The Day We Didn’t Fight Back
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Soviel zu Massenprotest. Internetaktivisten haben den 11. Februar lauthals zum Tag erklärt, an dem das Internet kollektiv gegen die Massenüberwachung durch NSA und Konsorten protestieren würde – «The Day We Fight Back». Seitenbetreiber und Internetkonzerne wurden dazu aufgerufen, die Onlinecampagne tatkräftig zu unterstützen. Vorbild waren die Proteste gegen die umstrittenen Gesetzesentwürfe SOPA und PIPA vor zwei Jahren, welche nicht zuletzt wegen der Online-Proteste abgeschmettert werden konnten.

Der Protest am Dienstag fiel dagegen eher dürftig aus. Reddit hisste lediglich den unscheinbaren Banner der Initiative über der Homepage, Seiten wie Tumblr, Mozilla und die Suchmaschine DuckDuckGo, die als Organisatoren gelistet waren, veränderten ihre Homepages nicht und Wikipedia machte gar nicht erst mit. Am lautesten protestierten aktivistische Gruppen wie die Electronic Frontier Foundation, die American Civil Liberties Union, Amnesty International und Greenpeace.

Die acht wichtigsten Internetkonzerne Google, Microsoft, Facebook, AOL, Apple, Twitter, Yahoo und LinkedIn launchten lediglich eine gemeinsame Infoseite zum Thema. In den USA wurden 70.000 Anrufe und ca. 150.000 Emails an Abgeordnete durchgestellt und versendet. Der Unterschied zu den Protesten im Jahr 2012 ist, dass es sich diesmal nicht um ein konkretes Gesetz handelt, das abgewendet werden soll. Diesmal geht es um die Aktivitäten der Geheimdienste und die Wahrung der Privatsphäre seitens der Regierungen per se – es bleibt also abzuwarten, ob die Onlinepetitionen in naher Zukunft Wirkung zeigen. «Eine Onlinepetition zu unterschreiben ist das Mindeste, was man tun kann, ohne etwas zu tun.», schrieb ein Reddit-User. Wohl wahr, also ran an die Tasten und Petition unteschreiben.

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