Trend-Prognose: Online-Video ist die Zukunft
Kommentare

Facebook arbeitet kontinuierlich an dem Ausbau seiner Geschäftsfelder und Userbase. Schon vor dem Erwerb von Whatsapp und der 3D-Brillenhersteller Oculus VR geriet der Messenger-Dienst Snapchat in das Interesse des Social Network-Giganten.

Facebook kassierte für sein Übernahmeangebot von den Snapchat-Entwicklern allerdings eine Absage. Das konnte Zuckerberg wohl nicht auf sich sitzen lassen, und so wurde kurzer Hand das Geschäftsmodell geklont und Slingshot veröffentlicht. Vom Aufbau und den Features stark an Snapchat angelehnt, können über die Slingshot App Fotos und Videos verschickt werden, die sich nach der Ansicht automatisch löschen.

Was nicht passt, wird passend gemacht?

So oder so ähnlich scheint Zuckerberg dem Abwanderungstrend der jüngeren Zielgruppe zu begegnen. Wenn er diese schon nicht mehr mit seinem eigenen Social Network begeistern kann, wird beliebte Konkurrenz entweder einverleibt, wie es sich bei der Übernahme von Whatsapp abspielte, oder einfach kopiert.

Aus der Community erntet Facebook für sein Geschäftsgebaren zum Teil ordentlich Kritik. Das Klonen funktionierender Business-Modelle, uns besonders bekannt durch die berühmten Samwer Brüder und Rocket Internet, wird eben auch kontrovers diskutiert und nicht zwingend als eine Kunst angesehen. Das Handelsblatt titelte 2012 bereits passend „Zwischen Bewunderung und Abscheu„.

Und die Ähnlichkeit von Slingshot zu Snapchap ist nicht zu übersehen. Slingshot nutzt das gleiche Foto-und Video-Recording-Interface bei dem mit einem Klick ein Foto geschossen oder bei längerem Gedrückthalten ein Video aufgenommen wird. Laut TechCrunch könnte es sogar gut möglich sein, dass Facebook mit Slingshot Patente von Snapchat verletzt, die bereits im Dezember 2012 angemeldet wurden.

Die Web-Community hat viele Stimmen und schon die Oculus VR-Übernahme hat eine große Missgunst gegenüber Facebook deutlich gemacht.

Bewegte Bilder – der Content der Zukunft

Aber nicht nur Facebook macht durch Übernahmen von Foto- oder Videotechnologie-Startups von sich Reden. So erwarb Yahoo beispielsweise erst kürzlich, wie das Wallstreet Journal berichtete, das Streaming-Startup RayV und will mit einem eigenen Videodienst bei der Konkurrenz wildern gehen und so seine verlorene Position als zweitgrößter Anzeigenverkäufer der USA, hinter Google und Facebook, und die damit einher gehenden Verluste im Anzeigengeschäft wieder ausgleichen.

Auch der Technologiekonzern Google ist in Kauflaune und hat Berichten zufolge das Video-Search-Startup Baarzo übernommen, um die Videosuche zu einer „true video search“ zu revolutionieren. Baarzo beschreibt den eigenen Service wie folgt:

Unlike Google or YouTube searches, which only evaluate the text around the video, the Baarzo search technology actually analyzes the video content, recognizing hundreds of thousands of objects and millions of faces, and locates the precise moment in the video content, recognizing hundreds of thousands of objects and millions of faces, and locates the precise moment in the video when the search objects interact in the way you had specified.

Es ist ganz klar wo es hin geht: Alle großen Technologiefirmen setzen derzeit auf (bewegte) Bilder und gehen mit eigenen Entwicklungen und Übernahmen in die Offensive.

Online-Video-Trend

Das ist auch kein Wunder, steigt der Online-Videokonsum doch kontinuierlich an. Bereits im Februar präsentierte comScore auf den Audiovisual Days in München die Ergebnisse für die Beobachtung der deutschen Online-Video-Trends. Ganze 44,9 Mio. Menschen, das entspricht 79 Prozent der Online-Bevölkerung in Deutschland, sahen Videos auf ihrem Laptop oder Desktop-Computer.

comScore Online Video Trends in Germany

Bildquelle: https://www.comscore.com/Insights/Data-Mine/Online-Video-Trends-in-Germa…

Während der Videokonsum über den PC eher stagniert, nutzen immer mehr Menschen ihre mobilen Devices, um Videos zu streamen. In Deutschland sind es ganze 16 Mio. Menschen.

Das stellt im Vergleich zum Vorjahr ein Wachstum von 37 Prozent dar und das ist erst der Anfang der mobilen Revolution. Die Veränderungen im Bereich Mobile, Cross-Plattform-Content und des Videokonsums gehen weiter.

Wer also hier technologisch die Nase vorn hat, sichert sich auch für die Zukunft ein gutes Auskommen, sollte man meinen.

 

Aufmacherbild: Laptop with reel von Shutterstock/ Urheberrecht Horoscope

 

Unsere Redaktion empfiehlt:

Relevante Beiträge

Meinungen zu diesem Beitrag

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -