sich aber gerade erst am Anfang dieser Entwicklung. In den nächsten Jahren müsse man mit einem substantiellen Anstieg rechnen, den soziale Netzwerke zum Suchverhalten beitragen. Diese Erkenntnisse dürften gerade im Bereich des Online-Marketing auf offene Ohren stoßen, denn die Schlussfolgerung ist klar: SEO ist nicht länger das Non-plus-Ultra und findige Werbefachleute müssen in Zukunft nach neuen, kreativen Wegen suchen, wenn sie ihre Produkte an den Mann bringen wollen. 

Aufmacherbild: Seach engine in word cloud Foto via Shutterstock / Urheberrecht: Syaheir Azizan

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