Tim Maiorino über Osborne Clarke, Medienrecht und rechtliche Hürden im Startup-Umfeld [webinale 2014]
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Als Mitglied des IT-Teams bei Osborne Clarke berät Tim Maiorino nationale und internationale Unternehmen in den Bereichen E-Commerce, Softwarenentwicklung, Softwarenvertrieb und Medienrecht. Auf der diesjährigen webinale 2014 wird Tim Maiorino einen Vortrag zum Thema „Compliance vs. Usability, Conversion & Co – Wie Unternehmen trotz rechtlicher Klötze durchstarten können.“ Wir haben uns mit Tim über Osborne Clarke, Medienrecht und darüber, wie man als junges Startup geschickt rechtliche Schwierigkeiten umgeht, unterhalten.

WebMagazin: Wie bist Du zu Osborne Clarke gekommen und was hast Du vorher gemacht?

Tim: Ich wusste, dass Osborne Clarke in dem Team, in dem ich jetzt bin, einen starken Fokus auf Digital Business und Medien hat und neben dieser inhaltlichen Ausrichtung für eine Kanzlei dieser Größe eine eher außergewöhnliche (will sagen entspannte und arbeitnehmerfreundliche) Arbeitsatmosphäre bietet. Daher habe ich mich nach Abschluss meines Referendariats und einer dreimonatigen Reise durch Mittelamerika für Osborne Clarke entschieden.

WebMagazin: Was sind die Kernkompetenzen von Osborne Clarke und worauf legt Ihr Euren Fokus?

Tim: Osborne Clarke ist eine Wirtschaftskanzlei, die alle Rechtsgebiete und Themen abdeckt, die ein Unternehmen braucht. Dennoch haben wir unsere Beratungstätigkeit auf einige wenige Sektoren (im Sinne von Industrien) spezialisiert, um neben rechtlicher Expertise auch durch besondere Branchenkenntnis effektiv und wirtschaftlich zielgerichtet beraten zu können. Einer dieser Sektoren ist das Digital Business, in dem Osborne Clarke traditionell sehr stark aufgestellt ist, und das bezieht sich nicht nur auf die rein medienrechtlichen Themen, sondern auch die Kollegen aus anderen Rechtsgebieten haben die entsprechende Branchenkenntnis, um zu wissen, was Unternehmen aus der digitalen Branche brauchen.

WebMagazin: Du berätst nationale und internationale Unternehmen in den Bereichen e-commerce, Softwarenentwicklung, Softwarenvertrieb und Medienrecht. Welche sind die häufigsten rechtlichen Probleme, mit denen sich ein technologieorientiertes Startup bei der Gründung konfrontiert sieht?  

Tim: Diese Fragestellungen lassen sich in zwei Säulen aufteilen: Geistiges Eigentum (und alles was damit zusammenhängt, d.h. urheberrechtliche Fragestellungen) und vertragliche Beziehungen (sowohl im Hinblick auf die richtige Aufstellung des Unternehmens als auch im Hinblick auf Verträge mit Dritten, z.B. Kunden, Partnern etc.). Für junge Unternehmen ist es wichtig, zu wissen, wer die Eigentumsrechte an den für die Geschäftstätigkeit benötigten geschützten Materialien (z.B. Unternehmenssoftware, Online-Plattform, Designs, Grafiken) innehat und was ggf. erforderlich ist, damit das Unternehmen selbst diese verwerten kann. Zudem ist von essentieller Bedeutung, ein ordentliches Vertragssetting zu haben, damit die Verträge, die man schließt, dem Unternehmen auch das bringen, was sie bringen sollen…und keine Risiken.

WebMagazin: Wie löst man diese rechtlichen Problemstellungen am geschicktesten, angenommen man hat als junges Startup noch nicht einen Pool an erfahrenen Rechtsanwälten aus allen Bereichen zur Hand?

Tim: Es gibt eine Vielzahl von Kanzleien, die sich um die Start-Up-Szene bemühen und dementsprechend Aktivitäten entfalten, die den Start-Ups die Möglichkeit geben, ein gewisses Fachwissen aufzubauen und sich zumindest einen Überblick über die gröbsten rechtlichen Risiken zu verschaffen. Osborne Clarke hat beispielsweise ein kostenloses e-book geschrieben, das umfassend grundlegende Informationen zu sämtlichen Rechtsgebieten bietet, die einem Start-Up bei Gründung und Wachstum über den Weg laufen. Angefangen bei der Gründung selbst, über die Anstellung erster Mitarbeiter, rechtliche Anforderungen an AGB, mietrechtliches Grundwissen bis hin zu insolvenzrelevanten Themen und vielen weiteren Aspekten enthält das e-book einen sehr guten Überblick über das, was man wissen – oder zumindest mal gehört haben sollte. 

Zudem werden auf vielen Branchenveranstaltungen immer wieder Fachvorträge angeboten, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen und neben einem Grundverständnis auch Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Auch wenn diese Jura-Vorträge in den Veranstaltungsprogrammen immer wie die langweilige Schwester der anderen Sessions aussehen, lohnt es sich, diese Vorträge auch zu besuchen. Kostenlose Auskünfte von Anwälten sollte man als junges Start-Up mitnehmen, wenn sich die Chance bietet.

WebMagazin: Bei der diesjährigen webinale 2014 hältst Du einen Vortrag zum Thema „Compliance vs. Usability, Conversion & Co – Wie Unternehmen trotz rechtlicher Klötze durchstarten können“. Worauf kann sich der Teilnehmer da besonders freuen? 

Tim: Ich werde versuchen, die Zeit nicht mit langwierigen und theoretischen Ausführungen zu rechtlichen Anforderungen zu füllen, sondern mein Schwerpunkt liegt darauf, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wo Risiken liegen, wie sie zu bewerten sind und wie man sie entweder umgeht oder – was mindestens genauso wichtig ist – wie man sie auch mal in Kauf nehmen kann, aber wie man reagieren sollte, wenn sie sich realisieren. Anstatt einer trockenen Jura-Vorlesung kann der Teilnehmer also eine unternehmerische, d.h. Start-Up-affine Herangehensweise an juristische Probleme erwarten, die sich weniger mit den Problemen selbst beschäftigt als damit, wie man sinnvoll damit umgeht.

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