Titstare und Circle Shake sorgen auf Techcrunch-Hackathon für Empörung
Kommentare

Amerikaner gelten bekanntermaßen als besonders prüde – eine Eigenschaft, die sich nicht nur Stars und Sternchen, sondern auch Unternehmen und Startups zunutze machen, um sich mit skandalträchtigen Inszenierungen und viel nackter Haut die Aufmerksamkeit der Masse zu sichern. Der feine Grad zwischen gekonnter PR und geschmackloser, frauenfeindlicher Aktionen wird dabei leider immer wieder überschritten. Das musste jetzt auch der Tech-TechCrunch erfahren, denn die hauseigenen Disrupt-Konferenz in San Francisco steht derzeit unter Beschuss, nachdem die Präsentationen von Apss während eines Hackathons aus dem Ruder gelaufen waren. So verliefen die Vorstellungen der Applikationen „Titstare“ und „Circle Shake“ frauenfeindlich und nicht jugendfrei.

Auf Titstare – der „breast App ever“ – können sich Nutzer Fotos von Dekolletees hochladen, mit anderen Usern austauschen und eine Favoritenliste anfertigen. Angehalten werden die Männer dabei außerdem, sich beim Anstarren der Frauen zu fotografieren:


Ähnlich geschmacklos wie das Konzept der App „Titstare“ verlief auch die Vorführung von „Circle Shake“. Hier kommt es darauf an, sein Smartphone innerhalb von zehn Sekunden so oft wie möglich auf und ab zu schütteln. Das veranlasste den verantwortlichen Entwickler offenbar dazu, an Masturbation erinnernde Bewegungen vorzuführen.

Nicht nur aus weiblicher Betrachtungsweise, sondern auch im Hinblick auf die Anwesenheit vieler Minderjähriger IT-Begeisterterter, darunter die neunjährige Alex Jordan, die eine eigene App für Kinder vorstellte, ist eine solche Darstellung natürlich absolut daneben und wurde folgerichtig mit vielen negativen Reaktion in diversen Blogs und auf Twitter geächtet. Auch die Mutter des Mädchens machte ihrem Unmut auf Twitter Luft:

TechCrunch entschuldige sich für die frauenfeindliche Präsentation auf dem Hackathon und versprach, in Zukunft genauer prüfen zu wollen, welche Inhalte vorgestellt würden. Auch plane man strengere Richtlinien einzuführen, damit jede Art von diskriminierenden oder beleidigenden Inhalten ausgeschlossen werden kann. Gutheißen können man ein solches Verhalten auf keinen Fall, heißt es hier. Tatsächlich weist der Vorfall allerdings auf ein viel grundlegenderes Problem hin, denn immer noch werden Frauen in der IT häufig nicht von ihren männlichen Kollegen ernst genommen und so ist die öffentliche Empörung nur ein erster Schritt in die richtige Richtung.

 

 

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -