Top-Wachstumsprognosen: eCommerce und Lebensmittel
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Die Umsatzentwicklung im Handel sehen rosig aus. Nachdem der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) bereits Anfang Februar ein nominales Umsatzwachstum von 1,5 Prozent auf 38,7 Milliarden Euro verkündete, will auch der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) ein neues „Rekordwachstum“ verzeichnen.

Laut der Pressemitteilung sollen 2014 satte 48,8 Milliarden Euro mehr Umsatz generiert werden. Im Gegensatz dazu steht die Prognose vom HDE, der lediglich ein Umsatzwachstum von 38,7 Milliarden Euro voraussagt. Eine Krux diese zuversichtlichen Prognosen, klagen doch deutsche Einzelhändler über die sinkende Kundenfrequenz. Analysten schätzen das Wachstum daher eher auf 10 bis 15 Prozent.

Gewinner sollen besonders die Warengruppen Telekommunikation, mit einem prognostizierten Martkanteil von 61 Prozent sein, Medien/Software/Games (mit 54 Prozent), Computer/-zubehör (mit 37 Prozent) sowie Babyartikel/Spielwaren (mit 32 Prozent) und Bücher/Kalender (mit 30 Prozent). Nach dem HDE seien die Rahmenbedingungen überaus positiv. Sowohl die hohe Erwerbstätigkeit als auch steigende Einkommen und niedrige Sparquoten sprechen für das großzügig prognostizierte Wachstum im Handel.

Die zunehmende Verbreitung von mobilen Geräten beschleunigt zudem den Strukturwandel. Zwar klagen beinahe die Hälfte der Händler über eine schwächere Kundenfrequenz im stationären Handel, rund ein Viertel hält allerdings mit der Aussage, die Kundenfrequenz sei stabil, dagegen. Allerdings bietet dafür der Online-Handel weiterhin großes Wachstumspotential. Satte 24,8 Prozent werden prognostiziert. Wachstumstreiber bleiben demnach der eCommerce sowie der Lebensmittelhandel.

„Viele Kunden sind bereit, mehr Geld für Qualität und Service auszugeben“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Bio- oder Fairtrade-Produkte liegen nach wie vor im Trend. Da wundert es auch niemanden, dass Amazon seinen Lebensmittellieferservice Fresh im September auch in Europa ausrollen will. Bis dato werden lediglich Kunden in Seattle, Los Angeles und San Francisco beliefert. Dieses Jahr sollen 20 weitere Standorte weltweit dazukommen.

Auch hierzulande haben sich bereits Online-Lebensmittelanbieter etabliert. So beispielsweise reine Online-Händler wie Mytime.de, Saymo.de und Lebensmittel.de. Es mussten aber auch schon einige Startups ihre Segel im Bereich Online-Food-Vertrieb steichen, wie beispielsweise froodies. Supermarkt.de kämpfte und verpasste sich eine Zwangspause, die bis heute anhält. Zu groß waren die Umsatzerwartungen in den letzten Jahren. Außerdem gab es Probleme bei Anschlussfinanzierungen in diesem Segment. Lediglich das Abo-Modell scheint für Investoren gewinnbringend. Der verlustreiche Gourmet-Onlineshop Gourmodo ging hingegen an den Betreiber von lebensmittel.de, Andreas Prüfer und konnte sich deswegen weiter behaupten.

Die Deutschen sind noch nicht so begeisterte Online-Lebensmittel-Käufer wie die Franzosen, Schweizer, Engländer oder Amerikaner. Langsam scheint allerdings auch hier das Geschäft anzulaufen. Wer Geduld bewieß, kann sich somit 2014 möglicherweise auf Rendite freuen. Rewe-online.de, Bringmeister.de (Kaisers Tengelmann) oder Edeka24.de sind ebenfalls als Online-Supermärkte vertreten und werden auch weiterhin an dieser Idee festhalten.

Bereits 2012 hatte ATKearney in einer Studie den Online-Lebensmittelhandel zum vielversprechenden Nischenmarkt für Deutschland erklärt. Mitte des Jahres 2013 waren laut Sparwelt-Test bei den Händlern noch einige Kleinigkeiten zu bemängeln. Allerdings war auch schon damals von Verbesserungspotential und mangelnder Ausreifung der Shops die Rede. Mittlerweile wurde nachgebessert.

Zwar gäbe es nach dem Test der Deutschen Gesellschaft für Verbraucherstudien mbH weiterhin große Schwankungen im Rahmen des Kundendienstes und bei der Warenauslieferung. Gänzlich in den Kinderschuhen sind die getesteten Shops nicht mehr und kamen in den Kategorien Internetauftritt, Transparenz, Warenvielfalt, Kundendienst und Warenauslieferung auf gute bis sehr gute Ergebnisse.

Ob der Einzelhandel von den gegebenene positiven Bedingungen wie hohe Erwerbstätigkeit und steigende Einkommen provitieren kann, bleibt abzuwarten. Auch die Erwartungen an den Online-Handel sind hochgesteckt. Wir sind gespannt, ob die Prognosen im Laufe des Jahres noch korrigiert werden.

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