The Internet’s Own Boy: Dokumentation über Aaron Swartz
Kommentare

Im Rahmen des Sundance Film Festivals 2014 feierte der Dokumentarfilm The Internet’s Own Boy seine Premiere. Es ist eine Hommage an Aaron Swartz, die vom Leben und Sterben des Netzaktivisten und programmierenden Wunderkindes erzählt. Vom Publikum gab es begeisterte Ausrufe und Standing Ovations. Erst am 11. Januar jährte sich der Todestag des jungen Mannes zum ersten Mal. Aaron war gerade einmal 26 Jahre alt, als er sich das Leben nahm. Der Freitod des jungen Mannes sorgte weltweit für Bestürzung. 

Aaron Swartz ist längst zu einer Kultfigur der Internet-Aktivisten geworden. Der geniale Programmierer und Hacktivist kämpfte bis zum letzten Tag seines Lebens für ein freies und offenes Netz und gegen die missbräuchliche Überwachung durch den Staat. Er stand hinter erfolgreichen Kampagnen gegen die Verschärfung des US-Urheberrechts und plädierte für einen freien Zugang zum Wissen. Swartz gründete das Startup Infogami, das später in Reddit aufging.  

Am 11. Januar 2013 nahm sich der 26-Jährige in seinem New Yorker Appartment das Leben. Ihm stand ein Strafprozess bevor. Vorwurf: Datendiebstahl. Mögliches Strafmaß: Millionen-Geldbuße sowie 35 Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft warf Swartz vor, am Massachusetts Institute of Technology Campus durch unberechtigten Download wissenschaftlicher Daten aus der kostenpflichtigen Datenbank JSTOR schweren Diebstahl begangen zu haben. Die Aktion diente als Protest gegen die Privatisierung von Wissen. Die gesammelten Daten hatte Swartz in Filesharing-Netzwerken öffentlich gemacht. Der Datendiebstahl brachte für den Aktivisten selbst keinerlei finanzielle Vorteile. Daher sahen die Rechteinhaber auch von einer zivilrechtlichen Klage gegen ihn ab. Trotz dieser Tatsache waren die staatlichen Ankläger bei der Berechnung des entstandenen Schadens erbarmungslos. Um der drohenden jahrzehntelangen Gefängnisstrafe zu entgehen, wählte der junge Mann den Freitod.

Die Dokumentation The Internet’s Own Boy von Regisseur Brian Knappenberger wurde über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter finanziert. Der Film soll an die dramatische Lebensgeschichte eines Visionärs erinnern, der für seinen Kampf um das freie Netz einen viel zu teuren Preis bezahlte. Anhand von Interviews mit Gleichgesinnten, Weggefährten und Familienmitgliedern wird deutlich, wie leidenschaftlich der junge Mann gegen die Online-Zensur und für einen freien Zugang zu Informationen kämpfte. Es werden auch Ausschnitte gezeigt, in denen Aaron Swartz selbst zu Wort kommt: Schon als Kind hätte er die Welt nicht einfach so hinnehmen können, wie sie ihm dargeboten wurde. Alle hätten ihm ihre Wahrheiten erzählt, die Eltern, die Lehrer, die Politiker. Doch nie hätte er sich davon abhalten lassen können, diese Wahrheiten zu hinterfragen.

Aaron Swartz wollte die digitale Welt verändern und freier machen. Jedoch kämpfte er auch über Jahre mit starken Depressionen. Der drohende Prozess hatte dem jungen Visionär schließlich den letzten Lebenswillen geraubt.  

Hier könnt Ihr Euch den rund fünfminütigen Trailer zum Dokumentarfilm anschauen.

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -