Südkoreaner nutzen Internet Explorer per Gesetz
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77 Prozent aller Südkoreaner nutzen eine Version des Internet Explorers im Alltag. Doch das tun sie nicht, weil sie Microsoft besonders toll finden oder der IE ihr Lieblingsbrowser ist, sondern weil es das Gesetz so verlangt.

Genauer gesagt handelt es sich hierbei um ein Gesetz aus den späten Neunzigerjahren zur Verbesserung der Sicherheit im E-Commerce. Um in Südkorea Geschäfte über das Internet abzuschließen, ist eine Online-Authentifizierung über digitale Zertifikate erforderlich. Anhand dieser Zertifikate können südkoreanische Online-Händler ihre Kunden identifizieren, denn diese haben dort ihren Namen und ihre Sozialversicherungsnummer hinterlegt.

Der Haken an der Sache: Das Zertifizierungssystem benötigt einen ActiveX Control und folglich den Internet Explorer. Deshalb können Online-Geschäfte mit koreanischen Händlern nur über den IE abgewickelt werden. Mit anderen Browsern wie Chrome, Firefox oder Safari haben die Südkoreaner zwar ebenfalls Zugriff auf die Shopping-Websites, doch kaufen können sie in diesem Falle nichts. Davor warnt sie in manchen Fällen sogar ein Pop-up.

Die größten Probleme mit dieser Gesetzesregelung haben übrigens Apple-Nutzer, für deren Geräte kein Internet Explorer zur Verfügung steht. Sie behelfen sich oft mit dem Besuch von Internetcafés oder behalten ihre uralten PCs, um damit einkaufen zu können. Ein möglicher Ausweg ist die Software Boot Camp, mit der man Windows auf dem Mac zum Laufen bringen kann. Doch angesichts des zusätzlichen Aufwands dürften sich wohl viele südkoreanische Mac-Besitzer dazu entscheiden, ihre Produkte lieber im Geschäft um die Ecke zu kaufen. 

Aufmacherbild: SeanPavonePhoto / Shutterstock.com

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