Twitter-Fehde: Telekom-Support kontert mit "SCHREI MICH NICHT AN!"
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Harte Wochen liegen hinter dem Rosa Riesen. Seit dem Drosselkom-Shitstorm, dem Aufschrei des Volkes aufgrund der geplanten Drosselung von DSL-Verbindungen, musste die Telekom so einiges über sich ergehen lassen. Wir sehen normalerweise ja nur die öffentlichen Unmutsbekundungen, man wagt sich gar nicht auszumalen, wie heiß es zuweilen in den Telefonhotlines der Telekom zugegangen sein mag.

Einhundert Prozent öffentlich ist hingegen der Kundenservice der Telekom auf Twitter. Unter dem Handle @Telekom_hilft versucht man stets höflich Kundenproblem zu lösen. Allerdings hat es das Service-Team nun zum ersten mal mit dem Griesgrämer zu tun bekommen. Bei diesem Berufsquerulant mit dem Handle @Griesgraemer handelt es sich offensichtlich um jemanden, der gerne, viel und leidenschaftlich pöbelt – vorzugsweise auf obszöne und beleidigende Art. Darüber hinaus entfleuchen ihm seine Hass- und Pöbeltiraden zumeist in Großbuchstaben, was ja laut Netiquette als Anschreien aufzufassen ist. Ich persönlich empfinde ja diese Netiquette-Regel, das Schreiben in Großbuchstaben mit Schreien gleichzusetzen, als fragwürdig. Bei vielen Menschen dringt man einfach besser ins Hirn durch und macht sich verständlicher, wenn man hier und da die Bedeutsamkeit geschriebener Wörter durch Großschreibung, sagen wir, unterstreicht. Aber zurück zum Thema.

Seinem Twitterprofil zufolge tweeted jener Griesgrämer aus Hamburg. Sein Profilbild ziert ein FSK-18-Logo, Ekel Alfred im Hitler-Look und eine Flasche Mariacron. Angesichts seiner ansonsten stark ausgeprägten Liebe für die Großschreibung, verwundert es, dass er in dem Aufruf „Lass mich bloß in Ruhe!!“ auf seinem Twitter-Profil auf Großschreibung verzichtet und ihn – fast schon minimalistisch für ihn – lediglich mit zwei Ausrufezeichen beendet.

Zwischen diesem offenbar selten besonnen und diplomatisch agierenden Zeitgenossen und dem @Telekom_hilft Account brennt seit Tagen eine amüsant zu lesende Twitterfehde, die sich offenbar ursprünglich an einer SMS der Telekom vom 22. Juni entzündet hatte. 

Schon hier zeigte das @Telekom_hilft Team, dass es kräftig zurückschießen kann, und zwar in Form der Mitarbeiterin Anna, wie das Kürzel „^an“ und die Auflösung auf der Telekom-Website verrät:

@Telekom_hilft Anna
So sieht sie aus, die Dame, die dem @Griesgraemer Paroli bietet (das große Foto in der Mitte).

 

Vom Griesgrämer angeschrien, passt sich Anna dem rauen Umgangston an und schießt in Großbuchstaben zurück, wie auch die folgende Auseinandersetzung zeigt:

Doch damit noch kein Ende. Richtig los ging es erst gestern, als der Griesgrämer nachlegte und sich über sein aufgebrauchtes Datenvolumen beschwerte.

Legendär für mich die nächste Antwort von @Telekom_hilft Anna im waschechten Griegrämer-Duktus: „Pass ma op, mein Froind.“

Irgendwann platzt aber auch der lieben Anna der Kragen und sie feuert zurück mit „UND SCHREI MICH NICH AN!“

Auch das Beenden dieser epischen Twitterschlacht ist Ann gelungen. Ein kurzes „SCHNAUZE!!“ – besser geht’s nicht.

Dafür, dass sie sich nicht an die Netiquette gehalten hat und dem Pöbler ordentlich Kontra gab, erntete die Mitarbeiterin von allen Seiten Lob. Scheinbar war auch der Griesgrämer etwas verdutzt, denn zumindest die Pöbeleien in Richtung @Telekom_hilft hat er (vorübergehend) eingestellt.

Quelle Aufmacherbild: Screenshot Twitter

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