Telekom-Drossel wird menschlicher
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Im April berichteten wir von einer uns bevorstehenden, apokalyptisch anmutenden Zukunft, die so keiner erleben will: Eine Welt, in der lahmes Internet alltäglich ist. Die Rede ist von der Telekom und ihren neuen Tarifmodellen, die dem DSL-Anschluss ab einem bestimmten Volumen den Hahn zudrehen.

Der günstigste Internet-Tarif Call & Surf Basic für monatlich 29,95 Euro beinhaltet ein Inklusivvolumen von 75 GB. Ist dieses aufgebraucht, wollte die Telekom den Anschluss bisher für den verbleibenden Monat auf eine Up- und Download-Geschwindigkeit von 384 Kbit/s drosseln. Internet-Dienste wie YouTube, Lovefilm und Co. zu nutzen, ist dann praktisch nicht mehr möglich.

Heute ist die Telekom dem Kunden zumindest ein wenig entgegengekommen und hat die Drosselungsgeschwindigkeit für alle Tarife nach oben korrigiert. Von nun an soll die Bandbreite auf ertragbare 2 MBit/s verlangsamt werden. Ungeahnt dessen treten etwaige Drosselungsmaßnahmen nicht vor 2016 in Kraft, wie die Telekom bereits vor Einführung der unbeliebten Klausel im April anmerkte.

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Screenshot: telekom.de

Hintergrund für das Nachsehen der Telekom waren bis heute andauernde Debatten, Protestaktionen und generell allgemeines Unbehagen der Netzvolkschaft. Auch der Verstoß gegen die sogenannte Netzneutralität wurde der Telekom vom Kartellamt und der Bundesnetzagentur zur Last gelegt. Diese besagt, dass Datenpakete im Internet gleichberechtigt verschickt werden müssen. Soll heißen, es darf nicht sein, dass bestimmte Daten bei ihrem Transfer bevorzugt werden. Kritisiert wurde insbesondere der Fakt, dass Telekom-eigene Dienste (z.B. Entertain) nicht von der Drossel betroffen sind. Langsam werden nur die Konkurrenzprodukte.

Das komplette Statement der Telekom findet Ihr hier.        

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