User Experience für multimodale digitale Erlebnisse [webinale 2014]
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Prof. Wolfgang Henseler, Gründer des Designstudios für Neue Medien und innovative Technologien SENSORY-MINDS ist Experte für kundenorientierte E-Business-Lösungen und Spezialist für medienbasierte Markenerlebnisse und User Experience.

Auf der diesjährigen webinale, die vom 1. bis 4. Juni im Maritim proArte Hotel in Berlin stattfindet, hat Prof. Wolfgang Henseler einen Vortrag zum Thema „The Next Dimension of User Experience“ gehalten.

User Experience vor neuen Herausforderungen

User Experience wird heutzutage so Einiges abverlangt. Die klassischen Computer werden immer mehr von mobilen Geräten ersetzt, die zu einem integralen Teil des User-Alltags werden. Smartphones „verschmelzen“ mittlerweile sogar so sehr mit dem Nutzer und begleiten ihr auf Schritt und Tritt, dass diese nicht mehr als externe Geräte, sondern durchaus auch als externe Organe angesehen werden können, so Henseler. Vergisst man versehentlich sein Smartphone oder verlegt es, merkt man, dass man kurz nervös wird. Etwas fehlt.

Diese Entwicklung hin zu der Verschmelzung der Offline- mit der Online-Welt führt zu einer Dimension von Nutzungserlebnissen, die User Experience vor ganz neue Herausforderungen stellt.

User Experience soll Erlebnisse statt Ereignisse bieten 

Konkret bedeutet das vor allem, dass man als Entwickler nicht mehr in Inhalten, sondern in Diensten denken soll. Dem User einen Nutzen zu bieten reicht nicht mehr aus. Nutzen soll von der, durch smarte User Experience geschaffenen, Erlebniswirkung unterstützt werden.

Lange ist es her, dass Computer als reine Arbeitsgeräte galten. Heute sind diese in das Leben der User integriert. Der Umgang damit soll nicht nur einen Mehrwert bringen, sondern auch Spaß machen.

Ease-of-Use und Joy-of-Use

Funktionalität verschmilzt hier mit Emotionalität. Dass die Bedienung der Geräte einfach gestaltet ist, wird vom User mittlerweile vorausgesetzt. Das reicht für eine gelungene und ganzheitliche User Experience nicht mehr aus. Joy-of-Use ist mindestens genauso wichtig wie Ease-of-Use.

Mensch im Mittelpunkt

Um dies zu gewährleisten, muss sich der Entwickler immer an dem Menschen orientieren. Technik schreitet unaufhaltsam voran. Der Mensch behält seine Physiologie bei und hat immer noch fünf Finger an einer Hand, zwei Hände und die ihm zur Verfügung stehenden Sinne, um Informationen aufzunehmen und zu verarbeitet. Genau diese Sinne gilt es, anzusprechen. Im besten Fall multimodal, sprich mehrere Sinne gleichzeitig. So nähert man sich dem Ziel, aus dem eigentlichen Ereignis ein Erlebnis zu machen.

Technik der Technik wegen zu entwickeln, mag vielleicht Spaß machen, ist aber nicht zielführend. Mensch sollte immer ein integraler Teil der UX sein.

Quantified Self und die UX 

Smartphones und auch andere mobile Geräte bzw. Wearables werden zum integralen Teil unseren Lebens. Quantified Self findet immer mehr User, die ihre vitalen Funktionen überwachen wollen und zwar immer und überall, ohne dabei selber aktiv zu werden und beispielsweise einen Termin beim Arzt auszumachen. Es kommt nicht von ungefähr, dass die großen Tech-Unternehmen in den Bereich der sogenannten Medizin 4.0 einsteigen.

Hier liegt die Zukunft der Wearable Technologies und die Herausforderung für die UX, die bei den rasanten Entwicklungen in diesem Bereich mithalten muss. Je stärker die trabaren Technologien unser Leben mitbestimmen, desto wichtiger werden Natural User Interfaces, die man „nebenbei“ mit einem Wisch, Touch, Swipe, Tap oder sonstigen Gesten bedienen kann. 

Die Anforderungen an die User Experience wandeln sich von der reinen Oberflächengestaltung hin zur Mitgestaltung des Verhaltens des Users, die im besten Fall im Hintergrund stattfindet und Erlebnisse schafft, anstatt nur Inhalte zu liefern. 

Aufmacherbild: Mind map with different areas of web design isolated on white background via Shutterstock / Urheberrecht: maigi

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