Twitter Fake: Wie sauber ist Euer Account?
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Ein Twitter-Account ohne Follower wirkt nicht besonders ansprechend. Deshalb freuen sich vor allem Neulinge über jeden einzelnen Follower, der sich in die Liste der wenigen einreiht. Doch sind die Menschen hinter den Accounts wirklich an den Tweets interessiert?

Leider nicht immer, denn Twitter ist das Social-Media-Portal mit den meisten Fake-Accounts. Um dem User zumindest eine Illusion von Sicherheit zu bieten, verifiziert Twitter einige der bekannteren Accounts. Dazu gehören zum Beispiel die New York Times @nytimes, Pete Cashmores professioneller Arbeits-Account @mashable und weitere ausgewählte Größen. Zu erkennen sind diese Accounts an dem kleinen blauen Häkchen über dem Profilnamen, der die Verifizierung bestätigt.

mashable_twitter

Um die Echtheit eines Accounts zu gewährleisten, griff Twitter-Erfinder Jack Dorsey früher sogar manchmal selbst zum Hörer, mittlerweile geschieht das aber mehr oder weniger automatisiert durch eine eigene Twitter-Abteilung, die den Accountnamen @verified führt. Näheres zu diesem noch immer unbekannten Prozess erfahrt Ihr in folgendem Video zweier US-Comedians:

Während es sich bei diesen verifizierten Profilen um meist echte Personen handelt wird Twitter auch durch eine Vielzahl von Fake-Accounts überflutet. Zu den Klassikern die Spammer. Dahinter stecken in der Regel Porno-Websites, Werde-reich-Websites und andere unseriöse Anbieter, die alle nur an Euer Geld wollen.

Manche Twitterer machen sich diese Spam-Accounts jedoch zu Nutze, denn es gibt auch Agenturen, die Twitter Follower verkaufen. Der Anbieter Cyburios bietet ganze Pakete an: 100 Twitter Follower für 15 Euro, 1.000 für 87 oder gleich 25.000 für 449 Euro. Sinn der Sache ist es, sein Profil besonders wichtig erscheinen zu lassen. Folgen einem nämlich nur eine Handvoll Leute, wirkt das ziemlich jämmerlich. Ähnliche Angebote gibt es übrigens auch für Facebook: Unter fanboosting.com können unter anderem Fans und Likes gekauft werden. Solche Agenturen erstellen in der Regel selbst dutzende Accounts oder bieten Dritten an, zum Beispiel Studenten, ihnen ihren Account gegen Gebühr zur Verfügung zu stellen.

Um die Spreu vom Weizen zu trennen, eignet sich das neue Online-Tool Fake Follower Check: Unter fakers.statuspeople.com kann kostenlos der eigene oder andere Accounts analysiert werden. Dazu meldet man sich mit seinem Twitter Account an und kann binnen weniger Sekunden die Anzahl der Fake-Profile messen. Das Tool unterscheidet zwischen echten, inaktiven und fake Followern.

Wir haben auch unseren Twitter-Account @webma9 analysieren lassen und kamen auf folgendes Ergebnis:

twitter_fake

Der Account wirkt mit nur drei Prozent Fake völlig harmlos, auch inaktive Nutzer sind nicht problematisch, da viele Twitter lediglich als Recherche- und News-Aggregator verwenden, dementsprechend also keine eigenen Tweets absenden.

Interessantere Ergebnisse liefert das Tool, analysiert man die Twitter-Accounts von bekannten Persönlichkeiten, wie dem Mädchenschwarm Justin Bieber @justinbieber oder @BarackObama.

bieber

Beide haben, wie die Screenshots zeigen, eine hohe Anzahl an Fake Followern. Böse Zungen mögen den beiden jetzt unterstellen, sie haben auch eine der Social-Media-Agenturen beauftragt, die Follower-Anzahl künstlich zu erhöhen. Jedoch muss gesagt sein, dass gerade Promi-Accounts von Spammern überflutet werden, da diese natürlich möglichst viele potentielle Opfer anziehen wollen.

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