Twitter zieht millionenschweren Werbedeal an Land
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Medienberichten der Financial Times zufolge ist Twitter der bisher größte Werbedeal gelungen. Angeblich unterschrieben die Offiziellen des Microblogging-Dienstes einen Vertrag mit dem weltweit führenden Werbeunternehmen Starcom MediaVest, der Twitter mehrere hundert Millionen Dollar einbringen soll. Die FT bezieht sich bei der Meldung auf Personen aus dem näheren Umfeld des Unternehmens. Noch gibt es keine offizielle Stellungnahme zu den Einzelheiten, doch erhalten Unternehmen, die von Starcom vertreten werden (u.a. Wal-Mart, Coca-Cola oder Procter and Gamble) durch den Deal prominente Werbeplätze auf dem Kurznachrichtendienst. Darüber hinaus sollen Unternehmen durch die neue Funktion „in-tweet mobile surveys“ in der Lage sein, Konsumentenumfragen in Echtzeit auszuführen.

Starcom MediaVest hat dabei die enge Verbindung zwischen Fernsehen und Twitter erkannt, da immer mehr Nutzer den Online-Service begleitend zum TV als Second Screen nutzen. Auch eine aktuelle Studie der US-Firma Nielsen ergab, dass Twitter neben den Bewertungen der Vorjahre und der ausdrücklichen Werbung einer der drei Hauptfaktoren für die Einschaltquoten ist. Die Bedeutung von Twitter sei dabei in den letzten Jahren besonders aufgrund der Verbreitung von mobilen Geräten gewachsen, da 80 Prozent der Nutzer ihre Tablets und Smartphones auch während des Fernsehens nutzen, um sich beispielsweise auf den sozialen Netzwerken über den Inhalt von Sendungen auszutauschen.

In wenigen Wochen wird in den USA über die jährliche Vergabe der TV-Werbeplätze entschieden und der Deal zwischen Twitter und dem Tochterunternehmen von Publicis könnte den Druck auf die Fernsehanstalten erhöhen, digitale und soziale Medien mehr in ihre Planungen miteinzubinden. Zwar sind auch Unternehmen an die 140-Zeichen-Grenzen gebunden, doch ist vorstellbar, dass dieses Limit durch das Twittern von Links, die zu Werbespots führen, umgangen werden könnte. Laura Desmond, CEO von Starcom Mediavest, bekräftigte Twitters Schlüsselrolle in dem Geschäft gegenüber der FT und gab an, dass Twitter innerhalb kurzer Zeit zu einem unentbehrlichen Medium geworden sei. Daher müssten Unternehmen auf die Konvergenz der Medien Rücksicht nehmen, wodurch der Deal Signalwirkung auf andere habe und richtungsweisend für den Kundenkontakt der Zukunft sei.

Voraussichtlich handelt es sich bei dem Abkommen nicht um einen Exklusivvertrag und es steht Twitter somit frei, weitere Werbepartner zu gewinnen. Noch ist der Anteil der Werbeausgaben der Fernsehanstalten für Twitter im Vergleich zu den herkömmlichen Kanälen gering, doch alleine in diesem Jahr stieg er von 288 auf 582 Millionen und somit auf fast das Doppelte an. Peter Kafka von All Things D  sieht in dem Deal auch eine Demonstration der Stärke von Twitter, gegenüber Unternehmen, die sich noch nicht für die Ausrichtung der Werbung entschieden haben. Twitter erweist sich zunehmend als Indikator für Kaufentscheidungen der Nutzer und somit als Goldgrube für wertvolle Daten und Kontakte.

Aufmacherbild: © Twitter

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