Till Achinger über Startup-Unternehmenskultur, guten Kaffee und E-Commerce [webinale 2014]
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Till Achinger ist Unternehmer und Berater im E-Commerce- und Technologie-Bereich, er hat 2007 die Spezialitäten-Kaffeerösterei Sonntagmorgen.com gegründet und führt diese bis heute erfolgreich. Außerdem unterstützt er andere Unternehmer bei der Planung neuer digitaler Geschäftsmodelle mit seiner Startup-, Online- und PR-Erfahrung.

Auf der diesjährigen webinale 2014 wird Till in seinem Vortrag „Culture eats strategy for breakfast“ – Wer zahlt für’s Mittagessen?“ darüber sprechen, was über den Erfolg eines Startups entscheidet, wie Unternehmenskultur entsteht und welchen Wert solche Ressourcen wie Kultur und Reputation haben. 

Wir haben Till zu seinem Unternehmen Sonntagmorgen.com befragt. 

WebMagazin: Wie bist Du auf die Idee von Sonntagmorgen.com gekommen und was hast Du vorher gemacht?

Till Achinger: Sonntagmorgen.com gibt es schon seit 2007, damals allerdings noch als reinen Versand mit Mass-Customizing-Ansatz. Die Gründung hat sich ursprünglich aus einem Scherz, einer Laune heraus ergeben. Zuvor habe ich Kommunikationswissenschaft und Arabistik studiert, parallel diverse Unternehmen in Sachen Onlinekommunikation und E-Commerce beraten und seitdem noch weitere Startups im Technologiebereich gegründet.

WebMagazin: Erklär uns bitte, was Sonntagmorgen.com genau ist.

Till: Wir sind Kaffee-Geeks, die in ihrer Rösterei für Kaffeeliebhaber alles aus den besten Bohnen der Welt herausholen. Dazu kaufen wir regelmäßig neue, spannende Sorten von Farmern überall in der Welt ein und optimieren kontinuierlich unsere Röstung mit ausgefeilter Sensorik und Steuerung. Wir vertreiben in erster Linie über unseren Onlineshop und verfolgen den Anspruch, zu den besten Kaffeeröstereien Deutschlands zu gehören. 

WebMagazin: Wo stehst Du bei der Entwicklung von Sonntagmorgen.com gerade und wie finanziert Ihr Euch?

Till: Wir betreiben nun seit gut 2 Jahren die Rösterei und wachsen kontinuierlich aus eigener Kraft. Im Augenblick arbeiten wir an Offline-Vertriebsmodellen und einer Crowdfunding-Kampagne für unsere nächsten Kaffees, um unseren treuesten Kunden eine Möglichkeit der Partizipation zu bieten. Wir haben uns bislang ausschließlich aus unseren privaten Mitteln finanziert. Daran wird sich auch nichts ändern, es gibt keinerlei Pläne zur Aufnahme von Risikokapital oder zu einem Verkauf.  

WebMagazin: Was macht Sonntagmorgen.com besonders, was sind Deine Mitbewerber und was unterscheidet Sonntagmorgen.com vom Rest?

Till: Wir messen uns mit allen, die sich Spezialitätenkaffee auf die Fahnen schreiben, und zwar anhand der Qualität. Was uns, neben dem sehr breiten Spektrum aus Kaffeesorten, von anderen unterscheidet, ist, dass wir das Kaffeerösten, irgendwo zwischen Kunst und Wissenschaft, selbst beherrschen und als Geeks nicht nur Anwender sind, sondern unsere Werkzeuge selbst bauen und optimieren. Wir steuern jeden Aspekt unserer Konduktionsröstung: von der Luft- und Bohnentemperatur über die Geschwindigkeit unserer Kupfertrommel bis zum Luftfluss, damit der Kaffee sein perfektes Aroma entwickeln kann.

WebMagazin: Welche Erfolge konntet Ihr bis jetzt verzeichnen?

Till: Der größte Erfolg ist wohl, dass es uns nach gut sechs Jahren immer noch gibt. Die vielen kleinen Erfolge sind kontinuierliche 5-Sterne-Bewertungen durch unsere Kunden und Tester, Auszeichnungen für Geschäftsidee, Website und Service. Ich habe mich persönlich sehr gefreut, als wir unseren ersten Direct-Trade-Kaffee (den Kolumbien El-Zapote von der Familie Saldarriaga in Kolumbien) anbieten konnten. 

WebMagazin: Was sind Eure nächsten Meilensteine und was wollt Ihr in den kommenden sechs Monaten erreichen?

Till: Zunächst mal werden wir uns von etwas verabschieden: Den Konfigurator und das Angebot „Kaffee selber mischen“ wird es in dieser Form nicht mehr geben, da wir uns ganz darauf konzentrieren wollen, die besten Kaffees zu rösten. Ein Mass-Customizing-Angebot stört in diesem Zusammenhang sowohl unsere Produktionsprozesse als auch unsere Außenwahrnehmung. In Zukunft wird sich alles um unsere Single Origins und einige sorgfältig komponierte Mischungen drehen. 

WebMagazin: Bei der diesjährigen webinale 2014 hältst Du gemeinsam mit Tamer El-Hawari von Project A einen Vortrag zum Thema „Culture eats strategy for breakfast“ – Wer zahlt für’s Mittagessen?“. Worauf kann sich der Teilnehmer da freuen? 

Till: Der Kultur wird unserer Ansicht nach zu wenig bewusste Beachtung geschenkt, dabei ist sie womöglich, zusammen mit den Mitarbeitern, die wichtigste Ressource eines Startups. Wir werden aus gemeinsamer und individueller Erfahrung aus Bootstrap-Startups, Inkubator-Projekten und Beratung für den Mittelstand reflektieren, welche Rolle Unternehmenskultur spielt und welchen Wert sie für ein Unternehmen beisteuert. Und natürlich wird es darum gehen, wie man diese Kultur aktiv aufbauen und steuern kann. 

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