Twitter: Gehackter Account sorgt für Mini-Börsencrash
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Ein gehacktes Twitterkonto der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press hat gestern kurzzeitig für einen Rückgang der amerikanischen Aktienkurse gesorgt. Die Hacker vermeldeten über eine Eilmeldung zwei Explosionen im Weißen Haus, bei der auch Präsident Obama verletzt worden sei. Wie Business Insider berichtet, folgte nur wenige Minuten später die Richtigstellung. Dennoch verdeutlicht der Zwischenfall die Bedeutung des 140-Zeichen-Dienstes auf imposante Weise. So veranlasste die gefälschte Nachricht einen Fall des US-Aktienindex um 0,9 Prozent. Der Index Standard & Poor’s 500 fiel um 0,8 Prozent, was einem Marktwert von 136 Milliarden Dollar entspricht. Insgesamt vernichtete die Falschmeldung 175 Milliarden Dollar Börsenwert, bis sich der marktbreite US-Index durch den aufklärenden Folgetweet binnen nur drei Minuten wieder erholte.

Nur acht Tage nach den Explosionen beim Boston Marathon ist diese Meldung natürlich denkbar geschmacklos, doch es ist nur die letzte in einer ganzen Reihe von Twitter-Hacks wichtiger amerikanischer Firmen.

Opfer von Twitter-Hacks

Schon Jeep oder Burger King wurden Opfer falscher Tweets, wodurch einige Verbraucherschützer starke Kritik an der Art und Weise äußerten, wie Twitter die Konten der Nutzer schütze. Prinzipiell macht der Microblog-Dienst nämlich keinen Unterschied, zwischen Privatpersonen und Unternehmen. Ob jemand seinen persönlichen Account nur zum Lesen von Nachrichten nutzt oder Tweets an tausende Follower in die Welt schickt, spielt somit keine Rolle. So mahnt Twitter seine User in einem Blogpost lediglich, sichere Passwörter zu verwenden, ohne explizit zu bisherigen Vorfällen Stellung zu nehmen.

Unternehmen fordern derweil, dass Twitter die Konten durch eine Two-Way-Authentifizierung schützen solle, wie es Google+ oder Facebook bereits anbieten. Auch Microsoft ist mit der neuen Outlook.com-Version diesem Beispiel gefolgt und bietet die Sicherheitsmaßnahme auch für private Kunden an.

Associated Press selbst reagierte auf die Vorfälle, indem alle Accounts offline genommen wurden, bis man sich über die Sicherheit der Konten vergewissert habe. Bis dahin forderten sie ihre Follower auf, nicht auf Tweets von AP zu reagieren.

Inzwischen haben sich die  Hacker als Syrian Electronic Army zu erkennen gegeben, die bereist im letzten Jahr einen Angriff auf die Nachrichtenagentur Reuters verübt hatten. Gegenüber Bloomberg bestätigte eine Sprecherin des FBI, dass die Ermittlungen eingeleitet wurden.

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