Trends im Mobile Bereich – Interview mit MLOVE Gründer Harald Neidhardt
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Mobile hat sich in den letzten Jahren total etabliert. Jeder läuft mit einem Smartphone rum, hunderte von Milliarden werden heutzutage im App Store für Spiele und Apps ausgegeben und spätestens jetzt, wo wir die großen Exits der Super Apps so wie Whatsapp oder Instagram wahrnehmen, wacht die Welt auf und sieht, Mobile ist ein mehr als ernst zu nehmender Markt. Wir haben uns mit Harald Neidhardt von MLOVE über die Mobile Bramche unterhalten.

Webmagazin: Herr Neidhardt, was verändert sich grade in der Mobile-Branche?

Neidhardt: Ich denke, Mobile wird immer mehr als zum Zukunftsmarkt. Wie Sie schon richtig sagen, ein ernst zunehmender Markt. Und wie bei jedem richtigen Marktetspace, geht es jetzt nicht mehr nur darum, spontan eine tolle App zu programmieren kann sondern um Fragen „Wie können wir Growth Hacking betreiben? Welches sind die Tricks, die man von großen Companies lernen kann, um zu wachsen und sich international zu etablieren?

Mobile ist ein globales Medium und so gesehen hat jeder die Möglichkeit als kleines globales Medienunternehmen aufzutreten – den Sender hat jeder in der Hosentasche. Mittlerweile ist unser Handy schließlich die Fernbedienung für unser Leben, unser Haus, im Auto oder als Mediaplayer. Das ganze Feld, wo Mobile unseren Lebensstil berührt, ist grade erst am explodieren und es öffnen sich grade deshalb immense Chancen für Startups, die in der Lage sind, sich umzuorientieren und nicht mehr nur in Software zu denken sondern zugleich in Hardware, um herauszufinden, wo man Connections machen kann mit dem Internet of Things.

Diese Daten zu verwalten ist die Power of Mobile. Also ein Bereich, wo sich Startups und Entrepreneure oder auch etablierte Unternehmen bei MLOVE austauschen können, um zu sehen, welche Schnittstellen und Chancen es gibt. Ein weiterer großer Schwerpunkt unserer Konferenz ist es aufzuzeigen, wo die Reise hingeht und wo eindeutige Trends liegen. Vom „Lifestyle of Mobility“ sind wir somit zu „M wie Meaning“ gekommen.

Webmagazin: Das müssen sie genauer erklären. Was meinen Sie mit „Meaning“?

Neidhardt: Wir sind in einer Phase, in der es nur noch ganz kurze Wege gibt, von der Idee zum fertigen Produkt. Das sieht man an Erfolgsstorys wie zum Beispiel Protonet, die innerhalb von kürzester Zeit mit viel harter Arbeit und einem tollen Produkt 1 Millionen Euro Funding geraist haben. Ich glaube wir sind in einer spannenden Zeit und unser Mobiler Lebensstil öffnet Tür und Tor für die neuesten Innovationen, die mittels Crowdfunding und Produktinnovationen schneller in den Markt kommen. Das rapide Wachstum einer tollen App – wie wir anhand von Whatsapp in nur wenigen Jahren gesehen haben – bewirkt, dass solche Service plötzlich unser Leben mitbestimmen. Diese Chancen sind da und sie sind riesig! 

Ich glaube das, was wir uns jetzt als Frage stellen müssen, ist, wenn das alles in dieser Form möglich ist – also wenn es möglich ist, schneller zu Produkten zu kommen, wenn Kosten für Hardware  und Technik immer geringer werden und wir auch Möglichkeiten der Finanzierung einfacher durch Crowdfunding abrufen können – Was wollen wir mit Technologie erreichen? Ich denke wir sind an dem Moment, wo wir kurz innehalten müssen, um uns zu fragen, wohin die Reise gehen soll.

Webmagazin: Na ganz einfach: Technik sollte uns das Leben erleichtern, richtig?

Neidhardt: Nicht nur das! Wie kann Technik uns helfen die Menschheit weiter zu bringen? Natürlich hören sich solche Fragen philosophisch an. Doch ich denke wir stoßen grade an Grenzen vorangetrieben von Technik, Künstliche Intelligenz und Robotern. Man muss bloß einmal die Einkaufspläne von Google oder Facebook betrachten und sich dabei folgende Frage stellen: was bauen wir für eine Zukunft?

Sind wir uns dessen bewusst, dass wir schon heute die Weichen für das stellen, was morgen geschieht? Können wir uns bei diesem rasenden Tempo der technologischen Entwicklung überhaupt vorstellen, wie wir in 10 oder 20 Jahren leben wollen?

Was unserer Meinung nach fehlt, ist ein Leitbild, was uns antreibt und an dem wir uns orientieren können, welche Art von Technologie wir wirklich entwickeln wollen. Es ist außerdem wichtig herauszufinden, was jeder einzelne von uns dazu beitragen kann, Technologie zum Gunsten der Menschheit einzusetzen – vor allem, wenn es darum geht die Möglichkeiten und Learnings der westlichen Welt global zu teilen.

