Tausende Google Local Business Einträge manipuliert
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Jeder Google+ User kann eine Änderung von verifizierten Local-Business-Einträgen, bekannt als Google Places, veranlassen. Dies verändert neben den Daten auf Google+ auch Informationen auf Google Maps. Anfang dieser Woche berichtete Danny Sullivan auf SearchEngineLand von manipulierten Hotelanbieter-Einträgen.

Die offiziellen Google+ Seiten von Hotels und Gasthäusern aus der ganzen Welt, einschließlich der externen Web-Adressen für ihre Seiten, wurden von Unbekannten verändert.

Besonders betroffen waren Anbieter aus den USA und Großbritannien. Tausende Link-Einträge verwiesen plötzlich auf führende Drittanbieter-Buchungseiten, konkret auf Roomstobook.net und Roomstobook.info, die wiederum auf Hotelswhiz.com weiterleiteten. Es wird nach wie vor ein Hijacking im großen Stil vermutet. Von Google selbst gibt es keinen Kommentar.

Allerdings wurden nach Danny’s Artikel die Einträge von Google am selben Tag wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzt, wie Greg Sterling von SearchEngineLand berichtet. Die Web-Community indes spekuliert und diskutiert über die technische Umsetzung des „Angriffs“. Schon seit mehreren Jahren sind die Möglichkeiten für ein Hijacking von Local-Business-Einträgen bekannt. Bis dato gab es allerdings keine vergleichbar groß angelegte Manipulation der Einträge. Immer wieder berichteten einzelne Personen über eine nicht selbst veranlasste Veränderung der von ihnen verifizierten und nach wie vor eigentlich korrekten Unternehmensdaten auf Google Maps und Google+.

Local Business Marketing ist heute, neben allgemeinem Online Marketing und dem Mobile Marketing, ein wesentlicher Faktor für eine erfolgreiche Vermarktungsstrategie im Internet. Um so schlimmer ist es, dass die verfälschten Einträge, laut Danny, wohl über mehrere Wochen in veränderter Form online waren. So etwas führt zu einem nicht unwesentlichen wirtschaftlichen Schaden der betroffenen Unternehmen. Die Anbieter der verfälschten Links weisen jegliche Schuld von sich. Karim Mawani, Director von Hotelwhiz.com berichtet gegenüber The Guardian, Google bereits am 08. Januar über die Redirects informiert zu haben. The Guardian schließt die Möglichkeit eines Insider Jobs nicht aus.

Als Betroffener einer solchen Manipulation hat man die Möglichkeit, über ein Formular erneut den Verifikations-Prozess anzustoßen um eine Veränderung möglich zu machen. SEO Chicks formulierte bereits im Jahr 2010 passend:

It seems Google Local Business Listings have a hole bigger than the Grand Canyon.

Die Verursacher der Manipulation sind nach wie vor nicht ausgemacht. Ob man den dadurch bevorteilten Buchungsseiten eine Straftat nachweisen kann, ist fraglich. Klar ist, dass Google nach diesem Fall endlich den Prozess für die Veränderung von Local-Business-Einträgen anpassen und absichern muss. Diesmal sind, durch das Ausmaß der Manipulation, wesentlich höhere Wellen geschlagen. Die werden erwartungsgemäß nicht so schnell abebben, wie verzweifelte Hilferufe einzelner Betroffener. Wir hoffen, Google rollt zeitnah Veränderungen an dem Verifikationsprozess aus.

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