Twitter arbeitet an einer Editier-Funktion für Tweets
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Seit einigen Wochen ist man bei Twitter recht umtriebig. Fast jede Woche macht der Kurznachrichtendienst mit Neuigkeiten auf sich aufmerksam. Unbestätigten Meldungen zufolge soll Twitter jetzt an einer Editier-Funktion für Tweets arbeiten.

Bereits Mitte Oktober hatte sich Twitter mit einem neuen Feature ins Gespräch gebracht und stellte die Option, Direktnachrichten von jedem Follower zu erhalten, in den Einstellungen bereit. Einen Monat später ruderte man wieder zurück und entfernte das Feature wieder. Mitte letzter Woche dann die Einführung einer weiteren Neuerung: das Versenden von Fotos in Direktnachrichten.

Doch damit nicht genug. Jetzt berichtet Matthew Keys auf seinem Blog The Desk, dass Twitter an einem Feature arbeite, das Usern das nachträgliche Editieren von Tweets erlaubt. Angeblich haben das drei mit dem Projekt befasste Quellen bestätigt. Laut diesen Twitter-Angestellten sei die Einführung des Features schon seit Monaten eine Top-Prioriät des Unternehmens. Es soll ein wichtiger Eckpfeiler im Zuge der Ausweitung von Partnerschaften mit Medien und Original Content Produzenten sein. Wir erinnern uns: Erst Anfang Dezember hatte Twitter die Vereinbarung einer strategischen Partnerschaft mit der Telekom bekannt gegeben. 

Editieren nur für bestimmte Zeitspanne

The Desk konnte sich die Funktionsweise der nachträglichen Editier-Funktion genauer ansehen. So soll sie im Detail funktionieren: Sobald ein Nutzer einen Tweet veröffentlicht, erscheint für eine begrenzte Zeit das „edit“-Feature. Über die genaue Zeitspanne, in der das Editieren erlaubt ist, sollen die Twitter-Verantwortlichen derzeit noch grübeln. Die „edit“-Funktion erlaube dann kleine Änderungen am Inhalt des Tweets wie das Entfernen eines Worts, das Korrigieren eines Rechtschreibfehlers oder das Hinzufügen von ein, zwei zusätzlichen Worten.

Das Editieren eines Tweets sei einmal pro Tweet möglich. Die Änderungen sollen sofort im Feed des Nutzers sichtbar werden sowie im Feed von jedem, der den Tweet mit dem „re-tweet“-Feature retweetet.

Bisher haben Nutzer nur eine Möglichkeit, wenn ihnen der Inhalt ihres Tweets aus welchen Gründen auch immer nicht passt: löschen. Mit der „editi“-Funktion könnten falsche oder missverständliche Informationen schnell korrigiert werden.

Algorithmus entscheidet, ob Änderungen erlaubt sind

Um der Gefahr vorzubeugen, dass Nutzer beispielsweise den Link zu einer News tweeten, dann zahlreiche Re-Tweets einsammeln und den Inhalt des Tweets durch eine Werbung austauschen, will Twitter konkrete Regeln einführen. Diese sollen vorgeben, wie viele Buchstaben oder Worte ein Nutzer editieren oder löschen darf. Um dies zu erreichen, sei man dabei, einen „editorial algorithm“ zu entwickeln, der ermitteln kann, ob ein Nutzer versucht, die ursprüngliche Absicht des Tweets zu verändern oder nur einen kleinen Fehler korrigiert.

Die Quellen von The Desk behaupten, der Algorithmus könnte in wenigen Wochen, höchstens aber ein paar Monaten fertig sein. Dann soll das „edit“-Feature zunächst verifizierten Usern zu Testzwecken zugänglich gemacht werden. Eine Angabe darüber, ob ein Tweet editiert wurde ist zunächst nicht vorgesehen, könnte aber nachgereicht werden.

Einige Fragen wirft das geplante Feature noch auf: Was ist mit den Usern, die einen Tweet manuell retweeten? Nachträgliche Änderungen sind in diesem Fall nicht vorgesehen. Und vor allem: Wie gut wird der Algorithmus sein, der darüber entscheidet, wie umfangreich Änderungen sein dürfen?

Fest steht, dass ein „edit“-Feature insbesondere Medien und Power-Usern gut gefallen dürfte. Immer wieder sorgen Tweets mit unwahren Fakten für die Verbreitung von falschen Tatsachen – sei im Fall von Attentaten (z.B. beim Boston Marathon), Kriegen, Volksaufständen oder Wirtschaftsnachrichten.

Aufmacherbild: Twitter is Going Public Foto via Shutterstock / Urheberrecht: PiXXart

 

 

 

 

 

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