Unsere Kultur erlebt einen Wandel. Dies sehe nicht nur ich so, sondern es wird in vielen führenden Medienunternehmen wie zum Beispiel kürzlich der Huffington Post thematisiert, dass Technologie eine untergeordnete Rolle spielen sollte in einer durchaus technologisierten Zukunft. Technik um der Technik Willen wird uns nicht weiterbringen.

Im Gegenteil, es gibt grade dort Chancen, wo man sich tatsächlich darum bemüht, sinnhafte Lösungen zu bieten. Ich denke, dass grade bei sinnstiftenden Anwendungen der Erfolg  nicht ausbleiben wird. Und hier wird es noch einmal interessant: denn ein Produkt, was für die Welt sinnvoll ist, doch in letzter Zeit oft im Bereich NGO oder einer ehrenamtlichen Initiative noch leicht belächelt worden ist, hat dank Mobiler Technologie die Chance zu skalieren. Somit bleibt ein Erfolg auch auf finanzieller Ebene in dieser Zukunft nicht aus, wenn man es schafft ein Produkt mit Bedeutung (=meaning) zu gestalten.

Webmagazin: Was ist dieses Jahr neu beim ConFestival & Wie hat sich MLOVE zum 5ten Geburtstag gewandelt und entwickelt?

Neidhardt: Über die letzten fünf Jahre haben wir das Thema Mobile begleitet und gesehen, in welche Lebensbereiche das Smartphone tatsächlich vordringt und welche Services und Apps sich neu positionieren. Wir haben im Bereich Musik von den Grammy’s gehört oder im Bereich der Entwicklungshilfe von der United Nations Foundation bis hin zu den Connected Cars von VW oder Mercedes-Benz. 

Zum 5-jährigen Jubiläum haben wir einige der alten Sprecher zur Retroperspektive eingeladen und wollen von Ihnen hören, was sich seit Ihrem ersten Vortrag auf MLOVE in der Mobile Welt getan hat und wie sich ihr Blick auf die Zukunft verändert hat. Was wir super spannend finden, ist die thematische Ausweiterung der klassischen Mobile Themen – wo wir in der Vergangenheit vermehrt von Mobile Apps und Advertising gesprochen haben, finden wir in diesem Jahr komplexe Themen wie Internet of Things und Smart and Connected Cities, ein Thema das wir mit dem Industriegiganten Cisco bearbeiten. 

Weitere Kern Themen 2014 sind: The New Africa, hier haben wir in der Nike Foundation einen langjährigen tollen Partner gefunden, mit dem man Entrepreneurship in aufstrebenden Ländern fördert und Entwicklungshilfe in einen modernen Kontext bringt. 

Quantified Self und Wearables ist ein Thema, wo wir mit Chip Hersteller Rambus, IBM und vielen Künstlern dran arbeiten dürfen.

Das ist das spannende an MLOVE: wir zeigen auf dem ConFestival auf, wie Technik unsere Kultur in jeglichen Lebensbereichen und unserem Zusammenleben prägt. Dabei ist es wichtig zu erinnern, wie wir konstant dazu lernen können und müssen! Denn bei all den smarten Entwicklungen, geht es später nicht nur um Smart Phone oder Smart City sondern das Smart ME and Smart YOU.

Und hier wären wir schon bei dem MLOVE Special 2014: Mit unseren Partnern von IXDS haben wir ein Maker Lab auf die Beine gestellt, das aktive Participation aller MLOVE Gäste fordert und bei dem wir gemeinsam ein YOUtopia erdenken.

Zum 5ten Geburtstag wollen wir Ideen für unsere Zukunft sammeln und manifestieren,  und zwar in einem physischen Modell mit Hilfe von Makern und Hackern, die Inhalte aus Workshops mit Hardware, Sprechern und Moderatoren zusammen führen und anfassbar machen. Das gemeinsame Erarbeiten ist das, was uns ausmacht.

Die MLOVE ist eben nicht nur ein Event sondern eine Community. Der Zusammenhalt von Gleichgesinnten, die sich weltweit auch durchaus zwischen den eigentlichen MLOVE Konferenzen vernetzten und austauschen. MLOVE existiert nicht nur auf dem Schloss – und das ist das, was uns besonders stolz macht. 

Webmagazin: Gibt es etwas, worauf Sie sich persönlich am meisten freuen?

Neidhardt: Worauf freue ich mich am meisten mmmh das ist eine schwere Frage, denn mir liegen alle Sprecher, Aktionen, Künstler und vor allem die Überraschungen sehr am Herzen. Ich freue mich auf das Erlebnis an sich – die gesamte Wundertüte. Wir bringen dieses Jahr Body, Mind and Soul in Einklang.

Und es ist super zu sehen, dass unser ganzheitliches Konzept uns von anderen Konferenzen abhebt aber vor allem auch bei großen Unternehmen und Sponsoren auf Interesse stößt. MLOVE wächst ganz natürlich zu einem großartigen Netzwerk, das sich immer wieder neu erfindet und zu einer Plattform zum offenen Austausch wird – ein wahres Labor mit einer Umgebung in der neues ohne Vorbehalt ausgedrückt und ausprobiert werden kann… sei es in der Konferenz, den Workshops oder beim Sonnenauf- oder Untergang. Wir freuen uns auf das ConFestival 2014.

 

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