Twitter-Börsengang: Wie man aus 140 Zeichen 1,8 Milliarden Dollar macht
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Mit dem Börsengang von Twitter kommt es an der New Yorker Wall Street heute zu dem wichtigsten Technologie-IPO seit Facebook im Mai 2012 erstmals im NASDAQ notierte.

Mit einem Preis von 26 Dollar liegt der Wert pro Aktie sogar über den jüngst von Analysten prognostizierten 23 bis 25 Dollar. Ein klares Zeichen, dass Investoren sehr an dem Papier interessiert sind. Bekannt gegeben hat der Kurznachrichtendienst sein offizielles IPO-Pricing – wie sollte es anders sein – per Tweet:

Anders als Facebook wird Twitter seine Emission an der New York Stock Exchange durchführen und nicht an der Technologiebörse NADAQ. Die Einnahmen werden sich nach Berechnungen auf 1,8 Millionen Dollar belaufen. Dazu kommen allerdings noch die sogenannten Mehrzuteilungsoptionen, mit denen nachträglich, bei entsprechender Nachfrage,  zusätzliche Wertpapiere zum Emissionspreis ausgegeben werden können. Diese mit einberechnet treiben die Einnahmen auf 2,1 Milliarden Dollar.

Als Unternehmen, dass gerade mal sieben Jahre alt ist, kann sich Twitter mit einer Bewertung rühmen, die – je nach Ausgabepreis und Einberechnung der Mehrzuteilungsoptionen – zwischen 13,9 und 14,2 Milliarden Dollar liegt. Zum Vergleich: Der Wert von Facebook  wird derzeit auf rund 120 Milliarden Dollar angesetzt.

Als sogenannte „book runners“ fungieren  Goldman, Sachs & Co., Morgan Stanley, J.P. Morgan, BofA Merrill Lynch und Deutsche Bank Securities. Mit „book runners“ bezeichnet man die Kreditinstitute, die im Rahmen eines Bankenkonsortiums für die Zuteilung und Platzierung einer Emission verantwortlich sind.

Trotz des offensichtlich großen Interesses von Investoren bezweifeln Analysten, dass Twitter den hohen Aktienpreis halten kann und warnen, dass es dem Papier ähnlich ergehen könnte wie der Facebook-Aktie, deren Emissionspreis von 38 Dollar je Aktie schon nach kurzer Zeit zu purzeln begann.

Allerdings sorgte der jüngste Quartalsbericht von Facebook allenthalben für Begeisterung, den das soziale Netzwerk hat offenbar das langjährige Sorgenkind Mobile erfolgreich kuriert: inzwischen stammt jeder zweite Dollar, den Facebook mit Werbeeinnahmen verdient, aus dem Geschäft mit mobilen Anzeigen.

Auch Twitter wird in den kommenden Monaten mit Sicherheit daran gemessen werden, wie man seine Mitglieder und deren Zugriffe über mobile Geräte entsprechend monetarisieren kann.

Aufmacherbild: 1000 Words / Shutterstock.com

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