Durch Datenerhebung Fahrkosten gesenkt

Uber: Alte Kamellen und neue Kostensenkung
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Während sich die deutsche Presse über pikante Datenerhebungen zu One-Night-Stand-Ausflügen im Jahr 2012 empört, erprobt Uber momentan in den USA ein verbessertes Fahrkostenkonzept.

„Uber veröffentlicht One-Night-Stand-Karten“ – hieß es heute brandaktuell auf welt.de und im Tagesspiegel. Was zunächst nach einer aufregenden News klingt, scheint in den USA erstaunlicher Weise niemanden zu interessieren. Stattdessen berichten TechCrunch und Gigaom von Preiskürzungen, um mehr Kundschaft zu gewinnen und dadurch Fahrern mehr Einkünfte zu verschaffen.

Deutschen Taxiverbänden ist wieder zum Lachen zumute

Dass der Blog-Eintrag zu den sogenannten „Rides of Glory“, auf den sich die deutschen Redaktionen nun berufen, vor mehr zwei Jahren in den USA gepostet wurde, erscheint dabei ein wenig sonderbar. Der offenkundig ironisch verfasste Eintrag des Fahrdienstvermittlers wurde beizeiten gelöscht, da manch einer ihn wohl in den falschen Hals bekam. Auf archive.org stöberte nun scheinbar ein findiger Redakteur einer Nachrichtenagentur und stieß auf das kompromittierende Detail aus längst vergangenen Tagen, um es für den deutschen Markt in dem ohnehin schon brodelnden Interessenkonflikt zwischen Taxiverbänden und dem App-Anbieter neu aufzukochen – zu wessen Vorteil, dürfte dabei wohl auf der Hand liegen.

Datenerhebungen über Fahrten sind nicht partout verwerflich

Gegenüber welt.de äußert sich Uber-Deutschland-Chef, Fabien Nestmann, gelassen zu der pikanten Datenerhebung: “Man kann aus sämtlichen Auswertungen Rückschlüsse ziehen, die helfen können, das Angebot zu verbessern. Das ist Teil der Aktivität, die Uber machen muss und wird.“ Keine Neuigkeit – was Internet- und allen voran Smartphone-Usern einschlägiger Apps wie auch Uber unlängst bewusst sein sollte, wird erstaunlicher Weise als unrechtmäßige Datenerhebung in deutschen Landen deklariert. Gewiss war der Blog-Eintrag zu den nächtlichen Ausflügen gewissermaßen geschmacklos und keiner möchte über seine Gewohnheiten ausspioniert werden. Doch sollte jedem klar sein, dass nicht nur Uber Bewegungsdaten auswertet, um sein Angebot zu verbessern, sondern die meisten App-Anbieter. Hätten die Taxiverbände eine vergleichbar zeitgemäße Anwendung, um ihr Angebot lukrativer und ökonomischer zu gestalten, würde diese gewiss nichts anderes tun.

Fahrkosten dank Datenauswertung gesenkt

Abgesehen von den kompromittierenden „Neuigkeiten“ über Uber gibt es also laut aktuellem Blog-Eintrag auch konstruktive Neuerungen des Geschäftsmodells. So will die Fahrdienstvermittlung nun die Fahrkostenpauschale senken, um den Fahrern mehr Kundschaft zu verschaffen; was wiederum höhere Einnahmen verspricht. Unzweifelhaft will auch das Fahrunternehmen daran partizipieren, doch ist der Ansatz interessant, dass den Fahrern 12 Prozent mehr Fahrgeld pro Stunde garantiert wird. Sollte dem nicht so sein, bekommen die Fahrer Gigaom zufolge den durchschnittlichen Stundentarif ausgezahlt.

Testphase in den USA – Deutschland kann sich langsam dran gewöhnen

Das klingt zunächst gewagt, doch stützt sich Über auch hierfür auf gesammelte Daten und ein Modell, dass sich trotz Preissenkungen in New York offenbar bewährt hat. Hieran zeigt sich, dass Datenerhebungen auch in konstruktiver Weise genutzt werden. Die Testphase wird zunächst in 48 jüngeren durch Über bedienten Städten in den USA umgesetzt. Deutschland kann sich also schon mal ein bisschen aus der Beobachterperspektive dran gewöhnen, bis Uber auch hier nachziehen wird und Taxiverbände und Politik wieder Sturm laufen werden.

Uber: Alte Kamellen und neue Kostensenkung

Durch Datenerhebung konnten Fahrkosten gesenkt werden, von denen trotzdem alle profitieren.

Screenshot: http://blog.uber.com/

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